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Pflege

25.05.2020

Viele Senioren ziehen die häusliche Pflege Altenheimen vor

Eine junge Frau hält in einem Seniorenpflegeheim die Hände eines alten Mannes.
Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Der Wunsch, das eigene Zuhause und die vertraute Umgebung nicht verlassen zu müssen, ist bei vielen pflegebedürftigen Menschen groß. Sie wollen lieber eine häusliche Pflege in Anspruch nehmen als in ein Altersheim zu gehen. Heutzutage ist das meist gar kein Problem. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den zahlreichen Vorteilen, die sich aus einer häuslichen Pflege ergeben.

Die vertraute Umgebung steht für eine hohe Lebensqualität

Ein Hauptgrund dafür, dass viele Menschen eine häusliche Pflege in Anspruch nehmen, ist, dass sie ihre vertraute Umgebung nicht verlassen wollen. Sie kennen sich in ihren eigenen vier Wänden bestens aus und sind darin meist recht mobil. Während sie in unbekannten Gegenden auf eine Gehhilfe angewiesen sind oder sich direkt in einem Rollstuhl schieben lassen, kommen viele ältere Menschen in ihrem eigenen Zuhause also noch gut zurecht. Für sie bedeutet es somit ein großes Stück Lebensqualität, diese Vertrautheit nicht aufgeben zu müssen.

Das gilt insbesondere dann, wenn noch eine gewisse Mobilität gegeben ist. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, den Garten des eigenen Hauses zu nutzen oder sich im Hof des Mietshauses auf eine Bank zu setzen. Auch Gespräche mit Nachbarn sind in der häuslichen Umgebung immer noch möglich. Die älteren Menschen fühlen sich als Teil der Hausgemeinschaft und wollen diese familiäre Atmosphäre ungern verlassen. Deswegen ist es ihnen in vielen Fällen lieber, zu Hause gepflegt zu werden als in ein Altenheim zu gehen.

Die Freizeitgestaltung zu Hause gelingt flexibler

Ein weiteres Argument für die häusliche Pflege ist, dass die Betroffenen hier sehr flexibel sind und frei über ihre Freizeitgestaltung entscheiden können. Sie müssen keine Rücksicht auf andere Heimbewohner nehmen, sondern können ihren Lebensrhythmus ganz Ihren persönlichen Vorlieben gemäß führen. Hierdurch bewahren sie sich ein Stück Freiheit, die ihnen durch die Pflegebedürftigkeit bisher genommen wurde.

Ein typisches Beispiel hierfür ist die Auswahl des Fernsehprogramms. Senioren können in ihren eigenen vier Wänden jederzeit die Sendungen schauen, die ihnen gefallen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Lautstärke an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Wer schlecht hört, kann zum Beispiel auch spät abends problemlos mit einer höheren Lautstärke schauen, was in Altenheimen Personal und Bewohner stören könnte.

Eine häusliche Pflege ist häufig günstiger

Für die häusliche Pflege spricht weiterhin, dass sie meist geringere Kosten verursacht als das Wohnen im Altenheim. Die Betroffenen werden meist nicht rund um die Uhr betreut, sondern bekommen zu bestimmten Zeiten die Pflege, die sie benötigen. Außerdem helfen häufig Angehörige, ihnen den Alltag angenehm zu gestalten und bei Aufgaben wie dem Essen oder dem Waschen zu helfen. Somit müssen keine Pflegekräfte eingesetzt werden, die speziell für diese Aufgaben zuständig sind.

Auch sonstige Kosten fallen im eigenen Zuhause geringer aus. Das betrifft beispielsweise die Miete, aber auch die Nebenkosten. Immerhin wird in den eigenen vier Wänden meist sparsam mit Strom und Gas umgegangen. Zudem ist man nicht vom Verbrauch anderer Bewohner abhängig, sondern bezahlt nur für das, was man auch tatsächlich selbst nutzt. Das ist sowohl für die Betroffenen als auch für die pflegenden Angehörigen ein enormer Vorteil.

Folgende Kostenfaktoren können im Rahmen der häuslichen Pflege anfallen:

  • Treppenlift
  • Pflegebett
  • ambulanter Pflegedienst
  • Bad-Umbauten für eine erleichterte Körperpflege
  • Verbands- und Desinfektionsmittel
  • Patientenlifter

Umzüge stellen für viele ältere Menschen eine massive Belastung dar

Für viele ältere Menschen ist ein Umzug eine sehr unangenehme Vorstellung. Das liegt unter anderem daran, dass mit dem Wohnungswechsel sehr viele bürokratische Aufgaben verbunden sind. So muss eine Ummeldung stattfinden und es müssen die Verträge mit der Pflegeeinrichtung abgeschlossen werden. Oftmals erledigen das die Angehörigen, die Betroffenen bekommen diesen Aufwand zumeist aber dennoch mit. Anschließend ist es nötig, den eigenen Hausstand in Kisten zu packen und für den Umzug vorzubereiten. Häufig muss hier eine Menge aussortiert werden, da eine Wohnung in einem Altenheim kleiner ist als die Privatwohnung. All das bereitet sowohl körperliche als auch geistige Mühen.

Hinzu kommt, dass ein Umzug auch seelisch eine große Belastung darstellen kann. Die Betroffenen müssen sich von liebgewordenen Dingen verabschieden und ihre Wohnung Schritt-für-Schritt auflösen. Der tatsächliche Auszug ist meist eine sehr sentimentale Angelegenheit. Das gilt zumindest dann, wenn sich die Pflegebedürftigen in ihrem Zuhause immer wohlgefühlt und hier vielleicht über mehrere Jahrzehnte gewohnt haben. Traurigkeit ist dann keine Seltenheit. Diese kann eine zusätzliche Belastung darstellen. Deswegen sind viele daran interessiert, einen Umzug zu vermeiden.

Digitale Technologien helfen gegen Vereinsamung

Ein Hauptargument gegen die häusliche Pflege war bislang, dass sie Vereinsamung fördern könnte. Die Pflegebedürftigen sind ganz auf sich allein gestellt und kommen quasi nicht mehr aus ihrer eigenen Wohnung hinaus. Somit kreisen die Gedanken immer nur um die eigene Situation und um die Dinge, die man verloren hat. Sie fokussieren sich auf die Vergangenheit, statt die Gegenwart zu genießen. All das ist heutzutage weniger akut als noch vor einigen Jahren. Das liegt an den digitalen Technologien, die mittlerweile zur Verfügung stehen.

So besteht beispielsweise die Möglichkeit, Videochats oder Videotelefonie zu nutzen, um mit den Verwandten und Freunden in Kontakt zu bleiben. Selbst Menschen, die weit entfernt wohnen, können so kontaktiert werden. Außerdem besteht im Internet die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu schließen und an unterschiedlichen Gruppen teilzunehmen. Die Menschen können in ihren eigenen vier Wänden bleiben, ohne auf soziale Kontakte und gemeinschaftliches Miteinander verzichten zu müssen. Gerade diese Option macht es für viele reizvoll, nicht in ein Altenheim zu ziehen, sondern eine häusliche Pflege in Anspruch zu nehmen.


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