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Kraftprotze und schicke Spaßbikes

Bild: Werk

Lange haben Eis und Schnee die Startlöcher der Motorradfahrer verstopft. Nachdem der Rekordwinter endlich vorbei ist, werden nun die Eisenpferde aus dem Stall geholt. Raus aus den Verkaufsräumen der Motorradhändler wollen auch die neuen Modelle, die schon sehnsüchtig auf Interessenten warten. Die Sortimente des Jahrgangs 2006 haben wieder einiges zu bieten: Ehrfurcht gebietende Kraftprotze, an Sicherheit und Komfort orientierte Vernunftmotorräder, schicke Spaßbikes und zeitlose Klassiker, die nach wie vor ihren Platz in der Typenvielfalt behaupten.

Gemeinsame Entwicklungstendenzen betreffen vor allem die Motortechnik: Alle neuen Motorräder haben mittlerweile Viertakt-Triebwerke. Seit 1. Januar 2006 ist für neue Modelle die Schadstoffnorm Euro 3 obligatorisch, deren Grenzwerte nur noch mit elektronischen Benzineinspritzungen zu erreichen sind. Da ab 2007 jedes neu zugelassene Motorrad die Euro-3-Norm erfüllen muss, wird bereits das Ende einer Ära im Motorradbau eingeläutet: die des Vergasermotors.

Die wichtigsten Innovationen des Jahrgangs 2006 teilen sich in die Bereiche Komfort/Ergonomie, Sicherheit und Design. Verstellmöglichkeiten von Sitzbank, Lenker und Verkleidungsscheibe bieten eine individuell angepasste Sitzposition. In puncto Sicherheit sind Bremsen mit Anti-Blockier-System (ABS) bei einigen Motorradgattungen bereits unverzichtbares Ausstattungsmerkmal. Mit Ergonomiepaket und optionalem ABS entspricht die Honda CBF 600 S genau den Wünschen vieler Spät- und Wiedereinsteiger. Sie wurde auf Anhieb zum meistverkauften Motorrad 2004.

Im Vorjahr zog Suzuki mit der Bandit 650 nach, und für die neue Saison schicken sich die beiden Hersteller an, das Erfolgsrezept von der Mittelklasse auf Bigbikes zu übertragen: Mit der CBF 1000 bekommt Hondas erfolgreiche 600er eine große Schwester, die mit einem auf 98 PS zurechtgestutzten Motor des Renners Fireblade für 7990 Euro Vernunft zum attraktiven Preis bietet. Suzuki peppt an seinem Dauerbrenner Bandit 1200 Fahrwerk und Frontdesign auf, eine höhenverstellbare Sitzbank und ABS gibt es serienmäßig. In der Bandit, die als klassisches Nakedbike oder mit sportlicher Halbschale (S-Version) angeboten wird, arbeitet noch der traditionelle luft- und ölgekühlte Vergasermotor. Ab 7850 Euro gibt es beim Suzuki-Händler viel Motorrad für wenig Geld. Yamaha sorgt für ein anderes Highlight beim Fahrkomfort: Der große Sporttourer mit der Bezeichnung FJR 1300 AS wird mit einem halbautomatischen Getriebe ausgestattet, das ohne Kupplungshebel auskommt. Die Elektronik kuppelt selbstständig bei einem Gangwechsel, den der Fahrer wahlweise mit dem linken Fuß oder mit zwei Tasten am linken Griff vornehmen kann.

Bei den Supersport-Motorrädern setzt sich der Leistungswettlauf der vier großen japanischen Marken Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha unter dem Motto "mehr PS bei weniger Gewicht" weiter fort, wenn auch mit verringerter Dynamik. 2006 stand für die Ingenieure aus Fernost im Vordergrund, bei der Umsetzung der Euro-3-Norm Leistungseinbußen zu vermeiden. Yamaha gelang sowohl in optischer als auch technischer Hinsicht eine spektakuläre Neuauflage der R6. Das markante Design besticht zum einen durch die Frontpartie mit dem großen Ansaugschlund und der zwischen den Scheinwerfern hervorguckenden Nase und zum anderen durch die filigrane Form des Hecks. Phänomenale Drehzahlen ermöglicht das geänderte Motorenlayout mit dem ultrakurzen Hub: Die Höchstleistung von 127 PS steht bei 14 500 Umdrehungen an, der rote Bereich beginnt erst bei 17 500 Touren.

Mit der ZZR 1400 überflügelt Kawasaki den 175 PS starken Platzhirsch Suzuki Hayabusa: 190 PS sind nun der neue Leistungs-Spitzenwert. Die 300-km/h-Marke wäre mit dieser Highspeed-Rakete kein Problem. Wegen der freiwilligen Selbstbeschränkung der Hersteller soll das neue Langstreckenfahrzeug jedoch kurz vorher abregeln. Kawasaki verspricht mit der ZZR 1400, die im Mai zu den Händlern kommen soll, auch neue Maßstäbe in puncto Fahrkomfort und Beherrschbarkeit.

Abgesehen von Leistung, Technik und Sicherheit setzen alle Anbieter stark auf Emotionalisierung. Dies mündet zum einen in immer neue Designideen, die beispielsweise erstaunliche Kreationen der Auspuffanlage hervorbrachten - hochgezogene Anlagen mit "under seat" verlegten Schalldämpfern oder kurze, mächtige Auspufftöpfe in Stummelform liegen im Trend. Zum anderen erfolgt aber auch eine Rückbesinnung auf vergangene Zeiten: Die Retrowelle hat auch die Motorradindustrie ergriffen. Ducati präsentiert mit der "Sport Classic" gleich eine ganze Baureihe. Das Basismodell Sport 1000 hält sich optisch an die Ducati-Sportler der frühen 70er-Jahre, technisch ist sie dagegen ihrer Zeit sogar voraus: Das unverkleidete Retro-Modell wiegt nur 179 Kilo trocken und ist die erste Ducati mit G-Kat und Lambdaregelung. Das Sondermodell Paul Smart unterscheidet sich durch eine eiförmige Halbschale und Fahrwerkskomponenten vom Nobelzulieferer Öhlins.

Bei den Choppern und Cruisern lässt Suzuki mit der Intruder M 1800 R ein neues Flaggschiff antreten. Der mit nominell 125 PS "stärkste V-Twin-Cruiser, der je gebaut wurde", ist mit Technik aus der Rennsportabteilung ausgestattet. Die zu Harley-Davidson gehörende Marke Buell will mit der Ullysses für Furore sorgen - einer Mischung aus Enduro, Supermoto und Sportler. Das Buell-typische leichte Handling durch die kompakte Bauweise mit kurzem Radstand soll bisherige Fahrer von Reiseenduros und Tourenbikes anlocken.

Moto Guzzi auf Höhenflug

Zu einem Höhenflug setzt die Traditionsmarke Moto Guzzi an. Die im Vorjahr gestartete neue 1100er-Motorengeneration bescherte den Italienern schon beträchtliche Verkaufserfolge. Mit der Norge 1200 stellt Moto Guzzi nun einen ernst zu nehmenden Herausforderer für die großen Reisetourer BMW RT 1200, Honda PanEuropean und Yamaha FJR 1300 auf die Räder. Christian Dany

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