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USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie

Reiselust

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Trend: Das langsame Reisen

Zu Fuß unterwegs auf dem Pacific Crest Trail in den USA: Wer langsam reist, sieht am Wegesrand mehr.
Bild: Foto: Ute Wessels, tmn
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Vier Wochen mit einem elektrischen Milchwagen durch England fahren – das klingt nicht gerade nach einem großartigen Reiseerlebnis. Ist es aber.

Es sei „das Vernünftigste und zugleich das Verrückteste“ gewesen, das er jemals getan habe, so der britische Autor Dan Kieran in seinem Buch „Slow Travel“.

Weniger Stress, dafür mehr sehen? Könnte diese Idee wegen Corona eine größere Wertschätzung erfahren? Immerhin haben viele die pandemiebedingte Entschleunigung offenbar als angenehm wahrgenommen. Und war es nicht auch ein bisschen Wahnsinn, wie rasant die Menschen vor der Krise um die Welt geflogen sind? Drei Tage Rom, eine Woche Marokko, zehn Tage Bali. Slow Travel ist der Gegentrend. Dabei geht es darum, das Unterwegssein stärker wertzuschätzen. „Heute können wir so schnell die ganze Welt erkunden, dass die meisten von uns paradoxerweise gar nicht mehr reisen – sondern nur noch ankommen“, schreibt Kieran. Beim langsamen Reisen gehe es nicht um Tempo und Entfernungen, sondern um Reflexion und Tiefgang.

Slow Travel:gut fürs Klima

Auch auf einer Frachtschiffreise zum Beispiel hat man keine Ablenkung. Viele Leute denken, es sei langweilig, immer das Gleiche zu sehen. Doch irgendwann merken sie, wie vielfältig auch das Meer ist. Es geht nicht so sehr darum, anzukommen. Der Weg sei das Ziel – auch wenn das so abgeschmackt klingt.

Immer mehr Leute stellen ihr Reiseverhalten in Frage. Der ökologische Fußabdruck des Tourismus lässt sich immer schwerer ignorieren. „Wenn ich ganz schnell unterwegs bin, dann bin ich mehr auf meine eigenen Bedürfnisse fokussiert als auf die Auswirkungen meines Handelns“, sagt der Touristiker.

Kann „Slow Travel“ einen positiven Einfluss auf das Klima haben? Tatsächlich ist es so: Wenn jemand langsamer und zugleich länger reist, dafür aber seltener, dann ist das vorteilhaft. Die Anreise, das Transportmittel, ist auf einer Reise für die meisten CO2-Emissionen verantwortlich. „Eine längere Reisedauer trägt selbst nichts zur Klimafreundlichkeit einer Reise bei, allenfalls über den Umweg, dass wegen einer länger dauernden Reise auf eine zweite verzichtet wird“, erklärt der Tourismusexperte Prof. Martin Lohmann. Weniger zu reisen sei grundsätzlich klimafreundlicher.

Philipp Laage

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