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Komasaufen: Disco-Betreiber gehen in die Offensive

Bild: mf sv fd wst

Ein 16-Jähriger tot, eine 15-Jährige mit 4,1 Promille im Krankenhaus: Das waren die traurigen Höhepunkte jugendlicher Alkoholexzesse in den vergangenen Wochen. Nun bezieht der Verband der Diskotheken-Betreiber Stellung zum Komasaufen.Bundesregierung will keine schärferen Gesetze16-Jähriger stirbt im KrankenhausForum: Was tun gegen Saufexzesse?

Berlin (AZ). Etwa 50 Tequila haben einen 16-jährigen Schüler in Berlin das Leben gekostet, eine 15-Jährige ist - ebenfalls in Berlin - mit 4,1 Promille und bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das waren die traurigen Höhepunkte jugendlicher Alkoholexzesse in den vergangenen Wochen. Nun bezieht der Verband der Diskotheken-Betreiber Stellung mit einem "Nein" zu Flatrate-Parties.

Auf dieser Art von Parties schenken die Veranstalter gegen einen Pauschalpreis unbegrenzt Alkohol aus. Dem wollen jetzt die Diskotheken-Betreiber selbst einen Riegel vorschieben: Der Bundesverband deutscher Diskotheken will eine Empfehlung aussprechen, dass "die Branche zukünftig auf Flatrate-Parties verzichten soll", wie dessen Geschäftsführer Stephan Büttner gegenüber dem sagte.

Auch jenseits der Flatrate-Parties will der Verband seine Mitglieder in die Pflicht nehmen. Der Jugendschutz müsse oberste Priorität haben, so Büttner: "Ein Unternehmer, der glaubt, seine Geschäfte mit der Abgabe von Spirituosen an Jugendliche machen zu können, denkt kurzfristig, handelt illegal, riskiert darüber hinaus seine eigene berufliche Existenz und schädigt das Image einer ganzen Branche."

Doch Büttner wies auch darauf hin, dass die meisten Jugendlichen zu Hause Alkohol trinken - sei es bei privaten Feiern oder in Sportvereinen. Er sieht deshalb auch Eltern, Lehrer, Ausbilder und Trainer in der Pflicht ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden und den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu vermitteln.

Die bayerischen Wirte appellieren ebenfalls an kommerzielle Veranstalter, aber auch an Vereine und private Veranstalter, keine Flatrate-Parties mehr zu organisieren: "Die Zunahme von Alkoholmissbrauch ist ein gesellschaftliches Problem, für dessen Lösung wir uns - jeder auf seinem Gebiet - einsetzen müssen", sagt der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG). Schärfere Gesetze hält er für unnötig: "Wo geltendes Recht missachtet wird, da helfen auch keine zusätzlichen Gesetze".

In Berlin wird nach den Vorfällen der vergangenen Wochen nun von der Gewerbeaufsicht geprüft, ob das Trinken zum Pauschalpreis den Alkoholmissbrauch Minderjähriger fördert. Wenn ja, erwägt die Gesundheitssenatorin der Stadt, Karin Lompscher (Linkspartei), ein Verbot dieser Parties.

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