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26.05.2020

Uhrenbranche unter Druck - Wie schwer kämpft die Branche 2020?

Das Uhrengeschäft weltweit verändert sich 2020 signifikant.
Bild: Georgios Kefalas/KEYSTONE/dpa

Durch das Virus Covid 19 hatte die Weltwirtschaft zu kämpfen - natürlich auch die Uhrenbranche. Doch gerade heuer stehen Hersteller von analogen, prestigeträchtigen Uhren bereits signifikant unter Druck.

Während die Industrie durch die Folgen des Virus massive Verluste machen, steigt die Beliebtheit der Digitaluhren. Durch entscheidende Umbrüche in Wachstumsmärkten wie der VR China besteht das Risiko, dass Hersteller wie Rolex, Breitling und Co. weiter Umsatzeinbrüche verzeichnen müssen. Wie hart sieht die Realität für die Branchenriesen unter den Chronographen im Jahr 2020 wirklich aus?

Aufstieg der Digitaluhren als Trendprodukt

Das “Accessoire” Digitaluhr ist weiterhin voll im Trend - unabhängig von der Corona-Krise. Das zeigt alleine der Smartwatch-Pionier Apple. Die amerikanische Firma aus dem Silicon Valley konnte in den vergangenen Jahren Schätzungen zufolge ungefähr 10,79 Milliarden Euro umsetzen. Das ist mehr als doppelt so viel als der größte Produzent von Luxusuhren Rolex mit einem Umsatz von 4,9 Milliarden Euro.

Grundsätzlich sind die Zielgruppen der Smartwatch-Hersteller und der Produzenten von Luxusuhren zwei unterschiedliche. Doch auch diese überschneiden sich, weil es sich auch bei Smartwatches immer mehr um ein modisches und exklusives Accessoire handelt, das man gerne zeigt. Mit einem Preis von knapp 600 Euro für das neueste Modell ist die Uhr zwar noch lange nicht im Luxussegment angekommen, steht aber dennoch für Status. Traditionelle Marken wie Breitling oder Rolex sind jedoch weniger betroffen als mittelpreisige Quarzuhren, die keine “smarten” Funktionen wie Whatsapp und Co. besitzen.

Stationärer Handel härter betroffen als Online-Verkauf

Ohne Frage kaufen nach wie vor sehr viele Menschen Modelle der klassischen Schweizer Uhrenmarken. Rolex Uhren bei CHRONEXT und anderen Anbietern sind enorm beliebt. Dasselbe gilt für renommierte Hersteller wie Breitling oder Patek Philippe. Weniger teure, klassische Quarzuhren, sind weit stärker betroffen. Die Umsatzeinbußen bei traditionellen Uhrenmachern sind aber häufig sowieso nicht im Online-Handel zu verbuchen.

Tatsächlich ist es der stationäre Handel, der derzeit besonders leidet. Durch den ausfallenden Tourismus und die durch die Corona-Maßnahmen eingeschränkten Möglichkeiten im stationären Verkauf leiden die Umsatzzahlen besonders. Besonders Gäste aus China, Japan und anderen ostasiatischen Staaten fehlen.

Weniger Verkäufe durch politische Änderungen in der VR China

Die Einbrüche durch Corona und durch neue Konkurrenten wie Apple sind aber eher als die Spitze des Eisbergs zu betrachten. Der wahre Wachstumsmotor für viele Marken und Unternehmen im Luxussegment in den vergangenen Jahren waren Schwellenländer, insbesondere dabei die Volksrepublik China. Davon konnten auch Rolex, Breitling und andere Schweizer Luxusuhrenhersteller massiv Profit ziehen.

Das Wachstum brach mit der Antikorruptionskampagen von Xi Jinping maßgeblich in der VR China ein. Während es zuvor unter hochrangigen Parteifunktionären üblich und en vogue war, Luxusuhren zu verschenken, war das plötzlich verboten und wurde als nicht mehr angemessen betrachtet. Korruption durch die Beigabe von luxuriösen Geschenken, zum Beispiel bei der Vergabe von Staatsaufträgen und Lizenzen war nun verpönt. In Verkaufszahlen schwächelt Rolex und Co. seit 2013 deshalb im sonst so umsatzstarken China.

Wenig Optimismus in Fernost-Geschäft

Dass die Verkaufszahlen nicht mehr auf das Niveau von vor 2013 stoßen wird, wird allgemein angenommen. Das betont sogar der Breitling-Geschäftsführer Georges Kern im Bezug auf den damaligen Boom-Markt Hongkong. Strategie für mehr Gewinn sind heute auch klare Kosteneinschneidungen und Veränderungen im Markenaufbau.

So verfügt Breitling zum Beispiel heute nicht mehr über eine eigene “Flotte” an Düsenjets. Während der Umweltschutz als Grund genommen wird, schätzen viele Kenner auch finanzielle Interessen als Ursache ein. Eine Kostenoptimierung kann besonders in Zeiten von harter Konkurrenz und Einbußen im Umsatz sehr positive Effekte haben.

Defizite im Bereich E-Commerce

Sogar Luxusmarken können eigene Defizite in der Vermarktung aufweisen, die sich auf den Umsatz langfristig auswirken. Besonders im Bereich Online-Marketing hatten viele Firmen Probleme, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Denn selbst eine legendäre Marke wie Rolex oder Breitling muss sich vermarkten und in heutigen Zeiten online Kanäle und Strukturen aufbauen.

Digitale, professionelle Vermarktung ist zweifellos passiert. Allerdings zu einem Zeitpunkt, in dem bereits viele Konkurrenten am Uhrenmarkt weit besser digital aufgestellt waren. Die Verspätung hat ohne Frage potenziellen Umsatz gekostet, den andere Luxusmarken - etwa Gucci oder Louis Vuittons - online lukrieren konnten. Besonders junge Zielgruppen konnten angesprochen werden, als Folge sind die Marken bei Menschen unter 30 trotz hoher Preise enorm populär.

2020 als Lehrjahr für zahlreiche Luxusuhrenhersteller

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einbrüche im Umsatz ist für die Branche zweifellos ein lehrreiches Ereignis, aus dem Rückschlüsse gezogen werden können. Die Krise deckt auf, was in den vergangenen Jahren falsch gemacht worden ist. Vor allem legen die Einbrüche offen, in welchen Feldern die Marken weit mehr tun hätten sollen. So hat die Covid 19-Phase zweifellos auch Vorteile, welche zu notwendigen Veränderungen führen werden.

Die Branche der Luxusuhren ist mit einem weltweiten Umsatz von circa 21 Milliarden Euro zweifellos nicht kurz davor, in der Versenkung zu verschwinden. Reputable Luxusuhren werden auch trotz Smartwatches und Co. ihren Platz in der Welt bewahren können. Dass die konservative Branche durch die starken Veränderungen im Jahr 2020 auch durch positive Effekte profitieren kann, ist absolut realistisch.

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