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Nebenkosten-Schock trifft viele Mieter

Alle Jahre wieder flattert Mietern und Besitzern von Eigentumswohnungen die Nebenkostenabrechnung ins Haus. Wer den Bescheid für 2005 noch nicht erhalten hat, muss sich zum Jahresende auf einen Schock gefasst machen, denn die Energiepreise sind explodiert und auch andere Kosten deutlich gestiegen.

Von unserem Redakteur Klaus Köhler, Augsburg

Grundsätzlich gilt: Der Mieter muss nur dann Nebenkosten zahlen, wenn das im Mietvertrag vereinbart ist. Ausnahme sind verbrauchsabhängige Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom. Insgesamt 17 verschiedene Posten sind in der gültigen Betriebskostenverordnung aufgelistet.

Üblicherweise verlangt der Vermieter zusammen mit der Miete eine monatliche Nebenkostenvorauszahlung, die in etwa die zu erwartenden Kosten abdeckt. Spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums - in der Regel das Kalenderjahr - müssen die Nebenkosten aufgeschlüsselt werden. Trifft die Nebenkostenabrechnung für 2005 also nicht bis zum 31. Dezember ein, braucht der Mieter normalerweise keine Nachzahlungen mehr zu leisten. Er kann aber seinerseits noch bis Ende 2007 eine Abrechnung für das Jahr 2005 fordern und zu viel gezahlte Nebenkosten zurückverlangen.

Die meisten Mieter müssen aber mit Nachforderungen rechnen, und das auch bei der nächsten Abrechnung für 2006. Grund sind die extrem gestiegenen Energiekosten. "Das lässt sich auch durch sparsames Heizen und weniger Wasserverbrauch kaum noch auffangen", sagt Ulrich Ropertz. So stiegen 2005 die Heizölpreise um 32 Prozent. Erdgas wurde zwar nur um 10,5 Prozent teurer, doch dafür gab es in diesem Jahr mehrere kräftige Preiserhöhungen bei vielen Gasversorgern.

"Immer wichtiger wird deshalb der Energiebedarf der Gebäude", sagt Ropertz. Der Mieterbund setzt deshalb große Hoffnungen auf den Energieausweis, "der 2007 sicher kommen wird". Daraus wird der Energiebedarf vermieteter Häuser und Wohnungen ersichtlich. Ropertz: "Wir raten aber schon jetzt, bei der Wohnungssuche nicht nur auf Miethöhe, Lage und Ausstattung, sondern auch auf den Energiebedarf zu achten." Ein Blick in die Nebenkostenabrechnung des Vormieters kann dazu hilfreich sein.

Der Mieter hat allerdings auch künftig keinen Einfluss darauf, zu welchem Preis Heizöl eingekauft wird. Generell ist der Vermieter zwar zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet, aber er muss nicht das billigste Angebot wählen und darf entscheiden, wann er den Tank füllen lässt - auch wenn das Öl dann besonders teuer ist.

Einen Anhaltspunkt dafür, wie hoch die Betriebskosten sein dürfen, bietet der Betriebskostenspiegel des Mieterbunds. Ab morgen steht die neueste Fassung mit den Daten des Abrechnungsjahres 2005 zur Verfügung. Darin sind die wesentlichen Durchschnittswerte aufgelistet, ergänzt durch einen "kritischen Grenzwert". Es gibt auch einen Betriebskostenspiegel mit den Werten für Bayern - allerdings noch nicht mit den Daten aus 2005.

Mitglieder können ihre Betriebskostenabrechnung vom örtlichen Mieterverein überprüfen lassen. Dort ist auch eine Broschüre "Die zweite Miete" (fünf Euro) erhältlich. Erstberatung telefonisch unter der Nummer 09 00/1 20 00 12 (zwei Euro/Minute). Den Betriebskostenspiegel gibt es kostenlos im Internet unter www.mieterbund.de

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