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Gesundheit

09.06.2020

Volkskrankheit Reflux: Wenn Magensäure zum Leiden führt

Etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung leidet an einem Stillen Reflux
Bild: Monique Wüstenhagen (dpa)

Moderne Lebensgewohnheiten wirken sich erheblich auf die Gesundheit der breiten Bevölkerung aus. Viele Beschwerden, die heute typisch für erwachsene Menschen sind, waren vor einigen Jahrzehnten noch seltene Diagnosen.

Eine der modernen Volkskrankheiten in Deutschland ist die Refluxkrankheit. Je nach Ausprägung und Diagnose auch als Stiller Reflux oder gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) bezeichnet. Betroffene Bundesbürger befinden sich damit in bester Gesellschaft. In allen modernen Volkswirtschaften ist die Refluxkrankheit auf dem Vormarsch. Ursächlich dafür sind die heutigen Lebensgewohnheiten. Wissenswertes über die Diagnose, die Therapiemöglichkeiten und die Folgen erklärt dieser Ratgebertext.

Jeder vierte Bürger betroffen

Eine genaue Definition, ab wann bei einer Erkrankung von einer Volkskrankheit gesprochen wird, gibt es nicht. Schätzungen gehen von bis zu 20 Millionen Personen in Deutschland aus, die entsprechende Beschwerden vorweisen. Etwa ein Fünftel bis ein Viertel der Bevölkerung leidet an einem Stillen Reflux oder GERD, der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Mit Sicherheit sind diese Erkrankungen als Volkskrankheit zu bezeichnen.

Laut der Fachseite Refluxgate offenbart sich die Krankheit durch den Rückfluss des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre. Passiert das wiederholt, treten früher oder später Beschwerden auf. Diese betreffen zunächst die Speiseröhre, in der Medizin als Ösophagus bezeichnet. Ärzte sprechen bei einer Reizung der Speiseröhre durch die Magensäure daher auch von einer Refluxösophagitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Ösophagus durch den wiederholten Reflux.

Beschwerden beim Atmen

Betroffene Personen bemerken die Krankheit nicht immer an einem Brennen in der Speiseröhre. Arglistiger, weil oft es viel später bemerkbar, ist der Stille Reflux. Er macht sich nicht durch unangenehmes Brennen im Ösophagus bemerkbar. Die Symptome sind nicht genau definierbar und sehr unspezifisch.

Leidet ein Mensch an einem Stillen Reflux, geht die Erkrankung meist mit Husten oder Schleimbildung im Mund-Rachenraum einher. Betroffene verwechseln den Stillen Reflux oft mit einer Grippe, gegen die es eine Impfung in Deutschland gibt. Ferner können auch Heiserkeit oder Schluckbeschwerden durch das Aufstoßen von Magensäure ausgelöst werden.

Diagnose gibt Sicherheit

Während bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit das untere Ende der Speiseröhre betroffen ist, entsteht das Problem beim Stillen Reflux am oberen Ende. Hier sitzt ein Muskel, der das Austreten von Magensäure in den Rachenraum verhindern soll. Ein Defekt an dem Schließmuskel kann ursächlich für die Beschwerden sein. Die Speiseröhre ist von widerstandsfähigen Schleimhäuten umgeben, der Rachenraum nicht. Daher reichen bereits kleine Mengen an Magensäure aus, durch den Stillen Reflux erhebliche Einschränkungen zu erfahren.

Ob eine Refluxkrankheit vorliegt, kann eine Messung der Magensäure bestimmen. Die Bestimmung erfolgt durch eine Sonde, die durch die Nase in den Rachen geschoben wird. Liegt der Wert bei wiederholten Messungen unter einem Wert von vier, ist die Diagnose Stiller Reflux gesichert.

Lebensgewohnheiten ändern

Auslöser für eine Refluxkrankheit und einem Stillen Reflux können identisch sein. Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen und falsche Ernährungsgewohnheiten spielen bei GERD eine erhebliche, beim Stillen Reflux eher eine untergeordnete Rolle.

Bis heute ist nicht abschließend erforscht, was einen Stillen Reflux auslöst. Mediziner raten dazu, die Lebensgewohnheiten anzupassen. Der Verzicht auf starkes Alkoholika ist ebenso empfohlen wie die Aufnahme säurehaltiger Lebensmittel. Kaffee von einem Barista, frittierte und gegrillte sowie stark gewürzte Speisen wirken sich ebenfalls auf das Ausmaß der Beschwerden aus.

Gute Erfahrungen machen Betroffene mit Medikamenten, die die Bildung von Magensäure einschränken. Bei manchen Erkrankten reicht die temporäre Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren aus, die Beschwerden zu senken. Da die Medikamente auch Nebenwirkungen haben, wird von einer dauerhaften Einnahme abgeraten.

Am Samstag geht es für den FC Augsburg gegen MTV Eintracht Celle. Bekannte Spieler gibt es hier nicht, dafür aber einen berühmten Kommentator.
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