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Junger Chic statt Senioren-Schaukel: Autos für Ältere

Junger Chic statt Senioren-Schaukel: Autos für Ältere
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Junger Chic statt Senioren-Schaukel: Autos für Ältere
Bild: DPA

Bonn/Stuttgart (dpa/tmn) - Manch ein Designer hat versucht, ein Senioren-Auto zu entwickeln. Die Konzepte mögen interessant gewesen sein. Allerdings: Kaum ein Senior möchte tatsächlich ein Senioren-Auto kaufen. Auch Ältere mögen es jugendlich, flott - und bequem.

Seit langem ist bekannt, dass das Durchschnittsalter immer weiter steigt. Und damit altert natürlich auch der durchschnittliche Autofahrer. Die Hersteller müssten nun verstärkt auf ältere Kundschaft setzen. Was sie auch tun, nur nicht offensiv - denn der alternde Kunde sieht sich selbst gar nicht als alt oder als Senior. Das gewählte Auto soll daher am liebsten Jugendlichkeit vermitteln. Dass unter dem Blech zunehmend elektronische Helfer auch die Fahrtüchtigkeit der Älteren verbessern und erhalten, wird dabei gern akzeptiert.

Wie wichtig das Thema Alter im Straßenverkehr wird, das zeigen unter anderem Angaben aus einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV): Demnach steigt der Anteil der Senioren ab 65 Jahren seit den frühen 90ern kontinuierlich. Er liegt aktuell bei etwa 19 Prozent. Im Jahr 2030 wird rund ein Viertel der Bevölkerung zu dieser Gruppe zählen, 2050 ist ein Drittel 65 oder älter.

Das Problem dabei ist, dass die typischen körperlichen Einschränkungen des Alters sich beim Autofahren immer mal wieder bemerkbar machen: Lässt sich der Kopf nicht mehr so einfach drehen, dann fällt das Einparken deutlich schwerer. Ist die Reaktionszeit nicht mehr ganz so flott wie in jungen Jahren, kann der Auffahrunfall womöglich doch nicht mehr verhindert werden. Ganz zu schweigen davon, dass sich auch das Einsteigen in einen engen Sportwagen etwas komplizierter gestalten kann.

"Meistens können solche Einschränkungen zum Beispiel durch die Wahl des Autos oder auch eine vorsichtige Fahrweise kompensiert werden", sagt Burkhard Gerkens vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Gleichzeitig weiß der DVR aber durch Aussagen älterer Fahrer auch, auf was diese Klientel bei der Wahl eines Autos Wert legt. Einen hohen Rang hat unter anderem ein vernünftiger Einstieg: Die Tür soll weit öffnen, der Sitz entsprechend hoch montiert sein. Anforderungen, die heute von vielen Autos erfüllt werden.

Ebenfalls gewünscht wird eine gute Rundumsicht - was allerdings von den Herstellern zunehmend durch kleine Fenster und dicke Blechsäulen verhindert wird. Weiter stehen Automatikgetriebe oder auch ein Bremsassistent auf der Wunschliste, eine Rückfahrkamera für das einfachere Einparken wird ebenfalls gern genommen.

Auf der anderen Seite wollen Ältere laut Gerkens aber eben kein ausgewiesenes Seniorenauto, sondern etwas Jugendliches und auch Schickes. Gerkens hält Modelle wie eine Mercedes A-Klasse für einen Kompromiss, der viele der Anforderungen erfüllt.

Bei dem Zulieferer Bosch hält man Einparkhilfen für ein immer wichtigeres Thema auch in Hinblick auf die ältere Zielgruppe. "Das wird eine der großen Sachen", so Bosch-Sprecher Stephan Kraus. Derzeit unterstützen solche Hilfen den Fahrer beim Manövrieren in die Parkbucht. In Zukunft ist es aber nicht unmöglich, dass die Arbeit ohne jegliches Zutun des Fahrers erledigt wird.

Laut Stephan Kraus wollen ältere Fahrer aber gar nicht alle Aufgaben an elektronische Helfer abtreten. Der Bosch-Mann sieht die Zukunft daher auch eher in Systemen, die den Fahrer mehr oder minder unauffällig unterstützen und ihn vor Fehlern warnen. Beispiele dafür sind aktuelle Systeme, die beim Überholversuch darauf hinweisen, dass von hinten auf der Autobahn gerade ein schnelleres Fahrzeug heranrauscht und der Überholversuch keine gute Idee ist.

Auch der Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sieht die "kleinen Helferlein" als wichtiges Element für den nicht mehr so blutjungen Autokäufer - vom Abstandswarner über das automatische Bremsen in Notsituationen bis hin zum Spurhalte-Assistenten. Solche Fahrzeugsicherheit für ältere Fahrer sei einer der ganz großen Trends auf dem Automarkt. In 15 bis 20 Jahren wird es nach der Prognose des Experten Autos geben, die teilweise autonom reagieren und manches Manöver vornehmen, zu dem der greise Insasse selbst nicht mehr so recht in der Lage ist.

Laut Dudenhöffer sind die Autohersteller ohnehin gut beraten, wenn sie sich mit der Zielgruppe intensiver beschäftigen. Nicht nur weil deren Zahl wächst: "Ältere Menschen haben oft mehr Geld, kaufen auch mehr Autos." Und sie kaufen nicht irgendwelche Wagen: "Je teurer ein Auto, desto älter die Zielgruppe." Die Marken mit den im Schnitt ältesten Käufern sind nicht etwa Opel, Mazda oder Mercedes. Es sind Maybach und Bugatti, deren Kundschaft laut Ferdinand Dudenhöffer durchschnittlich 64,4 beziehungsweise 62 Jahre alt ist.

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