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Kongress am Park: Die Orgel tönt bald wieder

Jakob Janeschitz-Kriegl, Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft, zeigt die Steinmeyer-Orgel im Kongress am Park in Augsburg. Die Renovierung wird jetzt ausgeschrieben.
Foto: Brigitte Fregin

Die Spenden sind gesammelt: Endlich kann die Große Konzertorgel im Kongress am Park in Augsburg umfassend renoviert werden. Es ist höchste Zeit.

Wer nach Augsburg in den Kongress am Park zu einem Sinfoniekonzert mit den Augsburger Philharmonikern kommt, der sieht sie: die beeindruckende große Orgel mit 4485 Pfeifen. Hören kann man sie schon lange nicht mehr. Denn das gewaltige Instrument ist nicht mehr spielbar. Sie bedarf umfassender Reparaturmaßnahmen: Ventile sind defekt, die Pfeifen verschmutzt und vieles mehr.

Nach der Renovierung des Kongress’ am Park war 2010 klar, dass für die Sanierung der Orgel kein Budget mehr vorhanden ist. Das rief einige Musiker der Augsburger Philharmoniker sowie Kulturinteressierte auf den Plan und sie gründeten einen Verein – die Philharmonische Gesellschaft. Mit Benefizkonzerten und anderen Aktionen fördert diese Maßnahmen, die das Musikleben der Fuggerstadt bereichern.

Ihr großes Anliegen war es nun, Geld zu sammeln für die Renovierung der Konzertorgel. Es bekam den Namen „Projekt Zarathustra“, in dem schon das Ziel klar wird, dass die Philharmoniker jene klanggewaltige sinfonische Dichtung von Richard Strauss wieder im Kongress am Park aufführen können. Denn darin kommt der Orgel – auch „Königin der Instrumente“ genannt – ein wichtiger Part zu.

Großspende sei Dank: Orgel im Kongress am Park kann renoviert werden

Ein großes Ziel. „Aber am Anfang weiß man nicht so recht, worauf man sich da einlässt. Wir schwankten oft zwischen Euphorie und dem Gefühl, das schaffen wir nie“, erinnert sich der erste Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft, der Cellist Jakob Janeschitz-Kriegl. „Eine Großspende der Viermetz-Stiftung über 25000 Euro gab uns dann jedoch einen positiven Schub“.

Der Vorsitzende und seine Mitstreiter legten viel Engagement und Ausdauer an den Tag. Fast 50 Benefizkonzerte hat die Philharmonische Gesellschaft seit April 2012 veranstaltet, meist organisiert von Janeschitz-Kriegl, der auch oft selbst mit seinem Cello mitwirkt. Unterstützung gibt es vom Staatstheater, über das der Karten-Vorverkauf läuft, und das die Veranstaltungen in sein Programmheft aufnimmt. Bei jedem Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker im Kongress am Park findet man den Vorsitzenden an einem Infotisch im Foyer, an dem er über den Stand des Projekts informiert und für Spenden wirbt. Meist verteilt er hier auch Flyer, die das nächste Benefizkonzert ankündigen.

Wer mag, kann Orgelpfeifenpate werden

Für diese Veranstaltungen haben sich immer wieder neue Ensembles aus den Reihen der Augsburger Philharmoniker und ihrer Freunde zusammengefunden. So etwa der „Augsburger Dreigesang“: Drei Orchestermusikerinnen – Janeschitz-Kriegls Frau, die Geigerin Eva Berschet, die Hornistin Katharina Hauf und die Harfenistin Christine Steinbrecher – haben dafür kooperiert. Neben ihren Instrumenten brachten sie in einem Kammerkonzert auch ihre Stimmen zum Klingen.

Zur Unterstützung des Projekts kann man auch Pate für eine Pfeife werden. Je nach Größe bezahlt man dafür von 33 bis 1000 Euro. „Rund 300 Paten haben wir schon“, weiß Janeschitz-Kriegl. „Aber bei 4485 Pfeifen ist die Auswahl noch groß“, sagt er augenzwinkernd.

Inzwischen ist die Freude groß: Die benötigte Summe von rund 330000 Euro ist bald zusammen. Kurz vor Weihnachten konnte Janeschitz-Kriegl vermelden: „Wir haben der Stadt einen Scheck über 132000 Euro übergeben und werden noch weitere 28000 Euro sammeln! Das ist dann fast die Hälfte des benötigten Geldes. Es stammt zu circa je einem Drittel aus Großspenden, Privatspenden sowie den Einnahmen der Benefizkonzerte. Der Rest kommt von der Stadt und dem Staat.“

Die Orgelrenovierung ist europaweit ausgeschrieben

Somit kann die Sanierung durch die Stadt ausgeschrieben werden, was europaweit geschehen muss. Damit sie dies darf, war Voraussetzung, dass sie die nötige Summe auch zur Verfügung stellen kann. Im Sommer dieses Jahres soll die Renovierung der Orgel beginnen. Zum Start der Theatersaison 2021/2022 ist geplant, beim ersten Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker „Also sprach Zarathustra“ unter der Leitung von Generalmusikdirektor Domonkos Héja aufzuführen.

Darüber hinaus gibt es natürlich schon viele Pläne für den zukünftigen Einsatz der Orgel. So werden beispielsweise das Leopold-Mozart-Zentrum (LMZ) für Musik und Musikpädagogik der Universität Augsburg und der Philharmonische Chor sie bei Konzerten einsetzen.

Zudem soll die Orgel mit ihrer Mechanik und Technik für eine Art musikalischen Physikunterricht genutzt werden. „Es steckt unheimlich viel Handwerk in so einer Orgel etwa aus dem Bereich der Metall- und Holzverarbeitung“, erläutert Janeschitz-Kriegl. Für solche Termine soll die Orgel nicht nur gespielt und erklärt werden, sondern man könnte auch andere Instrumente einsetzen, die die Orgel imitiert. So gibt es beispielsweise Register, die die Trompete interpretieren. Spannend wird es auch sein, einmal hinter und in das gewaltige Instrument zu gehen und die beeindruckenden Pfeifen von Nahem zu sehen. „Damit kann man mit relativ wenig Aufwand viele Kinder erreichen. Die Orgel wird so zum Brückenbauer zu Schülern, die relativ weit weg von klassischer Musik sind“, ist sich Janeschitz-Kriegl sicher.

Dieser Artikel stammt aus unserer Beilage "2020 - Was in der Region zählt." Hier finden Sie weitere spannende Texte zum Thema Zahlen.

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