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Kein Leichtgewicht: Der neue Luxus-Audi

Bild: AZ

"Vorsicht, hier dürfen Sie nicht fotografie-ren!" Christoph Domke, der den Karosseriebau bei Audi in Neckarsulm leitet, macht es spannend. Der Autohersteller gewährt erstmals einer Gruppe von Journalisten intime Einblicke in seine Autofabrik. Denn hier wird der A8, die neue Luxuslimousine von Audi, hergestellt. Im September wird sie beim Autosalon in Paris offiziell präsentiert.

Von unserem Redaktionsmitglied Josef Karg

Welche Überraschung: In der Karosserie-Fertigung ist es fast so still wie in der Kirche. Und es wimmelt von Robotern, die unermüdlich ihre Arbeit tun. Insgesamt 135 - die meisten davon vom Augsburger Hersteller Kuka - schweißen, nieten und setzen die silbernen Aluminiumteile zusammen. 85 Prozent der Karosserie wird mittlerweile von den Maschinen gefertigt. Beim alten A8 waren es anfangs noch weniger als 15 Prozent, der Rest war Handarbeit.

Braucht man hier überhaupt noch Menschen? Audi-Ingenieur Domke nickt. Doch das Berufsbild habe sich geändert. Aus Schweißern seien Computerfachleute geworden. Spezielle Umschulungen machten es möglich, dass die Mitarbeiter heute Roboter programmieren können. Ein anderer Teil der Belegschaft wurde in die Montage verlegt, was nicht von allen Betroffenen mit Begeisterung aufgenommen worden sein soll.

Insgesamt 1400 Menschen sind mit der Herstellung des Audi-Flaggschiffs beschäftigt, das noch in diesem Jahr zunächst in zwei Varianten mit 280 und 335 PS angeboten wird. Über dem Preis hängt noch der Mantel des Schweigens. Er dürfte beim Einsteigermodell knapp unter 60000 Euro liegen.

Jetzt, kurz vor Beginn der Serienproduktion, wird in der riesigen Werkhalle noch an Feinheiten gefeilt. Nur sechs Fahrzeuge laufen derzeit täglich vom Band. Im Spätherbst, wenn das neue Modell auf den Markt kommt, sollen es über 100 werden. Es sind ganz besondere Verfahren, die Audi am Standort Neckarsulm im zurückliegenden Jahrzehnt entwickelt hat. Denn hier werden nicht wie üblich Autos aus Stahl, sondern aus Aluminium gebaut.

Die Idee, Fahrzeuge mit diesem leichteren Werkstoff herzustellen, reicht schon viele Jahrzehnte zurück. Bereits 1913 realisierte die Audi-Vorgängerfirma NSU mit dem 8/24 einen Wagen, dessen Karosserie komplett aus Aluminium bestand. Weil die Fahrzeuge immer schwerer wurden, entdeckte der frühere Audi-Chef Ferdinand Piëch in den 80er Jahren den leichten Werkstoff wieder, der unter anderem einen geringeren Spritverbrauch versprach. Nach jahrelanger Forschungsarbeit stellte Audi beim Genfer Automobilsalon 1994 den ersten A8 mit einer bis heute einzigartigen Vollaluminium-Karosserie vor.

Mit dieser neuen Technologie gelang dem Konzern auch der Sprung in die Luxusklasse und er konnte sich endgültig als ernst zu nehmender Konkurrent von Mercedes und BMW etablieren.

Abstand halten mit Radar

Einige Jahre später kam dann mit dem A2 das erste Großserienauto aus Aluminium. Obwohl man es bei Audi abstreitet - das Modell ist bisher eher ein Flop. Profitiert von den Erfahrungen mit dem A2 hat jedoch der neue Luxus-Audi. Zwischen 20000 und 30000 Fahrzeuge hofft der Autohersteller jährlich zu verkaufen. 300 Millionen Euro an Investitionskosten müssen erst mal hereinkommen.

Verkaufsargumente bietet eine raffinierte Technik: So kann der neue A8 beim Abbiegen um die Ecken leuchten, erkennt den Fahrer am Fingerabdruck und hält mittels Radar - wenn gewünscht - automatisch den richtigen Abstand zum vorherfahrenden Auto. Gestartet werden kann er per Knopfdruck und die Handbremse löst sich automatisch. Nur eines ist das Fahrzeug trotz Leichtbauweise nicht - leicht. Auf Grund neuer Komfort- und Sicherheitselemente ist es mit 1780 Kilogramm sogar 50 Kilo schwerer als das Vorgängermodell.

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