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14.06.2007

Tipps gegen drohende Ohnmacht

Ob tatsächlich eine harmlose Ohnmacht vorliegt oder aber einlebensbedrohlicher Herz-Kreislauf-Stillstand, wenn jemand unvermitteltumfällt, ist zumindest im ersten Moment nicht zu erkennen. In etwa jedem fünften Fall von unklarem Bewußtseinsverlust handele es sich tatsächlich um eine banale Ohnmacht

Der Bräutigam, der vor Aufregung während der Hochzeitszeremonie in Ohnmacht fällt oder der englische Garde-Offizier, der unter seiner dicken Pelzmütze plötzlich zusammensackt: Eine solch vorübergehende Bewusstlosigkeit birgt zwar die Gefahr einer Verletzung, hat aber keine schwerwiegenden Ursachen. Doch ob tatsächlich eine harmlose Ohnmacht vorliegt oder aber ein lebensbedrohlicher Herz-Kreislauf-Stillstand, wenn jemand unvermittelt umfällt, ist zumindest im ersten Moment nicht zu erkennen. Das berichtete Professor

Wolfgang von Scheidt

, Chefarzt der I. Medizinischen Klinik am Augsburger Klinikum, bei einer Vortragsveranstaltung in

Stadtbergen

bei

Augsburg

.In etwa jedem fünften Fall von unklarem

Bewußtseinsverlust

handele es sich tatsächlich um eine banale Ohnmacht, so von

Scheidt

. Erklärung für eine Ohnmacht, aus der man von selbst wieder erwache, sei eine plötzliche Weitstellung der Gefäße und damit verbunden ein Abfall des systolischen Blutdrucks unter die kritische Grenze von 70 mm Hg. Aufregung beispielsweise, Schmerzereignisse oder langes Stehen in überfüllten, stickigen Räumen könnten zu diesen Veränderungen im Kreislaufsystem führen. Oft werde den Betroffenenen übel, bevor sie in Ohnmacht fallen, hieß es. Außerdem würden sie in der Regel plötzlich ganz blass.Anders verhalte es sich bei einem Bewusstseinsverlust, der auf eine unzureichende Herztätigkeit beziehungsweise einen Herz-Kreislauf-Stillstand zurückzuführen sei: Hier sei die Gesichtsfarbe bläulich, außerdem könnten Schmerzen und Luftnot vorhanden sein. Gerade bei vorbestehenden Herzerkrankungen müsse eine Ursache im Bereich des Herzens in Betracht gezogen werden, so von

Scheidt

. Wichtig sei es, im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands umgehend Erste Hilfe zu leisten. Denn ohne sofort einsetzende lebensrettende Maßnahmen habe der Betroffene keine Chance. Schwierig sei es, im Nachhinein den Ursachen einer Bewusstlosigkeit auf die Spur zu kommen. Dies sei jedoch nötig, um die jeweils richtige Behandlung anbieten zu können, betonte von

Scheidt

. Die jeweiligen Begleitumstände eines Bewusstseinsverlustes sollten daher soweit möglich vom Betroffenen selbst sowie von Zeugen erfragt werden.

Befragung hilft den Ärzten bei der Ursachensuche weiter

Diese Fragen beträfen unter anderem die Körperposition, in der es zum Bewusstseinsverlust gekommen sei, die vorangegangenen Aktivitäten und mögliche Auslösefaktoren. Als Beispiel nannte der Professor den Junior-Chef einer

Brauerei

, der stets ohnmächtig wird, sobald er hastig eiskaltes Weißbier trinkt.Durch eine Befragung ¿kommt man ziemlich weit¿, so von

Scheidt

. Wichtig seien auch Fragen nach vorbestehenden Herzleiden oder neurologischen Erkrankungen, Stoffwechselstörungen sowie nach der Einnahme von Medikamenten. Zum Spektrum der Untersuchungen, die eingesetzt werden könnten, zählten zudem das Messen von Puls und Blutdruck im Liegen und im Stehen sowie das EKG. Viele andere Untersuchungen wie eine Kernspinaufnahme des Gehirns seien dagegen zunächst nicht angezeigt. Fehlten Hinweise auf ein Herzleiden, könne der ¿Kipptisch¿ weiterhelfen: Der Patient wird auf einer Liege festgeschnallt, die Liege dann bis zu einem Winkel von etwa 70 Grad aufgerichtet. Das Blut versackt dabei in den Beinen, manche Patienten werden bewusstlos. Diese Patienten neigten auch dazu, nach längerem Stehen bewusstlos zu werden, erklärte von

Scheidt

. Sinnvoll sei die Untersuchung nach einer ungeklärten einmaligen Ohnmacht mit hoher Verletzungsgefahr.

Tipps gegen eine drohende Ohnmacht

Aufklärung der Patienten ist nach einer Ohnmacht wichtig. Mögliche Auslösefaktoren sollten in Zukunft zur Vorbeugung einer erneuten Ohnmacht vermieden werden.Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen können ebenfalls helfen.Ein Stehtraining von zweimal täglich 30 bis 40 Minuten mit den Schultern an der Wand und Füßen in 20 Zentimetern Abstand von der Wand ist nach Angaben von Professor

Wolfgang von Scheidt

, Herzspezialist am Augsburger Klinikum, zwar wirksam, wird aber im Alltag kaum durchgehalten.Der ¿Jendrassik-Handgriff¿ ist den Angaben zufolge ebenfalls hoch effektiv: Der Patient hakt bei den ersten Anzeichen einer drohenden Ohnmacht die Finger ineinander und zieht die Arme nach außen. Durch zusätzliches Überkreuzen der Beine und eine Anspannung der Muskulatur werde ein Blutdruck-Abfall verhindert, erläuterte von

Scheidt

.

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