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Besuche und kleine Feiern

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Weihnachten in den Pflegeheimen

Besinnlich, aber im kleineren Rahmen: In vielen Pflegeheimen wird Weihnachten trotz Corona gefeiert werden.
Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/dpa-tmn

Ältere Menschen gelten als Covid-19-Risikogruppe. Was heißt das für Pflegeheime mit Blick auf das Weihnachtsfest? Vieles wird anders sein, doch ein Beisammensein ist oft möglich.

Wegen der Corona-Pandemie wird das Weihnachtsfest auch in Pflegeheimen anders als gewohnt ablaufen. Doch kleine Feierlichkeiten im Haus wird es in vielen Einrichtungen geben. Und auch Besuche von Angehörigen sind mit Hygieneregeln oft möglich, wie eine stichprobenhafte Umfrage unter großen Trägern wie der Caritas, der Diakonie und dem Deutschen Roten Kreuz zeigt.

Klar ist: Die großen Weihnachtsfeiern in den Häusern werden ausfallen. Doch es soll zumindest oft kleinere Zusammenkünfte in den Wohnbereichen geben. So plant es etwa der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln mit 170 Einrichtungen, in denen insgesamt rund 15 000 Bewohner leben.

Die musikalische Gestaltung werde zwar etwas schwieriger, glaubt Helene Maqua, die in dem Verband die Abteilung Altershilfe leitet. "Aber mit Abstand, Lüften und Masken sollte auch ein Mitsummen oder -singen der Weihnachtslieder möglich sein."

Das Deutsche Rote Kreuz schreibt mit Blick auf die Feierlichkeiten in seinen Heimen: "Was im Rahmen der Abstands- und Hygieneregeln machbar ist, werden unsere Einrichtungen versuchen zu ermöglichen."

Niemand könne abschätzen, wie sich die Corona-Lage bis zu den Feiertagen entwickelt, teilt Tanja Kurz von der Korian-Gruppe mit. Deshalb sei in diesem Jahr bereits die Planung der Festlichkeiten für die Einrichtungen eine Herausforderung gewesen. In den Wohnbereichen würden kleinere Feiern stattfinden, Adventssingen oder Besuche des Kindergartens fänden draußen statt.

Korian betreibt nach eigenen Angaben in Deutschland mehr als 250 Pflegeeinrichtungen.

Die Schutzkonzepte sind eingeübt

In den Pflegeheimen des Landes sind Hygiene- und Schutzvorschriften in den vergangenen Monaten eingeübte Routine geworden. Schließlich zählen die Bewohnerinnen und Bewohner zur Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe. Ausbrüche in einzelnen Heimen mit vielen Todesopfern haben Schlagzeilen gemacht.

Entsprechend vorsichtig sind die Heime auch bei Besuchern - ausgesperrt werden Angehörige aber in der Regel nicht.

Wobei es Ausnahmen gibt, wie Manfred Carrier von der Diakonie schildert: Gebe es ein akutes Infektionsgeschehen in einer Einrichtung, dann griffen einrichtungsbezogene Schutzregelungen. Behördliche Vorgaben und die regionale Corona-Lage beeinflussen ebenfalls, ob Heimbewohner Angehörige empfangen dürfen oder nicht.

Ansonsten gibt es für Besuche in der Regel Hygienekonzepte: Meist wird darum gebeten, einen Besuch vorher anzumelden. Fiebermessungen oder Corona-Schnelltests vor Ort sind häufig Teil des Prozedere. Es gibt mitunter extra eingerichtete Besuchsräume in Eingangsnähe, teils sind Spaziergänge draußen möglich. Dazu kommen die bekannten Regeln: das Tragen einer Maske und das Einhalten des Mindestabstands.

Viele große Träger haben sich inzwischen sinnvolle Konzepte überlegt, um risikoarme Zugänge zu ermöglichen, bestätigt der Psychogerontologe Frieder R. Lang. Viele Einrichtungen setzten diese Lösungen auch sehr gut um. "Gerade kleine Heime, hinter denen kein großer Träger steht, sind hier mitunter aber an der Grenze des Leistbaren", fügt der Forscher von der Universität Erlangen-Nürnberg an.

Ansteckungsrisiko als "bequeme Ausrede"

Wer nur über Weihnachten in seine Heimat fährt und nicht regelmäßig im Heim vorbeischaut, scheut vielleicht trotz solcher Hygienekonzepte vor einem Besuch von Mama, Papa, Oma oder Opa im Pflegeheim zurück. Man möchte die älteren Angehörigen keinem Ansteckungsrisiko aussetzen.

Für Lang ist das aber "eine bequeme Ausrede, die ich nicht gelten lasse". Jeder, der sich wirklich kümmern möchte, könne dafür sorgen, dass er oder sie kein Risiko darstelle, und sich schon fünf Tage vor dem Besuch im Heim in Selbstquarantäne begeben. Gleichwohl brächten viele ältere Heimbewohner aber Verständnis auf, wenn ihre Angehörigen sich nicht selbst kasteien wollten.

Quarantäne nach Familienbesuch

Manche ältere Menschen feiern Weihnachten nicht im Heim, sondern verbringen einen oder mehrere Tage bei ihrer Familie - das wird wohl im kleinen Kreis auch im Rahmen der Kontaktbeschränkungen oft möglich sein. Allerdings kann es sein, dass diese Personen dann nach ihrer Rückkehr im Heim zunächst in Isolation gehen müssen.

Nach solchen Familienbesuchen könnten die Einrichtungen die Bewohner nach ihrer Rückkehr unter Umständen für 10 oder 14 Tage in Quarantäne schicken, sagt etwa Manfred Carrier von der Diakonie. Das hieße, dass sie im Zimmer versorgt werden, aber dieses in der Zeit nicht verlassen dürften.

Egal, welcher Weg gewählt wird: Wenn sich die älteren Angehörigen das Zusammentreffen wünschen, sollte man versuchen, es möglich zu machen. Lang sagt: "Für alle die, die sich auf Weihnachten freuen und hoffen, ihre Familie zu sehen, wäre das eine harte Strafe und eine große Belastung, wenn das nicht klappt."

© dpa-infocom, dpa:201127-99-486352/2 (dpa)

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