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100 Jahre Donau-Ruder-Club

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Hundert Jahre Begeisterung für Sport

Die erfolgreichen Aufsteiger in die erste Kanupolo Bundesliga 2019 – (v.l.) Kai Berner, Julian Pabst, Kapitän Christian Semisch, Erik Brey, Paul Glasenapp, Dominik Sönning, Norbert Winter.
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Die erfolgreichen Aufsteiger in die erste Kanupolo Bundesliga 2019 – (v.l.) Kai Berner, Julian Pabst, Kapitän Christian Semisch, Erik Brey, Paul Glasenapp, Dominik Sönning, Norbert Winter.
Bild: Fotos: Sandner/oH
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Der Donau-Ruder-Club feiert heuer einen besonderen Geburtstag

Es ist ein ganz besonderes Jubiläum, das der Donau-Ruder-Club Neuburg heuer feiern darf: Seit 100 Jahren gibt es nun schon den traditionsreichen Verein, der mit seiner langen Geschichte zu einem der ältesten in Neuburg gehört.

Gegründet wurde der Verein am 3. Dezember 1919, hauptsächlich von Schülern des Neuburger Gymnasiums und Mitgliedern des hiesigen Turnvereins im Nebenzimmer des Gasthauses „Schieber-Waldsperger“, wo Gottfried Müller zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Zunächst hatten die jungen Leute – alle zwischen 16 und 23 Jahren alt – vor, klassischen Rudersport zu betreiben, doch da sich die Donau in Neuburg für Ruderboote als ungeeignet erwies, plante man schnell um und setzte stattdessen auf den Kanusport. Und das ist auch bis heute noch so. Da sich der Name Donau-Ruder-Club (DRCN) über die Jahre hinweg so eingebürgert hatte, verzichtete man auf eine Änderung. Engagiert wie die Mitglieder für ihren Sport waren, wurde gleich nach der Gründung schon der erste Bootsraum im Graf von Moyschen Gebäude auf der Leopoldineninsel eingerichtet. In kurzer Zeit wurden 60 Holzkajaks gebaut. Ein Jahr später bereits fand am 1. August die erste Kajak-Regatta auf der Donau von Donauwörth nach Neuburg statt.

Der Club brachte aber nicht nur begeisterte Sportler hervor, sondern auch echte Erfinder und Abenteurer. 1921 entwickelte Wilhelm Vollbrecht zusammen mit Wagnermeister Brüderle in Neuburg das erste zerlegbare Faltboot. Eine Erfindung, von der sich Ruderclubmitglied Karl Schott begeistern ließ: Er stellte in den 20er Jahren mehrere Weltrekorde im Tourenpaddeln auf und startete wahre Abenteuerreisen – unter anderem von Neuburg nach Ägypten oder von Riva am Gardasee zur Adria an der Küste Dalmatiens durch die Straße von Korinth nach Piräus und weiter über den Euphrat nach Bagdad und Basra zum Persischen Golf.

Das erste Bootshaus

Der mittlerweile sehr beliebte und erfolgreiche Verein bekam 1925 dann einen ganz besonderen Bau: In diesem Jahr entstand nach Plänen des Architekten und Fabrikteilhabers Felix Hoffmann das erste Bootshaus in ganz Bayern. Und auch sportlich ging es weiter voran: Die ersten hochrangigen Wettkampferfolge stellten sich ein – Paul Kopp und Otto Fallenbacher belegten den dritten Platz bei der Deutschen Faltboot-Staffelfahrt auf dem Starnberger See.

Doch schon bald sollten auch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs nicht vor dem Ruderclub halt machen: 1939 wurden fast alle aktiven Mitglieder zum Dienst an der Waffe verpflichtet. Allein die Vereinsjugend vertrat den Club noch auf Regatten und auch der Wandersport beschränkte sich auf kurze Fahrten. Mit dem Kriegsende wurden durch die Besatzungsbehörden zunächst alle Sportvereine offiziell aufgelöst und der Donau-Ruder-Club hatte schreckliche Verluste zu verzeichnen: 31 Vereinsmitglieder waren gefallen oder vermisst. Aber auch Bootshaus, Bootshütte, Bootssteg, Flaggenmast, 37 Boote und ein Zehner-Canadier wurden durch den Krieg schwer beschädigt.

An ein Aufgeben dachten die Mitglieder nicht. 1946 erwirkte der DRCN bei der Militärregierung die Wiederzulassung des Vereins. Schier unüberwindliche Schwierigkeiten stellten sich dem ersten Vorstand Fritz Grün und seinem Helfer Fritz Graf beim Wiederaufbau entgegen, doch ihre Anstrengungen lohnten sich: Im Frühjahr 1947 wurde der Ruderclub in den Bayerischen Landessportverband aufgenommen. Josef Kragler wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt und schon bald konnten die Süddeutschen Langstreckenmeisterschaften auf der Strecke Neuburg – Ingolstadt ausgetragen werden.

Ende der 60er Jahre dann ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Erweiterung: Die seit 1928 bestehende Kanustation im Café Hertlein konnte von den Mitgliedern nicht mehr genutzt werden, denn die Wirtschaft wurde zu einer Diskothek umgebaut. Da der Verein nun immer mehr Mitglieder zählte, plante man schließlich einen kompletten Neubau. Nach längerer Diskussion entschied man sich für einen Anschluss an das bestehende Bootshaus und kaufte vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds nach schwierigen Verhandlungen für rund 13.000 DM die notwendige Fläche von 875 Quadratmetern. 1974 wurde der gesamte Neubau (Bootshaus mit Bootshalle) offiziell eingeweiht. In den kommenden Jahren sollten Maßnahmen folgen.

Zuletzt wurde etwa das Vereinsheim 2011 aufwändig saniert und als öffentliche Gaststätte betrieben.

2013 wurde die Aufstockung des Bootshauses in Angriff genommen, 2015 der Neubau eingeweiht.

Erfolg auf ganzer Linie

In seiner hundertjährigen Geschichte konnte der Donau-Ruder-Club schon zahlreiche sportliche Erfolge feiern.

Dazu zählen 502 Bayerische, 55 Süddeutsche und 10 Deutsche Meistertitel, eine Europameisterschaft U 23 im K 2 und eine Vizeweltmeisterschaft U 23 im K 1. Jugendarbeit wird groß geschrieben im Verein und so gibt es rund 150 junge Leute unter 27, die dem Verein angehören. Über genügend Nachwuchs brauchen sich die Verantwortlichen also nicht zu sorgen.

Ein großer Verein

Heute zählt der Donau-Ruder-Club rund 640 Mitglieder, von denen ca. ein Drittel aktiv ist und die Sportarten Kanu-Rennsport, Kanu-Polo, Wildwassersport oder Wasserwandern betreibt.

Doch auch abseits des Kanusports ist man engagiert: Im Winter etwa trifft man sich zum Skifahren, im vereinseigenen Kraftraum kann man sich fit halten und auch Radsport wird betrieben.

Zum Besitz des Vereins gehört das etwa 10 000 Quadratmeter große Grundstück mit Gaststätte, Büroräumen, Sauna, Kraftraum, Campingplatz und einer riesigen Bootshalle mit mehr als 400 Booten, davon etwa 300 Privat- und 100 Vereinsboote. Seit 2018 ist Gerhard Rohleder erster Vorsitzender des Vereins.

Jubiläumsfeier

Ein besonderer Geburtstag muss natürlich auch gebührend gefeiert werden. So steigt am Freitag, 6. September, eine Open Air Party am Ruderclub für alle unter „100“. Darüber hinaus gibt es noch eine Lampion-Fahrt auf der Donau für Mitglieder und die Bevölkerung. Am Samstag, 7. September, können sich alle Interessierten genauer über den Verein informieren und über Präsentationen am Donaukai freuen. Hier gibt es Bootsvorführungen der vier Sparten von 10.30 bis 13.00 Uhr sowie einen Infostand mit Moderation an der Posttreppe. Am Sonntag, 8. September 2019, findet dann noch ein Jazzfrühschoppen mit dem Neuburger Jazzclub für alle Interessierten statt und schließlich klingen die Festlichkeiten mit einem Jubiläumstag für Vereinsmitglieder, Ehemalige und Gäste aus. Hier kann auch die Ausstellung über 100 Jahre Ruderclub mit wertvollen Exponaten besichtigt werden.

Text: sf

Programmübersicht

Freitag, 6. September 2019, Eintritt frei 19.00 Uhr: Party „Unter 100“ Fahrt der Lichter – ein ganz besonderes Erlebnis auf der Donau

Samstag, 7. September 2019, Eintritt frei ab 10.30 Uhr: Ausstellung – DRCN und seine Geschichte im 1. Stock des Bootshauses10.30 - 13.30 Uhr: Kanu-Sport LIVE am Donaukai

Samstag, 7. September 2019, Eintrittskarte erforderlich! Erhältlich bei info@drcn.de 18.00 Uhr: Festabend im Kolpinghaus moderiert von Bernhard Mahler – Multivision: Axel Mölkner-Kappl beleuchtet in einem neuen Film viele historische Neuburg-Ansichten und Einblicke in die Vereinsgeschichte des DRCN. Und als besondere Gäste: Seon-Yeong und Christoph Hoffmann am Marimbaphon sowie die Schlagzeuger „4 Hoibe“

Sonntag. 8. September, Eintritt frei 10.30 Uhr: Jazzfrühschoppen mit dem Neuburger Jazzclub 14.30 Uhr: Familiennachmittag und Ausstellung – DRCN und seine Geschichte im 1. Stock des Bootshauses

In einem Gespräch klärt Dieter Pribil über die Möglichkeiten der Bestattungsvorsorge auf.
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