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Die Wahl der Schule prägt ein Kind für immer

Der Ernst des Lebens fängt mit zehn Jahren an. Dann werden Elternplötzlich nervös und buchen Nachhilfekurse für ihre Kinder. Mit zehnsind die meisten Kinder in der vierten Klasse. Und da entscheidet sichfür viele, ob sie auf ein Gymnasium, die Real- oder die Hauptschulegehen.

Der Ernst des Lebens fängt mit zehn Jahren an. Dann werden Eltern plötzlich nervös und buchen Nachhilfekurse für ihre Kinder. Mit zehn sind die meisten Kinder in der vierten Klasse. Und da entscheidet sich für viele, ob sie auf ein Gymnasium, die Real- oder die Hauptschule gehen.

An der Schulempfehlung sind neben dem Klassenlehrer alle weiteren Fachlehrer beteiligt. "Es sollen auch Erkenntnisse aus Gesprächen mit den Eltern einfließen", erklärt Diplom-Psychologe Prof. Joachim Tiedemann.

In diesen könne zum Beispiel geklärt werden, ob es größere Veränderungen im Leben des Kindes gab - etwa eine Scheidung der Eltern, die Leistungseinbrüche erklärt. Die Schulempfehlung geht im letzten Drittel der vierten Klasse an die Eltern, sagt Prof. Angelika Speck-Hamdan vom Lehrstuhl für Grundschulpädagogik der Universität München.

Die Einschätzung der Lehrer ist eine Empfehlung. Wie verbindlich diese ist, ist in jedem Bundesland anders geregelt. "In Niedersachsen zählt der Elternwille", sagt Prof. Tiedemann. Sie könnten theoretisch ein Kind mit Hauptschulempfehlung auf ein Gymnasium schicken. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise besteht diese Möglichkeit nicht. Seit diesem Jahr ist die Schulempfehlung dort verbindlich. Wollen Eltern ein Kind unbedingt auf ein Gymnasium oder eine Realschule schicken, obwohl dieses nicht einmal als bedingt geeignet gilt, muss es zum Probeunterricht, erklärt Stefanie van Ophuysen vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund.

Schulforscher finden die frühe Trennung der Kinder problematisch. Im Alter von zehn Jahren sei noch keine zuverlässige Prognose ihrer Entwicklung möglich, sagt Prof. Tiedemann. "Viele Kinder, die eine ungünstige Schulempfehlung hatten, entwickeln sich sehr gut." Hinzu kommt, dass die Schulempfehlung oft falsch ist, wie die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) im Jahr 2004 zeigte. "Das hat sich seitdem nicht geändert", sagt Speck-Hamdan. "Verschiedene Studien zeigen, dass Kinder mit den gleichen Leistungen in allen Schulformen zu finden sind. Die Empfehlungen der Lehrer stimmen nicht mit den getesteten Kompetenzen der Kinder überein."

Ist das Kind ständig überfordert und muss es möglicherweise nach Klasse sechs doch in eine niedrigere Schulform wechseln, kann das schwerwiegende Folgen haben. "Eine stetige Überforderung ist kritisch. Das Kind traut sich dann nichts mehr zu. Das prägt das Selbstbild nachhaltig", warnt van Ophuysen. "Wird es runtergestuft, spürt es: "Ich habe es nicht geschafft"." Erschwerend hinzu komme, dass sich das Kind dann in eine neue Gemeinschaft einfinden muss.

Kommt das Kind hingegen in die niedrigere Schulform, ist es möglicherweise unterfordert. "Das ist fast noch schlimmer, weil es schwer zu erkennen ist. Die Kinder flüchten sich oft in unangepasste Verhaltensweisen", sagt Prof. Speck-Hamdan.

Van Ophuysen rät, ausführlich mit dem Kind zu sprechen und seine Wünsche ernst zu nehmen. "Ich würde erklären, was es heißt, auf die höhere Schule zu gehen, dass eventuell die Noten schlechter werden und mehr gelernt werden muss."

Eine Rolle spiele auch, wo die Freunde hingehen, ergänzt Prof. Speck-Hamdan. "Gehen alle Freunde aufs Gymnasium, ist es für ein Kind schwer zu verkraften, wenn es nicht dorthin darf." Nur eines sollten Eltern ihrer Ansicht nach keinesfalls tun: das Kind unter Druck setzen und die eigene Liebe vom Erreichen einer bestimmten Schulform abhängig machen.

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