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„Angst ist immer ein schlechter Ratgeber“

Dirk Müller, auch bekannt als „Mister DAX“, zählt zu den bekanntesten deutschen Börsianern. Vor kurzem hat er seinen eigenen Aktienfonds aufgelegt. Mit uns sprach der Spiegel-Bestsellerautor über Chancen und Risiken der Kapitalanlage.

Niedrigzinsen, Ukraine-Krise, Griechen-Schulden – die aktuelle wirtschaftliche Lage sorgt bei vielen deutschen Sparern für Angst. Zu Recht, Herr Müller?

Dirk Müller: Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Man sollte sich einen möglichst guten Überblick über die Lage verschaffen, Chancen und Risiken in etwa kennen und dann eine Strategie umsetzen, mit der es nicht darauf ankommt die Zukunft richtig vorhergesagt zu haben. Ein alter Grieche sagte einmal: „Ich muss nicht wissen, was die Zukunft bringt, ich muss nur auf jede Form der Zukunft vorbereitet sein.“ Das ist in unserem Fall auch kein Hexenwerk.

Was können Sparer tun, um ihr Geld vor der Zinsfalle zu retten?

Müller: Im aktuellen Zinsumfeld ist das Spargeld in der Tat gefährdet – wobei das in der Vergangenheit oft nicht viel anders war. Zu Zeiten von vier Prozent Zinsertrag hatten wir auch oft Inflationsraten von drei Prozent, was das Sparen schon früher wenig attraktiv gemacht hat. Aber jetzt erfolgt eine klare Abschmelzung der Vermögen, und diese Entwicklung wird sich in den nächsten Monaten und Jahren verschärfen. Die Staaten sind so hoch verschuldet, dass es auf absehbare Zeit keine Erhöhung der Realzinsen, also der Zinsen abzüglich der Inflation, geben wird, da sie es sich schlicht nicht mehr leisten können. Im Gegenteil, die Schulden sollen durch weiterhin niedrige Zinsen und höhere Inflation abgebaut werden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass man versuchen wird die Geldvermögen der Sparer zu entwerten. Man hofft das langsam und schleichend zu tun – es kann aber auch sehr schnell gehen, wenn es aus dem Ruder läuft.

Wie sollte man also reagieren?

Müller: Man sollte zumindest einen Teil seines Geldes nicht in Geldwerte, also Anleihen, Festgeld etc., sondern in Sachwerte investieren. Zuoberst steht die Beteiligung an den guten und starken Unternehmen rund um den Globus. Diese Aktienbeteiligungen kann und sollte man auch gegen starke Kursrückgänge, die immer wieder passieren werden, absichern.

Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu. Risikoarme Anlagen sind daher gefragt. Wozu würden Sie Betroffenen raten?

Müller: Es gibt derzeit keine risikoarmen Anlagen, die zugleich eine halbwegs sinnvolle Rendite bringen. Man muss das ganz klar sagen. Besonders im Bereich der Mittelstandsanleihen gehen schon kleine Zinsaufschläge mit einem extrem erhöhten Risiko einher. Wer wirklich langfristig für das Alter vorsorgen will, kommt an Unternehmensbeteiligungen wie Aktien nicht vorbei. Ganz klar, Aktien sind eine Anlage für viele Jahre, wer sein Geld binnen weniger Jahre wieder benötigt, darf keine Aktien kaufen. Aber zum langfristigen Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge sind sie aus meiner Sicht ideal.

Hat die Lebensversicherung als Altersvorsorge ausgedient?

Müller: Ja. Es macht keinen Sinn eine Versicherung von Risiken mit dem Ansparen von Geld zu verknüpfen. Man sollte das trennen. Mit einer reinen Risikolebensversicherung die Familie absichern und mit einem separaten reinen Ansparplan ein Vermögen aufbauen.

Vor wenigen Wochen haben Sie selbst einen Fonds aufgelegt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Müller: Ich stand vor dem gleichen Problem wie meine Kunden, die mich seit Jahren auf Cashkurs.com begleiten. Ich wollte mein Geld und meine Altersvorsorge mit Aktien anlegen. Aber niemand – auch ich nicht – ist in der Lage 30 bis 40 Aktien im eigenen Depot so zu betreuen, wie es zur Risikostreuung sein müsste. Dazu fehlt dem Einzelnen die Zeit und dem Privatmann oft der Sachverstand. In einem Fonds, bei dem sich Fondsmanager den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigen, geht das. Also in der Gemeinschaft der Anleger. Doch alle Fonds, die ich mir angesehen habe, hatten Haken, die ich nicht bereit war für meine Geldanlage zu akzeptieren. Daher beschloss ich einen Fonds aus Anlegersicht aufzulegen, in dem ich auch mein eigenes Geld anlegen kann.

Und was genau ist das Besondere am „Dirk Müller Premium Aktien Fonds“?

Müller: Wir verzichten auf die sogenannte Wertpapierleihe. Die meisten Aktienfonds verleihen ihre Aktien an Spekulanten, die damit auf fallende Kurse wetten können. Das drückt die Kurse der eigenen Aktien und beinhaltet große Risiken, falls der Entleiher Pleite geht. Er muss zwar Sicherheiten hinterlegen, das können aber auch spanische Staatsanleihen sein. Darüber hinaus nehmen wir Absicherungen der Aktienbestände gegen allzu große Kursrückgänge vor, getreu dem Motto: Nach oben dabei sein und dennoch gut schlafen. Dazu bieten wir eine beispiellose Transparenz. Der Anleger wird täglich über alle Entwicklungen, Käufe und Verkäufe im Fonds informiert und kann sich direkt mit mir und den Fondsmanagern austauschen und Fragen stellen.

Wie gehen Sie bei der Aktienwahl vor?

Müller: Wir investieren im Stile von Warren Buffet und dessen Mentor Graham in die aus unserer Sicht stärksten Unternehmen der Welt. Meist sind das Firmen aus USA und Europa. Wir kaufen nicht einfach Aktien, wir beteiligen uns langfristig an den besten Unternehmen, die nicht nur über viele Jahre bewiesen haben, dass sie erfolgreich sind, sondern auch noch blendende Zukunftsaussichten haben. Dazu prüfen wir die Firmen sehr genau und befragen auch den einen oder anderen Vorstandsvorsitzenden persönlich.

Sie versuchen auf alles vorbereitet zu sein. Wie machen sie das? Könnte das ein Privatanleger auch?

Müller: Wir sichern das Aktiendepot in unsicheren Zeiten wie aktuell mit klassischen Optionen gegen allzu große Kursrückgänge ab. Die Strategie ist nach oben die Gewinne mitzunehmen, aber nach unten nicht zu viel zu riskieren. So spielt die kurzfristige Kursentwicklung für uns keine Rolle. Wir freuen uns über fallende Kurse, in denen wir nicht zu viel verlieren, aber günstig einkaufen können ebenso, wie über die steigenden Kurse, in denen wir die Erträge einfahren. Das ist auch für den Privatanleger machbar, allerdings erfordert es einiges an Fachwissen und Handwerkskunst das richtig umzusetzen. Oft ist der Einzelne dazu kaum in der Lage.

Würden Sie eine Einmalanlage oder einen monatlichen Sparplan in Ihren Fonds empfehlen?

Müller: Beides ist sinnvoll, aber die langfristige monatliche Einzahlung ist die perfekte Möglichkeit, sich kontinuierlich und unabhängig von den Börsenschwankungen langfristig ein Vermögen und somit eine gute Altersvorsorge aufzubauen.


Am 21. Mai bietet Dirk Müller auf seiner Homepage ein kostenfreies Informationswebinar an. Zudem ist „Mister DAX“ bei der Talkrunde „Augsburger Allgemeine RATGEBER“ am Donnerstag, 28. Mai, live in Augsburg zu erleben, wenn er gemeinsam mit Merten Larisch von der Verbraucherzentrale Bayern Tipps zu Altersvorsorge und Geldanlage gibt. Infos und Ticketbuchung unter augsburger-allgemeine.de/ratgeber.

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