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Was hilft gegen Flugangst?

Dem Flugversicherer zufolge ist es unwahrscheinlicher, in den USA oder Europa bei einem Flugzeugabsturz zu sterben als bei einem Blitzschlag.
Bild: Kevin Kurek (dpa)

Angst statt Vorfreude – das Reisen im Flugzeug ist für viele Menschen mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Mit einer Therapie ist diese Phobie allerdings in den Griff zu kriegen.

Ob Gelegenheits- oder Vielflieger, laut Umfragen fühlt sich jeder dritte Passagier nicht wohl an Bord eines Flugzeugs. 15 Prozent sind sogar von Flugangst betroffen, auch Aviophobie genannt. Schon der Gedanke, vor dem Urlaub einen Flug antreten zu müssen, verursacht bei den Betroffenen Schweißausbrüche, feuchte Hände und Atemnot, die sich bis zu Panikattacken steigern können. Alles scheint besser zu sein, als die Reise wirklich anzutreten. Doch diesem Gefühl nachzugeben, ist genau die falsche Strategie. Stattdessen sollte man sich seinen Ängsten stellen.

Informationen gegen Ungewissheit

Angst wird in erster Linie durch ein Informationsdefizit ausgelöst. Die Ungewissheit, was passieren könnte, lässt Betroffene von Aviophobie panisch werden. Sich mit dem Thema Fliegen auseinanderzusetzen, kann helfen, der Urlaubsreise gelassener entgegenzusehen. Wer sein Wissen zu Flugzeugen aus Filmen und Medien bezieht, denkt vielleicht, dass Turbulenzen und Flugzeugabstürze an der Tagesordnung sind und Fliegen sehr gefährlich ist, obwohl das natürlich nicht der Fall ist. Sich ein fundiertes Wissen über die Technik und Statistik zum Fliegen anzueignen, kann helfen, in der Stresssituation einen kühlen Kopf zu bewahren und sich selbst zu beruhigen. Entspannungsmethoden, Ablenkung durch ein Buch, den Sitznachbarn oder einen Flugbegleiter, der besonders auf den Passagier eingeht, helfen zusätzlich.

Konfrontationstherapie bei Phobie

Sollte das nicht dabei helfen die Angst zu vertreiben, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Eine Konfrontationstherapie unter Anleitung eines Experten hilft fast allen Betroffenen, ihre Angststörung zu überwinden. In dieser Unterform der Verhaltenstherapie werden die Betroffenen mit der Situation konfrontiert, die bei ihnen Angst auslöst. So können sich Patienten bewusst machen, wie ihr Körper während der Konfrontation mit dem Auslöser der Phobie reagiert und welche Rolle dabei die Psyche spielt. Entweder wird der Betroffene im realen Leben mit der Angst konfrontiert, es findet also eine Flugreise statt, oder aber der Patient setzt sich einer virtuellen Konfrontation aus. Das kann beispielsweise durch einen Film geschehen, der durch eine Cyber- oder 3D-Brille angeschaut wird, oder einen Flugsimulator. Durch die neuen, positiven Erfahrungen wird die Angst verlernt. Therapieplätze sind allerdings knapp und alternative Möglichkeiten, wie spezielle Flugangst-Seminare am Flughafen, oft zu teuer.

Alternative Reisemethoden

Das bedeutet aber nicht, dass man in der Zwischenzeit auf den Urlaub verzichten muss. Bis die Angst endgültig überwunden ist, kann es sinnvoll sein, eine andere Reisemethode in Erwägung zu ziehen. Sonst bleibt man unter Umständen auf den Kosten für den nicht angetretenen Urlaub sitzen. Auto, Bus und Bahn sind Alternativen, für Reisen außerhalb Europas allerdings nur bedingt geeignet. Wer trotz Flugangst in die Ferne schweifen möchte, kann eine Kreuzfahrt in Erwägung ziehen. Der Seereisedienst hat Kreuzfahrschiffe, die auf Meeren und Flüssen weltweit unterwegs sind, in seinem vielfältigen Programm. Das Umsteigen auf ein anderes Fortbewegungsmittel ist allerdings nicht als Heilmittel zu betrachten. Auch wer diesen Sommer noch nicht wieder fliegen möchte, sollte sich mit seinen Ängsten konfrontieren, um langfristig nicht auf das Fliegen verzichten zu müssen.

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