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Auf die feine Tour - Luxustourer sind Dauerbrenner

Auf die feine Tour - Luxustourer sind Dauerbrenner
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Auf die feine Tour - Luxustourer sind Dauerbrenner
Bild: DPA

Essen (dpa/tmn) - Luxus ist derzeit nicht angesagt - Fahrzeuge gelten als zeitgemäß, wenn sie klein und sparsam sind. Trotzdem gibt es noch jene Menschen, die das Besondere suchen. Und das sind bei Motorrädern auch sogenannte Luxustourer.

Diese Zweiräder stellen nicht selten den Gegenwert eines ordentlich ausgestatteten Mittelklasse-Autos dar. Das Überraschende: Während auf dem Motorrad-Markt teils herbe Rückgänge zu verzeichnen sind, bleiben die Verkaufszahlen der Nobelbikes nahezu konstant.

Wie es aktuell bei den Verkaufszahlen aussieht, zeigt die Statistik des Industrie Verbandes Motorrad (IVM) in Essen. Demnach gingen im April die Neuzulassungen in nahezu allen Marktsegmenten merklich zurück. Bei Enduros wurde gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Rückgang um 15,94 Prozent registriert. Bei Supersportlern gab es ein Minus von 7,19 Prozent. Stabil zeigten sich nur zwei Bereiche: Die Chopper mit einem minimalen Plus von 1,85 Prozent sowie die Tourer und Luxustourer mit einem Minus von 0,42 Prozent - was in realen Zahlen 2616 Neuzulassungen und damit gerade einmal 11 Exemplare weniger als im April 2008 bedeutete.

Was einen Luxustourer ausmacht, zeigen die Klassiker des Segments - allen voran die legendäre Gold Wing von Honda. Seit 1975 hat der japanische Hersteller Reisemotorräder mit diesem Namen im Programm. Und die sind in den gut drei Jahrzehnten immer wieder etwas komfortabler und luxuriöser geworden. Als Antrieb kommt mittlerweile ein in der Motorradwelt einzigartiger Sechszylinder-Boxermotor mit 1,8 Litern Hubraum und 87 kW/118 PS zum Einsatz. Außerdem gibt es einen Rückwärtsgang, ein Bordradio oder auch beheizte Sitzflächen.

Im Basispreis von derzeit 28 300 Euro sind zumindest auf dem deutschen Markt nahezu alle Annehmlichkeiten enthalten. Als Extra gibt es nur noch ein Paket mit Navigationssystem und dem - in Motorrädern bisher ebenfalls einzigartigen - Airbag für rund 3000 Euro. Wer allerdings glaubt, es gebe nur eine Hand voll Menschen, die so viel Geld für ein Motorrad ausgeben, der irrt. "Die Verkaufszahlen in Deutschland liegen jedes Jahr zwischen 300 und 400 Exemplaren", erklärt Honda-Sprecher Aaron Lang in Offenbach.

Die aktuelle Gold Wing ist auch ein Beweis dafür, dass die Marktnische der Luxustourer abgekoppelt von schnelllebigen Modellwechseln funktioniert. So kam die Gold Wing in ihrer aktuellen Ausprägung bereits 2003 auf den Markt. Über einen Nachfolger wird noch nicht geredet.

Ähnlich sieht es bei BMW aus: Hier hat man mit dem Luxustourer K 1200 LT ein Modell im Programm, das bereits 1999 seine Premiere hatte. Quasi als Werksextra gibt es für die 85 kW/116 PS starke LT immer das 2350 Euro teure Premium-Paket. Zu dem zählen unter anderem eine Bodenbeleuchtung, Heizgriffe oder auch die Softtouch-Sitzbank. Aktueller Preis der LT: 22 900 Euro. Als Alternative bietet BMW den sportlichen Tourer K 1300 GT mit 118 kW/160 PS für 17 800 Euro an.

Ein absoluter Klassiker unter den Luxustourern sind die Modelle, die der US-Hersteller Harley-Davidson anbietet - vor allem jene mit der legendären Zusatzbezeichnung Electra Glide. "Aktuell gibt es fünf Tourer im Programm - zwei davon tragen die Bezeichnung Electra Glide", zählt Harley-Sprecher Rudi Herzig in Köln auf.

Als Flaggschiff gilt dabei die Ultra Classic Electra Glide mit typischer Lenkerverkleidung und Gepäckkoffern. Als Antrieb dient der traditionelle V2-Motor mit derzeit 1584 Kubikzentimetern Hubraum. Für den Komfort unterwegs sorgen unter anderem vier einstellbare Trittbretter. Es gibt eine elektrische Geschwindigkeitsregelanlage und auch ein Audio-System mit zusätzlichen Lautsprechern für den Beifahrer. Der Preis für die große Harley liegt bei 25 655 Euro.

Weil man aber den Klassikern und Legenden den Markt nicht allein überlassen will, versuchen immer wieder auch andere Hersteller, mit Luxustourern Kunden zu gewinnen. So bietet Triumph von der dreizylindrigen Rocket auch die Variante Touring mit spezieller Tourenabstimmung zum Preis von knapp 20 000 Euro an.

Und mancher versucht sogar, mit einer neuen Marketingstrategie eine Nische in der Nische der teuren Tourer zu finden: So hat man bei Kawasaki den 140 kW/190 PS starken Motor aus der ZZR 1400 genommen, ihn auf Drehmoment getrimmt und bietet ihn nun mit 114 kW/155 PS im Modell 1400 GTR an. Und weil es sich um einen extrem sportlichen Motor handelte, wird das Ganze nicht als Luxustourer vermarktet. Vielmehr verwendet Kawasaki in Friedrichsdorf für das 16 250 Euro teuer Zweirad Begriffe wie Mega-Sport-Touring oder meint sogar den Hyper-Touring-Sektor begründet zu haben. Bleibt die Frage, was der eher gelassene Touren-Fahrer von solchen Wortschöpfungen hält.

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