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Das individuelle Grab

(CMA) Anders als noch vor hundert Jahren gehören Reisen heutzutage für den größten Teil der westlichen Bevölkerung zum Leben dazu. Urlaubsrei sen, Hochzeitsreisen, Geschäftsreisen - Mobilität ist für die meisten kein Fremdwort mehr.

(CMA) Anders als noch vor hundert Jahren gehören Reisen heutzutage für den größten Teil der westlichen Bevölkerung zum Leben dazu. Urlaubsreisen, Hochzeitsreisen, Geschäftsreisen - Mobilität ist für die meisten kein Fremdwort mehr. Wir sind in unserem Leben ständig in Bewegung, alles wird immer schneller, flüchtiger und das einzelne Ereignis wird immer weniger wichtig. Soziologen beklagen eine zunehmende Virtualisierung des Alltags und eine immer häufigere Realitätsferne. Ein Bereich, den die meisten Menschen im eigenen Leben nicht wahrnehmen wollen, sind Tod und Trauer - und das, obwohl der Tod in den Nachrichten allgegenwärtig ist. Viele verdrängen, dass der Tod in unserem Leben die letzte Reise ist, mit unbekanntem Ziel und ohne Wiederkehr. Mit dem Tod entsteht abrupt eine große Lücke im sozialen Gefüge und die Tatsache der Endgültigkeit ist für den modernen Menschen schwer begreiflich.

Angesichts eines Sterbefalls greift die Maxime ¿Alles geht, alles ist möglich' plötzlich nicht mehr. Gerade dann, wenn Unvorhergesehenes in den durchstrukturierten Alltag einbricht, wünschen sich viele Menschen ein moralisches Rüstzeug zur Orientierung. Für einen Sterbefall hat die christliche Friedhofskultur über die Jahrhunderte hinweg spezielle Rituale zur Trauerbewältigung und zur Erinnerung geschaffen, unter anderem Trauertage, individuelle Gräber und kontinuierliche Grabpflege. Derartige Rituale helfen, seelische Schmerzen zu lindern, überbordende Gefühle zu fassen und dramatische Veränderungen in lebensbejahende Bahnen zu lenken. Trauerrituale haben eine Übergangsfunktion, indem sie dem Verstorbenen den Weg in die jenseitige Welt bereiten und den Hinterbliebenen über Verlust und Trauer hinweghelfen.

Es sind neben individuellen Trauertagen wie Geburtstag, Hochzeits- und Sterbetag vor allem die kollektiven Gedenktage im November wie Allerheiligen und Totensonntag, an denen der Verlust eines geliebten Menschen besonders schmerzlich bewusst wird. Liebevoll und saisonal geschmückte Gräber sind für viele Menschen Orte zum Innehalten und Trauern. Ein personifiziertes, individuell bepflanztes Grab wird für die Angehörigen zu einem Ort für die Erinnerung an die Toten. Das Wissen, die geliebte Person immer besuchen zu können, auch wenn sie nicht mehr im Alltagsleben präsent ist, erleichtert die Trauerarbeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass vielen Angehörigen von anonym Bestatteten genau dieser Ort der Trauer fehlt, was den Verarbeitungsprozess erschwert.

Gestern wie heute schafft der gemeinsame Grabbesuch mit Freunden und Familie Raum für geteilte Erinnerungen und gemeinsame Trauerbewältigung. Auf blühenden und grünen Friedhöfen findet jeder Besucher sowohl körperlich als auch seelisch Ruhe und kann sich, fern vom täglichen Stress, mit dem Tod und der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen. Ein Friedhof ist somit nicht nur die letzte Ruhestätte der Verstorbenen, sondern auch ein Ort für die Lebenden - zum Abschiednehmen, zum Innehalten und zum Kraft schöpfen, um weiterzuleben.

In den Weihnachtspostfilialen landen viele Briefe. In Himmelpfort etwa beantwortet der Weihnachtsmann sie mit rund 20 Helfern.
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