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Nerven verloren

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Wie verhalten sich Eltern nach einer Ohrfeige?

In der Corona-Pandemie hängen Familien seit Wochen aufeinander. Emotionen und Stress kochen immer wieder hoch. Wie damit umgehen, wenn Eltern die Hand ausgerutscht ist?.
Foto: Uli Deck/dpa/dpa-tmn

Ob Ohrfeige oder Klaps auf den Po: Wenn Eltern handgreiflich geworden sind, sind sie danach meist selbst erschrocken. Wie können sie reagieren, um nicht alles noch schlimmer zu machen?

Das Kind will nicht so wie Mama und Papa - und das in einer Situation, wo Familien seit Wochen aufeinander hängen. Kein Wunder, dass Emotionen und Stress hochkochen. Und dann passiert, was vor der Pandemie nicht möglich schien: Die Hand rutscht aus.

Man ist über sich selbst erschrocken, möchte es ungeschehen machen - doch zu spät. Wie reagieren Eltern jetzt am besten? Der Reflex liegt nahe, dem Kind die Schuld zu geben - "Du bist Schuld, dass ich mich vergessen habe!" Das ist allerdings schon der nächste Fehler. "Es ist der einfachste Weg, sein Schuldbewusstsein auf das Kind zu übertragen. Diesen Reflex muss man unbedingt stoppen. Denn ein Kind hat niemals Schuld, wenn Eltern zuschlagen", sagt Erziehungsexpertin Nicola Schmidt.

Kind braucht sofort Information über den Fehler

So würde das Kind nur eines lernen: Ich werde geschlagen, weil ich selbst Schuld bin. Stattdessen brauche das Kind sofort die Information: Das war falsch von mir, dem Erwachsenen! "Dieses Eingeständnis muss noch vor dem "Es tut mir leid" kommen", erklärt die Bestsellerautorin ("Erziehen ohne Schimpfen"). Auch wenn es schwer sei, müssen Eltern aushalten, was sie angestellt haben.

Für Nicola Schmidt gilt der Grundsatz: "Hände, die streicheln, dürfen niemals Hände sein, die schlagen!" Deshalb sei es enorm wichtig, nach der Entschuldigung das Kind nicht etwa in sein Zimmer wegzuschicken, sondern es auch zu trösten.

Hinterfragen: Was war der Auslöser für die Gewalt?

Die Buchautorin hält es für unverzichtbar, sich nach dem Vorfall hinzusetzen und - durchaus zusammen mit einem wertfreien Freund - zu fragen: Was hat mich so getriggert, dass ich Gewalt gegen mein eigen Fleisch und Blut anwende? Wie kommt es zu dieser Ohnmacht? Dann müssen sich Betroffene andere Strategien überlegen und neue Verhaltensweisen erlernen, notfalls mit Hilfe von Profis von Erziehungsberatungsstellen.

Aus Schmidts Erfahrung hat sich vor allem bewährt, das Kind in schwierigen Situationen zu fragen: "Was brauchst du, dass du kooperieren kannst? Damit man jetzt los kann, damit es voran gehen kann oder irgendein anderes Vorhaben klappt. Manchmal sei schon ein kleiner Wink hilfreich, etwa: "Es gibt im Auto noch ein Hörspiel, das wir gleich anmachen können."

© dpa-infocom, dpa:210121-99-115409/6 (dpa)

Webseite Nicola Schmidt

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