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Die kleinen Autos sollen der große Hit werden

Schon auf dem Pariser Autosalon im Sommer dieses Jahres waren sie eine der großen Attraktionen - kleine Autos, die mit dem Moped-Führerschein gefahren werden dürfen. Die Hersteller hoffen auf einen Absatzboom. Unter Verkehrssicherheits-Fachleuten sind die Fahrzeuge bislang allerdings umstritten. Vom 1. Februar des kommenden Jahres an können bereits 16-Jährige die entsprechende Fahrerlaubnis (siehe Nachgefragt) erwerben und dürfen dann "automobile Exoten" steuern. Dazu zählen die Kleinstwagen sowie drei- und vierrädrige Motorräder, die in der Szene Quads und Trikes heißen.

Von unserem Redaktionsmitglied Josef Karg, Augsburg

In anderen europäischen Ländern zeichnet sich nach Angaben der Winterthur-Versicherung bereits ein Trend zu den Minis ab: In Frankreich sind demnach bereits 140000 dieser Mikro-Autos unterwegs, in Spanien 40000. Hierzulande glauben Experten bislang nicht, dass viele Jugendliche die neuen Gefährte kaufen. Denn marken- und modebewusste Jugendliche wollen Freitagabend natürlich nicht mit solchen uncoolen Kunststoff-Kisten vor die Disco fahren. "Viel wahrscheinlicher ist, dass vor allem ältere Menschen und Senioren demnächst mit Tempo 45 über die Landstraßen fahren", sagt Geschäftsführer Dietmar Kothe vom bisher größten deutschen Vertreiber Kodi-Car.

Vor allem französische Hersteller wie Ligier, Chatenet oder Aixam wittern in Deutschland das große Geschäft. Ein Sprecher von Ligier beziffert dies auf jährlich rund 15000 Fahrzeuge. Etwa jedes dritte Leichtkraftfahrzeug in Deutschland wurde bislang von Kodi-Car verkauft. Ab Februar rechnet man auch hier mit einer - allerdings langsam - steigenden Nachfrage. "Ich denke, dass 2005 alleine wir 200 Fahrzeuge verkaufen", sagt Geschäftsführer Kothe. In den kommenden Jahren sollen es dann deutlich mehr werden. "Wir werden sieben Verkaufsstationen in Deutschland aufbauen", so Kothe über die Zukunftspläne des Unternehmens.

Der Einstiegspreis für einen Kleinstwagen liegt bei etwa 9500 Euro (Quads werden deutlich günstiger angeboten). Dafür ist der Unterhalt extrem billig. Ein solches "Auto" kostet keine Steuern und nur 93 Euro Versicherung. Experten schätzen, dass einschließlich der Fahrstunden rund 600 Euro für den Führerschein zu berappen sind.

Die neuen Kleinstwagen tauchten mit Beginn der Ölkrise Anfang der 70er Jahre auf. Es waren Fahrzeuge mit Stahlrohrrahmen und Kunststoff-Karosserie darüber und einem 50- Kubikzentimeter-Einzylinder-Zweitakter im Heck. Doch ihre Sicherheit ist bei Fachleuten höchst umstritten.

Der ADAC führte gerade erst einen Crashtest mit einem solchen Leichtmobil durch. Als Unfallgegner fungierte dabei ein Renault Twingo - von Bauart und Masse her nicht gerade der gefährlichste denkbare Kontrahent. Das Ergebnis war dennoch vernichtend: Fahrer von Leichtmobilen seien bei einer Kollision extrem gefährdet, heißt es. Die Belastungen auf den Körper des Dummys im Miniauto hätten im Ernstfall zu schwersten Verletzungen geführt. Der Testbericht:

"Die Karosserie des Testfahrzeugs zeigte beim Crash mit 40 Stundenkilometern eklatante Schwächen. Die Rahmenkonstruktionen des Vorderbaus und der Fahrgastzelle hielten der Belastung nicht stand. Dadurch reduzierte sich der Überlebensraum und das Getriebe drang in den Innenraum ein. Der Kopf des Fahrers schlug auf das um 10 Zentimeter in den Innenraum eindringende Lenkrad auf. Einzelteile wie Auspuff und Kraftstofftank lösten sich aus den Halterungen. Der Tankinhalt, beim Test aus Sicherheitsgründen Wasser, trat dabei aus. Bei einem wirklichen Unfall hätte das für zusätzliche Gefahr gesorgt."

Kodi-Car-Chef Kothe ist über den Test ziemlich verärgert: "Die haben nur ein Modell verwendet", kritisiert er. Nicht alle Fahrzeuge fallen seiner Ansicht nach sofort in Trümmer. "Das verspreche ich." Anderer Ansicht ist Anton Brunner, Leiter Unfallforschung der Winterthur-Versicherungen. Er fordert: "Die Sicherheit der Microcars muss verbessert werden - insbesondere, weil unerfahrene junge Lenker damit fahren dürfen."

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