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ADAC-Test: jede vierte Raststätte mangelhaft

Bild: hd/ck

München (dpa) - Sie kommen inkognito. Und die Tester des ADAC kommen zwei Mal, um Zufallsergebnisse zu vermeiden. Schon zum siebten Mal haben sie Autobahn-Rastanlagen geprüft, 60 Betriebe in sechs europäischen Ländern. Neben dem Dauerbrenner der mangelnden Toiletten-Hygiene war beim Raststättentest 2005 die Verkehrssicherheit ein herausragender Schwerpunkt. Spitzenreiter und Schlusslicht der Wertung sind jeweils deutsche Rastanlagen. 

München (dpa) - Sie kommen inkognito. Und die Tester des ADAC kommen zwei Mal, um Zufallsergebnisse zu vermeiden. Schon zum siebten Mal haben sie Autobahn-Rastanlagen geprüft, 60 Betriebe in sechs europäischen Ländern. Neben dem Dauerbrenner der mangelnden Toiletten-Hygiene war beim Raststättentest 2005 die Verkehrssicherheit ein herausragender Schwerpunkt. "Besondere Sorge bereitet uns die Sicherheit der Fußgänger", sagte ADAC-Vizepräsident Max Stich am Mittwoch in München.

"Als Fußgänger muss man gefahrlos vom Parkplatz zu allen Einrichtungen der Raststätte gelangen können", forderte der ADAC- Vize. "Das bedeutet klare Beschilderung des Geländes, eindeutige Vorfahrtsregelungen, sichere Gehwege sowie geschützte Spielplätze und Sitzgelegenheiten."

Doch die Realität sieht oft anders aus. Häufig gelange man nur ohne sichere Gehwege hinter parkenden Autos ans Ziel, und das gefährde vor allem die Kinder, erklärte Stich. Denn die kleinen Reisenden würden am leichtesten übersehen, wenn ein Auto rückwärts ausparke. "Ein erhebliches Sicherheitsrisiko sehen wir auch darin, dass vielfach Zebrastreifen fehlen, damit man als Fußgänger sicher die Fahrbahn zum Restaurant oder Spielplatz überqueren kann."

Auch im Hygiene-Bereich ließen viele Raststätten zu wünschen übrig. "In den Toiletten und auf den Wickeltischen lag ein Viertel der genommenen Keimproben im gesundheitsgefährlichen Bereich", sagte ADAC-Experte Robert Sauter am Mittwoch in München "Das ist alarmierend."

"Am meisten Probleme gab es auf den Toilettensitzen bei Damen", berichtete Sauter. "Es kann nicht sein, dass zu Spitzenzeiten vielleicht häufiger, aber immer nur mit demselben Lappen gereinigt wird", kritisierte ADAC-Vizepräsident Max Stich. Denn so würden Keime und Erreger nicht beseitigt, sondern allenfalls auf Wanderschaft geschickt. Weitere Kritikpunkte des ADAC sind überhöhte Essenspreise, zu wenig Vorsorge für die Sicherheit von Fußgängern und ungenügende Spielmöglichkeiten für Kinder.

Stich nannte das Testergebnis "insgesamt enttäuschend". Die Bestnote "sehr gut" wurde kein einziges Mal vergeben, nur fünf Anlagen wurden mit "gut" bewertet. Fast zwei Drittel der getesteten Betriebe schafften nur die Note "ausreichend", 15 fielen mit "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" glatt durch.

Mit der Raststätte Hegau Ost an der A 81 Stuttgart-Singen stellt Deutschland den Testsieger. In der erst ein Jahr alten Anlage überzeugten nach ADAC-Angaben vor allem das geschmackvolle Self- Service-Restaurant und das besonders freundliche Personal, aber bei der Verkehrssicherheit gebe es noch Nachholbedarf. In Deutschland wurden 30 Anlagen getestet, darunter 15 Autohöfe.

Mit der Raststätte Plötzetal Ost an der A 14 nördlich von Halle ging auch der Platz zwei an eine deutsche Anlage. Der Testverlierer liegt allerdings auch an einer deutschen Autobahn: Es ist die Raststätte Bad Bellingen West an der A 5 zwischen Freiburg und Basel. Die Zustände dort - unter anderem bei den sanitären Anlagen - seien eine Zumutung für jeden Gast, sagte Stich. Dies gelte auch für den auf den vorletzten Platz gekommenen Autohof Hengersberg bei Deggendorf an der A 3 Regensburg-Passau.

In der Gesamtbewertung, in der auch Service, Preise und anderes berücksichtigt werden, fiel jede vierte der getesteten Rastanlagen durch. Beim Einzelaspekt der Fußgänger-Sicherheit im Außenbereich wurden sogar 56 der 60 geprüften Anlagen mit "sehr mangelhaft" bewertet.

Schuld an der mangelnden Sicherheit der Fußgänger ist nach Ansicht des ADAC - zumindest in Deutschland - auch die komplizierte Rechtslage. Denn bei den deutschen Raststätten liege die Verantwortung für die Außenanlagen und damit für die Verkehrssicherheit nicht beim Betreiber, sondern beim Bund und dessen Behörden, erläuterte Stich. Denn das gesamte Außengelände gehöre rechtlich zur Autobahn und gelte als Bestandteil der Bundesfernstraßen.

"Das Dilemma - oder drastischer ausgedrückt: der Irrsinn - geht sogar so weit, dass es den Betreibern untersagt ist, in Eigenregie beispielsweise einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn aufzumalen", sagte Stich. Das dürfe aber auch der Bund nicht, denn Zebrastreifen seien nach der deutschen Rechtslage nur in geschlossenen Ortschaften zulässig. Der Bund und die Betreiber der Raststätten müssen nach Ansicht des ADAC nun rasch ihre Hausaufgaben machen - jeder in seinem Bereich.
"Wir haben keinen Einfluss auf die Außenanlagen", betonte auch Sprecher Peter Markus Löw von Tank & Rast, der Betreibergesellschaft der deutschen Autobahn-Raststätten. Man habe jedoch keine Anzeichen für eine erhöhte Unfallhäufigkeit. "Aber man muss ja nicht warten, bis etwas passiert." Wenn Verbesserungen möglich seien, müssten die auch zügig angegangen werden.

"Nur ein ausgeruhter Autofahrer ist auch ein sicherer Autofahrer", betonte Stich. Deshalb seien gute Raststätten wichtig. Im kommenden Jahr machen sich die Tester erneut auf den Weg.

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