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Beim Thema Organspende sollte der Partner mitreden

Bild: DPA

Hannover (dpa/tmn) - Der Organspendeausweis im Portemonnaie kann anderen Menschen das Leben retten. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er dazu steht, nach dem Hirntod Organe entnommen zu bekommen.

"Ich denke aber schon, dass es eine Art Pflicht gibt, seine Organe zu spenden", sagte Prof. Gerhard Kruip, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover, mit Blick auf den "Tag der Organspende" am 6. Juni. "Vorausgesetzt, man nimmt dabei nicht großen Schaden." Das sei nach dem Tod nicht der Fall. Wer einen Organspendeausweis ausfüllt, sollte dies allerdings vorher mit seinem Partner besprochen haben, empfahl Kruip.

Für potenzielle Organspender stellt sich die Frage: Kann man sich über die Meinung von Angehörigen hinwegsetzen, wenn sie nicht damit leben können, dass man seine Organe gibt? Wenn man selbst daran glaubt, dass es eine Pflicht zur Organspende gibt, folge daraus, dass Angehörige die Pflicht haben, das zu akzeptieren, erklärte Kruip. Das sei allerdings die Theorie - und in der Praxis lasse sich die Frage nicht allgemeingültig beantworten.

"Solche existenziellen Fragen sollte man mit dem Partner besprechen", riet Kruip, der auch am Lehrstuhl für Christliche Anthropologie und Sozialethik der Universität Mainz lehrt. Wenn Paare mehr über Tod oder Organspende sprechen, sei die Chance groß, dass eine Regelung herauskommt, mit der beide leben können. "Es kann für den anderen zum Beispiel auch ein Trost sein, wenn er weiß, dass der Verstorbene mit seinen Organen anderen noch helfen kann."

Ist der Partner aber absolut dagegen und ändert er seine Meinung im Gespräch nicht, sei es gut, Rücksicht zu nehmen. "Ich würde den Ausweis dann vernichten", sagte Kruip. Sonst könnte die Frage um die Organspende den Partner und damit die Beziehung zu stark belasten. Allgemeine Pflichten stünden in manchen Situationen hinter privaten zurück. Gibt es Kinder, sollten auch diese - je nach Alter - in die Diskussion eingebunden werden. "Mit 14- oder 15-Jährigen kann man eventuell schon darüber sprechen", sagte Prof. Kruip. "Mit erwachsenen Kindern sollte man es aber auf jeden Fall tun."

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