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Der Kunde als unfreiwilliger Testfahrer neuer Modelle

Die Automobilhersteller bieten in immer kürzerer Zeit immer mehr Modelle an. Unangenehme "Nebenwirkung": Die Zahl der Rückrufe hat sich in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg riefen die Konzerne 2001 genau 113-mal neue Modelle wegen Sicherheitsmängeln in die Werkstatt zurück.

Von unserem Redaktionsmitglied Josef Karg, Augsburg

Kritik übt der ADAC: "Der Kunde der ersten Generation von Autos entwickelt sich immer häufiger zum unfreiwilligen Testfahrer für die Industrie", sagte ADAC-Sprecher Axel Arnold gegenüber unserer Zeitung. Und die offiziellen Rückrufaktionen seien sogar nur die Spitze des Eisbergs. In der Fachzeitung heißt es, dass die Zahl stiller Rückrufaktionen oder Werkstattaktionen sogar etwa "viermal so hoch" sei.

Bisweilen würden die entsprechenden Schäden nicht einmal unter die Garantieleistungen fallen, berichtete der ADAC-Sprecher. Zumal auch Dinge wie der Zeitverlust der Kunden nicht mitberechnet würden. Das technisch ausgereifteste Auto ist derzeit laut Arnold das Opel-Auslaufmodell Omega, das bereits seit zehn Jahren auf dem Markt sei. Wer einen Teil dieser Mängel entgehen will, sollte folgende Faustregel beachten: Je mehr Technik, umso mehr Probleme. Es gibt verschiedene Gründe für die Häufung der Defekte berichten TÜV und ADAC unisono: An erster Stelle stünden Kosten- und Zeitdruck sowie Fehler auf Grund der angestiegenen Modell- und Ausstattungsvielfalt. Die Hersteller hätten sich zudem viele Probleme vom Hals geschafft und Entwicklungsleistungen auf die Zulieferer verlagert. Stammten vor fünf Jahren nur die Hälfte der Wertschöpfung von Zulieferern, sind es inzwischen Branchenschätzungen zufolge bis zu 80 Prozent.

Die Betroffenen könnten unter dem hohem Zeitdruck entsprechende Bauteile nicht mehr ausreichend testen, erklärt Arnold. Dies gelte insbesondere für Elektronikkomponenten. Hinzu kommt, dass Hersteller für gestiegenen Leistungsumfang die Preise drückten und im Schnitt bis zu 30 Prozent weniger bezahlen.

Auch durch die Auslagerung von Entwicklungsarbeiten gibt es Qualitätsprobleme. Denn Zulieferer hätten bisweilen weder Tradition noch genügend Kompetenz, um diese im großen Umfang zu übernehmen, so Arnold. Zumal auch die Qualitätskontrolle nicht immer ausreichend funktioniert. Zulieferer hätten nach Meinung von Branchenexperten oft keine ausreichende Endkontrolle und Hersteller die Wareneingangskontrolle aus Kostengründen abgeschafft.

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