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Auf die Zwölf
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Wann Eltern bei Geschwisterzoff eingreifen sollten

Der Schattenriss eines Kindes mit dem Vater: Eingreifen müssen Eltern vor allem, wenn es für die Kleinsten körperlich gefährlich wird.
Foto: picture alliance / dpa

Geschwister spielen so schön miteinander? Von wegen. Neben Harmonie herrscht auch viel Streit. Eingreifen müssen Eltern vor allem, wenn es für die Kleinsten körperlich gefährlich wird.

Jüngere Geschwister müssen in der Regel einiges aushalten. So weit, so erwartbar. Doch was ist, wenn der oder die Ältere wirklich fies wird und dem Jüngeren ein Bein stellt oder es umschubst?

"Wenn die Kinder wirklich noch klein sind und es körperlich gefährlich für sie wird, müssen Eltern eingreifen", sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Meist machten Kinder so etwas weniger aus dem Impuls, das Geschwisterchen bewusst zu quälen, sondern eher aus der Motivation heraus: "Mal schauen, was passiert." Die Fähigkeit, die Konsequenzen ihrer Handlungen abzusehen, haben Kinder außerdem erst mit einer gewissen Reife.

Kinder können auf der Suche nach Aufmerksamkeit sein

Manchmal passieren kleine Kniffe oder Rempeleien auch aus der Motivation heraus, dass Kinder die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich lenken wollen. "In jedem Fall sollten Eltern aber erstmal das weinende Kind trösten, das hat Vorrang."

Merken Eltern, dass die Aggression des älteren Kindes aus einem Defizit herrühren, kann etwas Exklusivzeit guttun. Also sich gezielt mit der älteren Schwester oder dem älteren Bruder hinsetzen, ohne dass das Baby dazwischenfunkt. Auch wenn Erwachsene es vielleicht anders wahrnehmen, kann bei Kindern mit kleineren Geschwistern schnell das Gefühl entstehen: "Ich komme immer zu kurz." Extrazeit mit Mama oder Papa wirken dann wie ein Trostpflaster.

Keine Schuldigen benennen

Komplizierter wird es mit dem Streitschlichten, wenn die Jüngeren nicht mehr ganz so zerbrechlich sind. Dann können Eltern oft nur schwer ausmachen, wer den Konflikt verursacht hat. "Sie sollten deshalb gar nicht erst versuchen, den oder die Schuldige herauszufinden", rät Ritzer-Sachs.

Die beste Strategie ist es, die Rauferei als Erstes zu stoppen. Dann folgt die Frage: "Was ist passiert?", bei der jeder seine Sichtweise schildern darf. Als Letztes kommt die Frage: "Wollt ihr weiterspielen?" Wenn das nicht funktioniert, sollten Eltern die Kinder für eine gewisse Zeit trennen und sie alleine spielen lassen. (dpa)

Elternberatung der bke

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