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Fußbodenheizung: Wohlige Wärme von unten

Fußbodenheizsysteme sind übliche Heizungen, durch deren Rohre Wasser fließt.
Bild: Nestor Bachmann
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Fußbodenheizungen sorgen für eine angenehme, gleichmäßige Raumwärme von unten. Es gibt aber unterschiedliche Systeme: die Heizung und die Temperierung.

Wie unterscheiden sich die beiden Systeme?

„Generell gibt es keinen großen Unterschied zwischen Fußbodenheizung und Fußbodentemperierung“, erklärt Axel Grimm vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen. Beide Systeme sind moderne Flächenheizungen, die die Strahlungswärme gleichmäßig verteilen. Dadurch werde eine zugfreie Wärme an die Umgebung abgegeben. „Mit Fußbodentemperierung ist umgangssprachlich meist der nachträgliche Einbau einer elektrischen Fußbodenheizung gemeint“, erklärt Grimm. Aber es kursieren unterschiedliche Bezeichnungen. Frank Hartmann vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie erläutert: „Rein technisch bedeutet der Begriff Flächentemperierung, eine definierte Fläche thermisch zu aktivieren, also zu temperieren, um Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden, oder um einen Frostschutz sicherzustellen.“

Wo kommen sie zum Einsatz?

Flächenheizungen gibt es in allen Gebäudearten – in Wohn-, Büro- oder Industriegebäuden. Egal, ob wassergeführt oder elektrisch betrieben, beide Systeme eigenen sich zur Beheizung und Kühlung. Wassergeführte Systeme haben sich für die großflächige Beheizung etabliert, betont Grimm. Die Fußbodentemperierung werde eher in Nebenräumen wie Bädern und Wintergärten eingesetzt. In Häusern mit extrem niedrigem Energieverbrauch eigenen sich die Elektroheizungen in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage sogar als Vollhausheizung.

Vor- und Nachteile

Fußbodenheizsysteme sind übliche Heizungen, durch deren Rohre Wasser fließt. In der Regel ist ihre Installation daher aufwendiger als die einer elektrischen Heizung. „Durch die mittlerweile existierende Bandbreite an Lösungen und Systemen gibt es aber nahezu für jedes Bauvorhaben ein geeignetes Flächenheizsystem“, sagt Grimm. Elektrische Systeme eignen sich aufgrund ihrer niedrigen Aufbauhöhe als Zusatzheizung – beispielsweise im Bad oder zum nachträglichen Einbau im Zuge von Renovierungen. „Sie sind besonders dort komfortabel, wo schnell, aber nur zu bestimmten Zeiten am Tag Wärme benötigt wird“, sagt Michael Muerköster von der Initiative Wärme+.

Anders als wassergeführte Systeme, die manchmal etwas träge sind, lassen sich elektrische Systeme schnell an- und ausschalten. Auch ihre Installation ist unkompliziert. „Es müssen keine Rohre verlegt werden. Die flachen selbstklebenden Heizmatten mit den eingewebten Heizleitern werden direkt unter die Fliesen in die Ausgleichsmasse verlegt“, erklärt Muerköster. Dennoch sollten Eigentümer genau abwägen, ob für ihr Haus eine elektrische Heizung infrage kommt, meint Hartmann. „Elektrische Energie ist eigentlich zu wertvoll, um sie zu verheizen. Wird die Heizung aber nicht in mehreren Räumen und über eine längere Zeit benötigt, kann eine dezentrale Fußbodentemperierung sinnvoll sein.“

Welches System kostet im Betrieb weniger?

„Für den Dauerbetrieb ist natürlich die Fußbodenheizung günstiger“, sagt Muerköster. Sie braucht geringe Vorlauftemperaturen und damit wenig Energie, die oft aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird.

Die Elektroenergie für die Fußbodentemperierung ist meist teurer – oft kommt dieses System aber nur punktuell zum Einsatz. „Die Thermostate lassen sich so programmieren, dass sie jeden Tag die gewünschte Solltemperatur erreichen“. Man könne sie exakt auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen. Auch eine Kombination beider Systeme kann sinnvoll sein. „Im Frühjahr und Herbst, wenn die Außentemperaturen so hoch sind, dass die wassergeführte Fußbodenheizung zu viel ist, kann die elektrische Zusatzheizung sehr komfortabel sein.“

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