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Atemwegserkrankungen: Wenn die Luft wegbleibt

Dr. Britta Welzenbach, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpneumologie und Allergologie.
Bild: KJF, Carolin Jacklin

Asthma, Pseudokrupp, Allergien, Husten - Atemwegserkrankungen gibt es viele. Therapiert werden sie im Krankenhaus für Kinder und Jugendliche am Josefinum.

Plötzlich keine Luft mehr zu bekommen, ist äußerst beängstigend, aber gar nicht so selten. Die Ursache sind meist Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Pseudokrupp-Anfälle - abzugrenzen davon sind einige seltenere Krankheiten. Das Krankenhaus für Kinder und Jugendliche am Josefinum bietet hier Behandlungsschwerpunkte. „Die meisten unserer jungen Patienten leiden unter Husten durch verengten Bronchien beziehungsweise Asthma“, erklärt Oberärztin Dr. Britta Welzenbach, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpneumologie und Allergologie. Von letzterem sind etwa zehn bis zwölf Prozent aller Kinder betroffen. Auslöser können Allergien, Infekte, körperliche Belastung oder Kälte sein.

Mittels moderner Diagnostik, zu der unter anderem ein Lungenfunktionstest, eine NO-Messung, ein Allergietest sowie Röntgen und - in ausgewählten Fällen auch eine Bronchienspiegelung - gehören, werden Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen abgegrenzt. „Nach Möglichkeit greifen wir hier auf bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse niedergelassener Ärzte zurück, welche die Kinder zu uns überweisen“, sagt Dr. Welzenbach.

Verschiedene Therapien

Danach wird ein Behandlungsplan erstellt und bei Bedarf eine Langzeittherapie eingeleitet, um die permanente Entzündung zu reduzieren. Wenn es sich um allergisches Asthma handelt, das oft mit Heuschnupfen einhergeht, wird zusätzlich häufig eine Hyposensibilisierung durchgeführt. „Sie ist die einzige Therapie, welche die Auslöser von Asthma bekämpft und die dauerhafte Medikamentengabe reduzieren kann.“

Manchmal verursacht ein nicht entdecktes Asthma eine Lungenentzündung, eine weitere häufige Atemwegserkrankung bei Kindern. „Deshalb ist es oft sinnvoll, erkrankte Kinder auf Asthma zu untersuchen“, so die Fachärztin. Meist lösen jedoch Viren oder Bakterien Lungenentzündungen aus. Diagnostiziert wird dies durch eine klinische Untersuchung, sowie ergänzend auch eine Röntgen- und Blutuntersuchung. Leichtere Fälle können ambulant mit Antibiotika behandelt werden, schwerere zum Beispiel mit begleitender Rippfellentzündung werden stationär aufgenommen.

Lungenentzündungen und Asthma werden auch mittels Schweißtest und gegebenenfalls molekulargenetischer Untersuchung von der Mukoviszidose abgegrenzt. Je früher man diese nicht heilbare Erbkrankheit bei der Lungengewebe zerstört wird, diagnostiziert, umso besser. Deshalb wird das Neugeborenen-Screening künftig um einen Mukoviszidosetest erweitert werden. Regelmäßige Untersuchungen und Therapiesteuerung zum Beispiel an der kinderpneumologischen Ambulanz am Josefinum helfen, die Lebensqualität und -erwartung Betroffener zu erhöhen.

Besuch einer Rehaklinik

Ob chronische Bronchitis, Asthma oder Lungenentzündung - manchmal empfiehlt sich eine vier- bis sechswöchige (Weiter)-behandlung der jungen Patienten in einer Rehaklinik. Klimatisch günstig am Meer oder in den Bergen gelegen, gibt es dort auch  qualifizierte Asthmaschulungen für Eltern und Kinder. Der Aufenthalt ist nicht nur wegen der idealen Luftverhältnisse besonders effektiv, sondern auch wenn die Kinder zusätzlich unter weiteren Krankheiten wie beispielsweise ADHS oder Adipositas leiden“, erklärt Dr. Welzenbach, „weil so eine ganzheitlichere Therapie möglich ist.“ Am Josefinum können sich betroffene Eltern an die Casemanagerin in der Reha-Beratungsstelle wenden, die sie bei der Antragstellung für eine Reha unterstützt.    

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