1. Startseite
  2. Themenwelten
  3. Bauen & Wohnen
  4. Gaspreise im Vergleich des Bundeskartellamts

Bauen & Wohnen

Anzeige

Gaspreise im Vergleich des Bundeskartellamts

Bild: DPA

Hamburg (dpa/AZ) - Der bundesweite Gaspreisvergleich durch das Bundeskartellamt ist bei Verbrauchern auf gewaltiges Interesse gestoßen. Das Informationsbedürfnis war so groß, dass am Donnerstag die Homepage des Kartellamtes zusammenbrach. Bei uns können Sie die Listen weiterhin einsehen.Huber will Tarife prüfen Energie der ZukunftForum zum Gaspreis 

Hamburg (dpa/AZ) - Der bundesweite Gaspreisvergleich durch das Bundeskartellamt ist bei Verbrauchern auf gewaltiges Interesse gestoßen. Das Informationsbedürfnis war so groß, dass die Homepage des Kartellamtes zusammenbrach. Bei uns können Sie die Listen weiterhin einsehen:

"Wir werden künftig in regelmäßigen Abständen eine aktualisierte Liste mit bundesweiten Gaspreisvergleichen im Internet veröffentlichen", sagte Kartellamts-Sprecherin Irene Sewczyk der dpa. Nächstes Abfragedatum sei der Stichtag 15. Februar. Die Bonner Behörde hatte eine Liste mit den Gaspreisen von 739 Gasversorgern zum Stichtag 15. November 2006 veröffentlicht.

Die regionalen Preisunterschiede sind bei Verbraucherschützern auf Kritik gestoßen - besonders im Süden zahlen die Verbraucher mehr für Gas als anderswo. "Man muss sich einmal vorstellen, was los wäre, wenn in Passau die Milch doppelt so teuer wäre wie in Hamburg", sagte der Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Holger Krawinkel, in Berlin. Der Vergleich, der Preisdifferenzen von bis zu 58 Prozent ergab, unterstreiche, dass mehr Wettbewerb notwendig sei. Für die Kunden sei die Transparenz selbst nach diesem Vergleich schwierig, da die einzelnen Bestandteile der Preiskalkulation weiter unklar seien, sagte Krawinkel.

Die starken Unterschiede seien auch deshalb kaum zu verstehen, da ein großer Anteil der Preise für alle Anbieter identisch sei, sagte Krawinkel. "Der Beschaffungspreis macht allein mehr als die Hälfte aus, ein Viertel sind Steuern und Abgaben." Im verbleibenden Viertel des Gesamtpreises seien derart große Differenzen auch nicht damit zu rechtfertigen, dass es regional etwa unterschiedliche Verlegekosten für die Leitungen gebe. "Da zeigen sich dann eher unterschiedliche Margen", erläuterte der Experte.

Beim bundesweit zweitgünstigsten Anbieter, den Stadtwerken Wülfrath (Kreis Mettmann), werden für 20 000 Kilowattstunden (kWh) 979 Euro berechnet. "Unsere Preise sind messerscharf kalkuliert", sagte Geschäftsführer Harald Roedenbeck. Als hundertprozentige Tochter der Stadt müsse man nicht die Wünsche von Aktionären bedienen und nach einem Gewinnmaximierungsprinzip arbeiten.

Bei den Stadtwerken Altena im Sauerland, mit 1258 Euro für 20 000 kWh in Nordrhein-Westfalen der teuerste Anbieter und deutschlandweit auf Platz 703, sagte Regulierungsmanagerin Sandra Vigna: "Schön ist das sicher nicht, dass wir soweit hinten liegen". Man wisse allerdings nicht, ob andere Versorger Sondertarife angegeben hätten. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass durch die gebirgige Landschaft die Wartungskosten für das Gasnetz weitaus höher ausfallen als in anderen Regionen.

Der Energie-Einkäufer der Stadtwerke Soltau, die den Spitzenplatz bei einem Jahresverbrauch bis 7000 kWh erzielten, unterstützte diese Argumentation. Versorger im oft dünn besiedelten und kaum gebirgigen Norden hätten gegenüber dem Süden klare Kostenvorteile bei der Netzinfrastruktur, sagte Thomas Neugebauer. "Preise sind deshalb eigentlich nur von Anbietern in der gleichen Strukturklasse vergleichbar".

Der Saarbrücker Energieexperte, Uwe Leprich, sagte, die Veröffentlichung des Preisvergleichs übe zwar einen gewissen Druck auf die Unternehmen aus. "Der Druck über die Medien und die Politik reicht aber nicht aus, um tatsächlichen Wettbewerb zu schaffen. Die Verbraucher können trotzdem nicht wechseln".

Die im Preisvergleich (bei 20 000 kWh) bundesweit führenden Städtischen Werke Magdeburg begründeten ihre günstigen Preise mit frühem Einkauf und langfristigen Verträgen. "Wir haben die Kontrakte vor mehr als zwei Jahren geschlossen. Damals lagen die Ölpreise, an die die Gaspreise gekoppelt sind, wesentlich günstiger", sagte Geschäftsführer Winfried Schubert. Zusammen mit Instituten am Bankplatz London seien klare finanzielle Konditionen festgelegt und abgesichert worden. "Mit deutschen Banken war das damals nicht möglich", sagte Schubert.

Ein bunt bepflanztes Beet kommt vor einem passenden Zaun gleich viel besser zur Geltung.
Sichtschutz im Garten

Hecke, Zaun oder doch lieber Mauer?

Das könnte Sie auch interessieren