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Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Elterngeld

Foto: Fred Schöllhorn

Auf großes Interesse stieß das Lesertelefon unserer Zeitung zum Thema Elterngeld. Vier Experten gaben Auskunft zu der neuen staatlichen Leistung, die junge Familien ab dem 1. Janaur 2007 beantragen können. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Auf großes Interesse stieß das Lesertelefon unserer Zeitung zum Thema Elterngeld. Vier Experten gaben Auskunft zu der neuen staatlichen Leistung, die junge Eltern ab dem 1. Janaur 2007 erhalten. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:


Elterngeld ist eine Familienleistung des Staates für alle Eltern, die sich in den ersten 14 Lebensmonaten ihres Nachwuchses vorrangig selbst um die Betreuung des Kindes kümmern wollen und deshalb nicht ­ oder: nicht voll ­ erwerbstätig sind. Teilzeitarbeit bis zu 30 Stunden pro Woche ist zulässig. Elterngeld bekommen Arbeitnehmer, Beamte, Selbstständige, aber auch erwerbslose Elternteile, Studierende und Auszubildende, Adoptiveltern und in Härtefällen sogar Verwandte bis dritten Grades, die Zeit in die Betreuung des neugeborenen Kindes investieren.


Frühestens ab Geburt, denn Sie brauchen dafür die Geburtsurkunde des Kindes und spätestens drei Monate nach der Geburt.


In Bayern ist es so geregelt, dass Sie den Antrag auf dem Standesamt bei der Aushändigung der Geburtsurkunde erhalten. Da steht dann auch mit dabei, wo Sie ihn hinschicken müssen. Ab etwa Mitte Januar besteht die Möglichkeit der Online-Antragsstellung.


Wenn Sie alle erforderlichen Unterlagen sofort mitschicken, geht das voraussichtlich innerhalb zwei bis drei Wochen. Wenn Rückfragen erforderlich sind, verlängert sich der Zeitraum natürlich.


Das Elterngeld wird zunächst einmal in den ersten zwölf Monaten nach der Geburt des Kindes bezahlt. Lässt auch der zweite Elternteil mindestens zwei Monate lang seine Arbeit ruhen oder arbeitet maximal 30 Stunden pro Woche, gibt es noch zwei Monate länger Elterngeld. Die Elternzeit kann aber auch anders zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden. Ist das Kind 14 Monate alt, gibt es kein Elterngeld mehr.


Ja. Wenn Sie vor der Geburt gearbeitet haben und nachweisen, dass Sie das Kind alleine erziehen ­ zum Beispiel dadurch, dass Sie das alleinige Sorgerecht haben ­ können Sie auch die beiden "Partnermonate" in Anspruch nehmen, also auch 14 Monate lang Elterngeld beziehen.


Dann gibt es leider kein Elterngeld, denn die Regelung gilt für alle Kinder, die ab dem 1. Januar 2007 geboren werden. Sie können das bisher geltende Bundeserziehungsgeld beantragen, für das allerdings Einkommensgrenzen bestehen.


Grundsätzlich gilt: Der Elternteil, der sich Zeit für die Betreuung des Kindes nimmt und den Antrag auf Elterngeld stellt, bekommt monatlich 67 Prozent seines wegfallenden Nettoeinkommens ersetzt. Ausschlaggebend für die Berechnungen ist dabei das durchschnittliche Nettoeinkommen in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. Bei Teilzeittätigkeit (maximal 30 Wochenstunden) zusätzlich zur Kinderbetreuung erhält die Betreuungsperson 67 Prozent von dem Betrag, den sie jetzt weniger verdient als in den zwölf Monaten vor Geburt des Kindes.


Ja. Wenn Sie einen Internetanschluss haben, dann finden Sie auf der Seite des Bundesfamilienministeriums (www.bmfsfj.de) einen Elterngeldrechner.


Der Sockelbetrag, den jede Familie ­ unabhängig von den Einkommensverhältnissen ­ mindestens bekommt, beläuft sich auf 300 Euro monatlich. Selbst wenn die Eltern zuvor gar kein eigenes oder ein sehr geringes Einkommen hatten, also beispielsweise Hausfrauen oder Studierende, haben sie Anspruch auf diese 300 Euro. Maximal gibt es 1800 Euro im Monat. Das wären dann 67 Prozent von ca. 2700 Euro, die als Netto-Einkommen berücksichtigt werden.


Im Elterngeld-Gesetz gibt es einen Geringverdiener-Bonus. Liegt das bisherige Nettoeinkommen des Antragsstellers unter 1000 Euro monatlich, bekommt er statt der üblichen 67 Prozent bis zu 100 Prozent seines bisherigen Einkommens als Elterngeld. Wer zum Beispiel im Jahr vor der Geburt des Kindes einen 400-Euro-Job hatte, bekommt 388 Euro Elterngeld. Allerdings wird das Einkommen aus einem Mini-Job nach der Geburt des Kindes ­ im Gegensatz zum bisherigen Bundeserziehungsgeld ­ auf das Elterngeld angerechnet.
Ich bin selbstständig und weiß mein Nettoeinkommen normalerweise erst gegen Ende des Folgejahres, wenn der Steuerbescheid vorliegt.
Auch hier ist grundsätzlich der Zwölfmonatszeitraum vor der Geburt des Kindes maßgeblich. Das Elterngeld errechnet sich aus dem Gewinn. Dieser ist glaubhaft zu machen.


Nein, es ist steuerfrei, unterliegt aber dem steuerlichen Progressionsvorbehalt und kann damit steuererhöhend für die anderen Einkünfte sein.


Nein. Es gilt nur das Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Das Arbeitslosengeld ist dagegen eine Lohnersatzleistung.


Ja, Sie bekommen Elterngeld. Weil Sie aber in den zwölf Monaten vor der Geburt kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit gehabt haben, wird das Elterngeld nicht mehr als 300 Euro betragen. Was Sie im Jahr 2003 verdient haben, kann nicht mehr berücksichtigt werden.


Dann kann es sein, dass für die Berechnung des Elterngeldes auch noch das Einkommen vor der Geburt des ersten Kindes, also der Zeit unmittelbar vor dem März 2007, berücksichtigt wird.


Ja, aber es kommt auf das Alter der Kinder an. Leben im Haushalt neben dem Neugeborenen zwei weitere Kinder, die noch nicht sechs Jahre alt sind, oder wenigstens ein Kind unter drei Jahren , wird das Elterngeld um zehn Prozent (mindestens 75 Euro) aufgestockt.


Nein, bei Mehrlingsgeburten gibt es für das erste Kind den normalen Elterngeld-Satz (67 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens, mindestens 300 Euro). Für jeden weiteren Mehrling kommen 300 Euro dazu.


Wenn Sie dann noch beispielsweise zwei Monate lang Mutterschaftsgeld bekommen, gibt es für diese Zeit kein Elterngeld, weil Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss angerechnet werden. Sie bekommen also nur noch zehn Monate Elterngeld, bzw. zwölf Monate, wenn auch der Partner eine Auszeit für das Kind nimmt.


Nein. Er kann die Elternzeit auch aufteilen. Beispielsweise einen Monat am Anfang und einen am Ende der Elterngeldzeit. Er kann so seine Auszeiten auch an den Bedürfnissen seines Betriebes orientieren. Wichtig ist nur: Es müssen mindestens zwei ganze Monate sein.


Natürlich. Es ist zum Beispiel denkbar, dass Sie die ersten sieben Monate gemeinsam beim Kind bleiben. Danach haben Sie aber keinen Anspruch mehr auf ein Elterngeld.


Hier gibt es noch keine neue Regelung. Es wird aber sicherlich ­ aus heutiger Sicht ­ weiterhin Landesleistungen geben.  

Dokumentation: J. Bomhard und M. Stifter

Christine Thoma und Katharina Dupta (von links) arbeiten ehrenamtlich im Fuggerei Treff.
Fuggerei Augsburg

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