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"Helden bitte melden": Sozialer Tag an 1111 Schulen

Bild: DPA

Kiel/Berlin (dpa) - "Aktenkopierman" und "Ölwechselwoman" im Einsatz für den guten Zweck: Weit mehr als 100 000 Schüler aus ganz Deutschland sind am 18. Juni dem Aufruf "Helden bitte melden!" gefolgt.

Sie haben dafür das Klassenzimmer gegen einen Arbeitsplatz getauscht und ihren Lohn für ein Jugendprojekt in Serbien gespendet. Arbeit für die Schüler gab es genug: Von der eigenen Oma über Supermarkt und Tankstelle an der Ecke bis hin zu Staatskanzleien und Kanzleramt reichte die Liste der Auftraggeber. Exakt 1111 Schulen nahmen teil - fast die Hälfte davon in Schleswig-Holstein und Hamburg, wo die Organisatoren vom Verein "Schüler Helfen Leben" zu Hause sind.

Eine der "Heldinnen" ist Nele Recksiek aus Schenefeld in Schleswig-Holstein. Sie hat ihren Arbeitsplatz im Zentrum der Macht in Berlin gefunden - oder zumindest davor. Im Ehrenhof des Bundeskanzleramtes durfte die 18-Jährige zusammen mit zwei anderen Schülern unter den Augen der Hausherrin persönlich die Hecken schneiden. Sehr freundlich sei Kanzlerin Angela Merkel gewesen, aber leider auch sehr in Eile, sagt Nele. "Sie hat uns Hallo gesagt und war dann aber auch schnell wieder verschwunden", erzählt sie. Für ihren Einsatz bekommen die Schüler zehn Euro pro Stunde, eine Führung durchs Gebäude und ein Mittagessen mit dem Gärtnerteam des Kanzleramtes. "Das war alles sehr spannend", erzählt Nele.

Der Lohn der drei Kanzleramtsgärtner kommt - wie auch der aller anderen Teilnehmer - einem Jugendzentrum in der ostserbischen Stadt Zajecar zugute, einer Region, die laut Veranstalter stark von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen ist. Das Ziel ihrer Spenden haben sich die Schüler bei einem Vorbereitungstreffen selbst ausgesucht. Auch ihre Jobs mussten sie auf eigene Faust finden, als Gartenhilfe bei den Nachbarn etwa, als Eisverkäuferin, Umzugshelfer, Autowäscher oder Bürokraft - wie der 14-jährige Lasse Wulff aus Kiel, der im Büro von Schleswig-Holsteins Landesvater Peter Harry Carstensen für einen Tag zum "Aktenkopierman" werden durfte.

Ihren Stundenlohn konnten die Schüler individuell aushandeln. "Wir rechnen in diesem Jahr mit insgesamt gut 1,5 Millionen Euro", sagt Judith Bretschneider von "Schüler Helfen Leben". Im Vergleich zu den zwei Millionen Euro aus dem Vorjahr sei das bewusst etwas tiefer gestapelt. "Es sind zwar noch einmal mehr Schulen dabei, die Stundenlöhne sind aber niedriger geworden", erklärt sie. Vor allem vielen kleineren Betrieben gehe es offenbar nicht mehr so gut.

Der Verein hatte das Projekt während des Balkankrieges ins Leben gerufen und auch nach dessen Ende daran festgehalten, zunächst nur in Schleswig-Holstein, später bundesweit. Zu den Unterstützern zählen inzwischen nicht nur die Bundeskanzlerin, sondern auch zahlreiche Ministerpräsidenten. Die Jobs bei ihnen sind ähnlich heiß begehrt wie die hinter den Kulissen einer TV-Seifenoper oder bei einer Fluglinie in der Hauptstadt.

Infos zur Aktion: www.schueler-helfen-leben.de

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