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Fasten ist keine Null-Diät

Erfolgreiches Fasten hat nichts mit Hungern zu tun. "Wer fasten will, sollte superleichte Kost zu sich nehmen, damit Dünndarm und Leber eine Chance zur Regeneration haben", sagte der Energiemediziner Johannes Weingart aus Isny.

Auch Menschen, die keinen Urlaub machen, sondern weiter arbeiten, könnten fasten. Weingart empfiehlt leichtes Frühstück, idealerweise Haferflockenbrei, ohne Obst. Als Mittagessen findet er eine kleine Portion Fisch oder Geflügel ideal, möglichst gedünstet oder gekocht, ohne Kartoffeln, Reis oder Nudeln, dafür mit wenig Gemüse und milden frischen Kräutern. Wer Gewicht verlieren wolle, sollte abends nur Tee trinken. Gymnastik, Spaziergänge, ein beruhigendes Bad oder eine Wärmflasche auf den Bauch gehören zu seinem Programm.

Striktes Fasten empfiehlt der medizinische Berater vieler Spitzensportler nur unter ärztlicher Aufsicht. "Da sich der Säure-Basen-Haushalt verändert, reagieren viele Menschen beim Fasten sauer", erklärt Weingart. Trinken gehöre zum Standard. "Ausreichend sind nicht zwei oder drei Liter. Ausreichend getrunken wird, wenn der Fastende mindestens eineinhalb Liter Urin ausscheidet", sagt er.

Während des Fastens müsse der Körper auch mit Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen versorgt werden. "Damit kann man die meisten Fastenprobleme verhindern - wie Kopfschmerz, Unwohlsein, Schwächegefühle, Unkonzentriertheit, Unruhe, Schlafstörungen oder Krämpfe." Weingart rät, vor einer Fastenkur den Gesundheitszustand des Dünndarms feststellen zu lassen.

"Obst und Vollkorn sind in unserem Land der Inbegriff gesunder Ernährung, deshalb raten viele Fastenratgeber dazu. Für einen kranken Dünndarm aber ist dies absolut schädlich, weil Rohkostverdauung für ihn Schwerstarbeit darstellt", warnt der Experte. Würden Kohlenhydrate oder Eiweiße nicht vollständig verdaut, komme es zur Produktion von Fuselalkoholen oder zu Prozessen, bei denen Gifte entstehen.

Der Fastende sollte nach Ansicht Weingarts auch wissen, ob er Eiweiße oder Kohlenhydrate leichter verdaut. "Wenn Menschen, die sehr gut Eiweiß verdauen, also die "Fleischfresser", während des Fastens überwiegend Kohlenhydrate angeboten werden, haben sie fast keine Chance, abzunehmen." Mit eiweißreicher Koster sei er hingegen erfolgreich. Das Gleiche gelte umgekehrt für den Kohlenhydratetyp, den "Pflanzenfresser". "Der wird sich mit einer eiweißreichen Fastenkosten nie wohl fühlen und auch nicht leicht abnehmen." tmn

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