Urlaub in Europa

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Schloss-Hopping in Schlesien

Das Schlosshotel Lomnitz hat 1997 als Hotel seine Türen für Besucher geöffnet. Es ist eines von vielen, die man im Hirschberger Tal in Nordschlesien findet.
Bild: Foto: Bernd F. Meier/dpa-tmn

Rund 30 Schlösser, Herrenhäuser, romantische Residenzen und weitläufige Parks  gibt es im Hirschberger Tal, eine der schlösserreichsten Landschaften Europas. Restaurierte historische Bauwerke wurden Hotels. Das lockt Liebhaber von Kultur und Natur ins polnische Riesengebirge in Niederschlesien.

Im pavillonartigen Anbau des Schlosses Wernersdorf dominiert Delfter Blau. Rund 1000 handbemalte Kacheln zieren die Wände. Eine holländische Manufaktur aus Delft hat sie zwischen 1710 und 1720 angefertigt. Die wertvollen Fliesen überstanden Kriege, Krisen und den Kommunismus. Heute schmücken sie das Schlosshotel „Palac Pakoszów“.

Behutsame Renovierung

Das Schloss Wernersdorf ist einer der eindrucksvollsten Bauwerke hier. Die Geschichte beginnt 1725. Damals kaufte der Leinenfabrikant und Händler Johann Martin Gottfried das Gebäude und ließ es im barocken Stil umbauen. Prominenz ging ein und aus. König Friedrich der Große war 1765 und 1777 zu Gast. Die neue Zeit hier beginnt 2004: Eine saarländische Ärztefamilie kauft ihren ehemaligen Familienbesitz. Sieben Jahre dauert die behutsame Renovierung des verfallenen Barockbaus. Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz.

Dornröschen wurde wachgeküsst

Gleich zwei Schlosshotels gibt es in dem kleinen Dorf Staniszów, dem früheren Stonsdorf. Dornröschen wurde wach geküsst – so könnte die Überschrift zur jüngeren Geschichte von Schloss Staniszów lauten. „Ich habe das Schloss mit dem verwilderten Landschaftspark entdeckt und wusste: Das wird dein Hotel, dein Leben“, erzählt Schlossherr Waclaw Dzida. 2002 konnte er die ersten vier Zimmer und das Restaurant für Gäste öffnen.

Familienbesitz erhalten

Das Schlosshotel Lomnitz ist seit 1997 geöffnet. Zuvor verfiel der 1720 errichtete barocke Bau. Elisabeth und Ulrich von Küster, Nachfahren der früheren Besitzer, schlugen zu: „Wir haben uns entschieden, den Familienbesitz zu erhalten“, erzählt Elisabeth von Küster. Die beiden jungen Leute kratzten ihre Ersparnisse zusammen und bauten mithilfe ihrer Familien, Stiftungsgeldern und Förderern die maroden Mauern schrittweise wieder auf. Das Hauptschloss präsentiert sich heute mit prächtigen Festsälen, das schmucke Witwenschlösschen nebenan hat hübsche Hotelzimmer. Der Gutshof mit Schlossküche, Scheunenrestaurant, Schmiede und Leinenkaufhaus rundet das Ensemble ab.

Der Hot-Spot für den Adel

Preußische Adelige waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten Entdecker der Region Hirschberger Tal. Sie kamen im Gefolge von König Friedrich Wilhelm III., der 1832 das Schloss Erdmannsdorf zu seiner Sommerresidenz machte. Wer im preußischen Machtzentrum etwas auf sich hielt und begütert war, der erwarb im Hirschberger Tal ein Schloss – oder ließ sich gleich ein neues bauen. (Bernd F. Meier, tmn)

Anreise ins Hirschberger Tal

Mit dem Zug bis Görlitz, weiter mit der Niederschlesischen Eisenbahn bis Jelenia Góra (Hirschberg).

Mit dem Auto über Dresden (Autobahn A 4) bis Görlitz. Von dort über die Nationalstraße 30 nach Jelenia Góra.

Direktflüge nach Breslau gibt es beispielsweise ab München. Von dort sind es mit dem Mietwagen zwei Stunden ins Hirschberger Tal.

Übernachtung

In den Schlosshotels kostet die Nacht pro Doppelzimmer etwa zwischen 50 und 110 Euro. Privatzimmer in der Region werden für 40 bis 60 Euro inklusive Frühstück angeboten.

www.polen.travel/de

 

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