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Fremdkörper bei Verletzungen nicht herausziehen

Köln (dpa/tmn) - Eltern sollten größere oder tief eingedrungene Fremdkörper auf keinen Fall selbst aus einer Wunde ihres Kindes entfernen. Dabei könnten noch mehr Gewebe oder gar Gefäße verletzt werden, so Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Das gelte besonders für Gegenstände mit Widerhaken wie Angelhaken, Glasscherben oder Metallstücke. "Ist ein Kind barfuß versehentlich auf ein Stück Glas oder in einen Nagel getreten, so sollten Eltern zum Kinder- und Jugendarzt oder in eine ambulante Versorgung gehen", rät Fegeler.

Besonders schnell sollten Eltern reagieren, wenn ein Fremdkörper in den Rumpf, in den Hals oder in den Kopf eingedrungen ist. Bei einer solchen lebensbedrohlichen Verletzung komme es darauf an, rasch den Notarzt zu rufen. Denn ein schneller Transport in die nächste Klinik könne über Leben und Tod entscheiden.

Solange ein Fremdkörper in der Wunde bleibt, blute diese in der Regel kaum oder nur wenig, erklärt Fegeler. Befindet sich die Wunde an Armen oder Beinen, sollten Eltern versuchen, sollten die Eltern den Fremdkörper so bandagieren und umpolstern, dass er sich nicht bewegen kann.

Hat sich das Kind nur einen feinen Splitter wie eine Kaktusnadel oder einen feinen Holzsplitter eingezogen, könnten Eltern versuchen, diesen selbst zu entfernen. Fegeler rät, das betroffene Gebiet mit einem stark klebenden Klebeband zu berühren, um das zerbrechliche Objekt ganz herauszuziehen. Gelingt das nicht, können auch Enthaarungswachse helfen. "Liegt die letzte Tetanus-Impfung des verletzten Kindes mehr als fünf Jahre zurück, sollte ein Arzt aufgesucht werden", sagt Fegeler.

Infos von Kinder- und Jugendärzten: www.kinderaerzte-im-netz.de

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