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  4. Trockenrasen und Sandbeet: Wasserverbrauch im Garten senken

Trockenrasen und Sandbeet
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Wasserverbrauch im Garten senken

Blühendes im Frühjahr: Dieses Sandbeet besteht aus Nelken, Schlüsselblumen, Günsel und Fingerkraut zwischen Stauden wie Königskerzen, Edel-Disteln und Thymian.
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Blühendes im Frühjahr: Dieses Sandbeet besteht aus Nelken, Schlüsselblumen, Günsel und Fingerkraut zwischen Stauden wie Königskerzen, Edel-Disteln und Thymian.
Foto: Till Hofmann/GMH/dpa-tmn

Unser Klima verändert sich. Trockenheit wird nicht nur im Sommer ein Problem für uns und unsere Gärten. Diese drei Ideen zum Wasser sparen bieten Abhilfe.

In Hitzeperioden merken es alle: Die Pflanzen im Garten leiden unter Trockenheit. Laut dem Deutschen Wetterdienst fielen im Juli 2022 deutschlandweit gerade einmal 35 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist weniger als die Hälfte des üblichen Juli-Niederschlags (78 Liter).

Doch das Problem tritt nicht nur im Sommer auf: Auch während anderer Jahreszeiten regnet es in vielen Regionen Deutschlands oft viel zu wenig. Die Pflanzen sind also mehr und mehr mit Trockenheit konfrontiert. Und nicht alle können bei solchen Bedingungen gedeihen.

Es kann sich daher lohnen, die Gartenbepflanzung dauerhaft umzustellen. Hier sind drei Ideen:

Der Trockenrasen:

"Ein Trockenrasen ist eine Rasen-Mischung, die Gräser enthält, die sparsamer mit Wasser umgehen beziehungsweise toleranter gegenüber Trockenheit und Hitze sind", erklärt Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft.

Nonn hat solche Mischungen selbst erprobt. Man kann damit sogar bestehenden Rasen aufbereiten: Wer Lücken oder ausgedünnte Partien wieder aufstocken möchte, sät einfach eine Trockenrasen-Mischung aus.

Das Sandbeet:

Ein Sandbeet trainiert die Pflanzen, besser mit einem Feuchtigkeitsmangel klar zu kommen. Denn in einem Sandbeet müssen sie von Anfang an tiefere Wurzeln bilden.

Warum? Das erklärt ein Vergleich: Wenn man in Sandkästen oder am Meeresstrand gräbt, wird zwar schon in geringer Tiefe der feine Sand feucht. Doch der Sand ist arm an Nährstoffen und kann nur wenig bis kaum Wasser speichern. Daher müssen die Pflanzen mit ihren Wurzeln in die Tiefe streben, um an fruchtbarere Erdschichten zu gelangen.

Wer seine Pflanzen in ein Sandbeet setzen will, sollte über dem Gartenboden eine 15 bis 20 Zentimeter starke Sandschicht aufschütten, rät Till Hofmann, Mitglied im Bund deutscher Staudengärtner.

Das Ergebnis: Sobald die Stauden richtig eingewurzelt sind, sind sie extrem wüchsig und robust, so Hofmann. Das Ganze hat den Vorteil, dass man die Pflanzen nur noch in der Anwuchsphase gießen muss. Danach entfällt das Wässern.

Unkraut hat es im Sandbeet schwerer

Nur im Winter gibt es eine wichtige Aufgabe: Sandgärtner müssen die Staudenreste zurückschneiden und gefallenes Laub von der Fläche entfernen, damit dort keine Grünabfälle verrotten können - und sich auf dem Sand keine fruchtbare Humusschicht bilden kann.

Kleiner Nebeneffekt: Unkraut hat weniger Chancen in Sandbeeten. Denn es braucht hier ungleich länger, um an die fruchtbarere Erde zu gelangen. In der Zeit haben sich die Stauden etabliert und eine geschlossene Pflanzdecke gebildet. Das nimmt den Unkräutern beim Heranwachsen das Sonnenlicht, erklärt Sandgärtner Hofmann.

Und wenn doch mal ein Unkraut erfolgreich ist? Dann kann man sogar Löwenzahn mit seiner langen Pfahlwurzel einfacher aus dem Sand herausziehen.

Hofmann rät zur Anlage eines Sandbeetes im Frühherbst. Denn ab September gibt es in der Regel mehr Niederschläge - und das reduziert die Gießintervalle in der Zeit des Anwachsen.

Der Sandgärtner verwendet am liebsten rundkörnigen Estrichsand mit einer Körnung von null bis acht Millimeter. Wahlweise kann die Körnung auch bis zu 16 Millimeter betragen. Die größere Körnung lasse die Fläche ein wenig an ein Bachbett erinnern, so Hofmann.

Das Kraterbeet:

Sie schaffen es nicht, ihr Gemüsebeet ausreichend zu wässern und zu versorgen. Die Lage kann ein Kraterbeet entspannen. Es reguliert nach Angaben des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) Wetterextreme - etwa lange Trockenperioden im Sommer und viel Regen im Winter.

Das Kraterbeet legt man kreisrund an - drumherum gibt es einen Wall und zur Mitte ragt das Beet tiefer in den Boden. Die Höhenunterschiede und der Wall bieten einen Schutz. Bei Wärme ist es im Krater kühler als draußen und an heißen Tagen entsteht im Inneren sogar ein Verdunstungseffekt, der zusätzlich kühlt. Es gibt im Beet verschiedene Pflanzzonen - der Feuchtegrad im Boden und die Intensität der Sonneneinstrahlungen unterscheiden sich je nach Zone.

In der Kratermitte ist der Boden meist feucht. Hier kann sich Regenwasser in einer Art Teich ansammeln. Alternativ kann man das Wasser versickern lassen - dafür muss man den Boden in der Kratermitte mit Steinen auslegen. Sie speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben diese nachts wieder ab.

Ein Kraterbeet anlegen

So geht's: Die Mitte ist etwa 20 Zentimeter tief. Die Seiten der Grube steigen nach außen hin an. Die ausgehobene Erde mischt man mit Humus und schüttet das Gemisch als Wall drumherum.

Der Nabu rät dazu, den Wall rund 20 bis 30 Zentimeter über das Bodenniveau zu bauen - wobei er in Richtung Norden ruhig höher sein kann als im Süden. So nutzt man die Sonneneinstrahlung optimal aus.

Was wächst wo?

In der Mittel wachsen frostempfindliche und wärmeliebende Pflanzen, die höhere Luftfeuchtigkeit vertragen. Etwa Tomaten und Paprika.

Der Kraterhang ist eher trocken. Hier können Gemüsearten mit durchschnittlichen Ansprüchen gut wachsen. Etwa Radieschen, Petersilie und Erdbeeren, Buschbohnen, Feldsalat, Zwiebeln und Möhren. Beim Bepflanzen sollte man aufpassen, welche Pflanze eher schattige und welche eher sonnige Standorte braucht.

Auf dem Wall, dem trockensten Bereich des Beetes, wachsen gut Kräuter - zum Beispiel Salbei, Thymian, Origanum und Lavendel.

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