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Das Ding aus einer anderen Welt

Bild: gms

Ein Zehn-Zylinder-Motor mit 500 PS, von 0 auf 100 km/h in 4,2 Sekunden ein faszinierendes Design - der Lamborghini Gallardo ist ein Auto aus einer anderen Welt. Unser Mitarbeiter Ralf Högel hat den Supersportwagen getestet. Hier können Sie den kompletten Bericht lesen, und in unserem Autospecial finden Sie weitere Testberichte unserer Motor-Redaktion.

(rhö). Rund 6000 Umdrehungen liegen an, als der Lamborghini Gallardo im zweiten Gang jenseits Tempo 100 die enge 270-Grad-Kurve zur Autobahneinfahrt nimmt. Im Cockpit tönt es, als hinge eine Herde Kampfstiere direkt am Getriebe. Die ansonsten vollgasfeste Beifahrerin ringt ebenso um Fassung wie das serienmäßige ESP. Am Kurvenausgang heißt es für die Drosselklappen: Aufrecht stehen. Es bleibt rund eine Sekunde Zeit, dann hat das 500 PS starke V10-Aggregat die Drehzahlgrenze von 8000 U/min erreicht und ein metallisches Klicken quittiert den Gangwechsel in der offenen Schaltkulisse. Unmittelbar danach passiert der gelbe Donnerkeil Tempo 200, Augenblicke später tänzelt die Tachonadel jenseits der 300-km/h-Marke.

Eindrucksvoll untermauert der Gallardo mit dieser brachialen Leistungsdemonstration seinen Anspruch auf einen Spitzenplatz unter den schnellsten Supersportwagen der Welt. Dabei macht der Italiener nicht nur bei hohen Tempi Spaß ­- im Gegenteil, er lässt bereits im Stand das Herz höher schlagen. Es ist das Design, das fasziniert. Dieser Lamborghini ist auf das Wesentliche reduziert, auf schwülstige Stilelemente hat man bewusst verzichtet. Die Formensprache ist kühl, klar, aggressiv und weckt aus bestimmten Perspektiven Assoziationen an moderne Kampfjets.

Nüchternheit dominiert den Innenraum der nur 1,16 Meter hohen Flunder. Ein Highlight: die offene Schaltkulisse des Sechsgang-Getriebes. Ansonsten stammen viele Bedienelemente aus dem Großserienregal von Audi und wirken hier schlicht deplatziert. Wichtig für den Gallardo-Piloten: Die Sitzposition passt perfekt, die Ergonomie kann überzeugen. Allerdings: Die Übersichtlichkeit ist vergleichbar mit der eines Panzerspähwagens.

Steter Quell der Freude ist in erster Linie dieser geniale Mittelmotor mit seinen zehn Zylindern in 90-Grad-V-Anordnung, der schon im mittleren Drehzahlbereich Leistung satt bereitstellt und so spontan aufs Gas reagiert wie die südafrikanische Puffotter auf ihre Beute. Das infernalische Grollen, das bei den Testfahrten auf Landstraßen zweiter Ordnung in Österreichs Berg- und Seenwelt von den Felswänden widerhallt, verursacht selbst bei 36 Grad Außentemperatur Gänsehaut. Das manuelle Getriebe schaltet perfekt und erlaubt im Gegensatz zur Automatikversion beherzte Zwischengasstöße. Diese sind zwar unnötig, lassen aber das Blut in den Adern gefrieren.

Mit der langen Übersetzung der ersten Gänge ist der Gallardo allerdings weder für Stadtfahrten noch für Bergrennen prädestiniert, seine Domäne sind Autobahnen oder besser Rennstrecken. Hinzu kommt ein Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung, der im Grenzbereich für eine Untersteuertendenz sorgt. Diese Sicherheitsauslegung verhindert spektakuläre Driftwinkel. Rund 26 Liter Super Plus auf 100 Kilometer genehmigte sich der Gallardo im forschen Landstraßenbetrieb. Egal ­ denn die meisten Gallardos verbringen ihr Leben ohnehin in exklusiven Kreisen betuchter Sammler, eben dort, wo sich für banale Benzinpreisdiskussionen ohnehin kein Mensch interessiert.

Im  finden Sie weitere Testberichte unserer Motor-Redaktion.

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