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Steuer-Urteil

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Außendienstmitarbeiter können Zweitwohnung absetzen

Wer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung anmietet, wird bei den Kosten steuerlich entlastet. Das kann auch der Fall sein, wenn der Steuerzahler keine feste Tätigkeitsstätte hat.
Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn/Illustration

Ausgaben für eine beruflich bedingte Zweitwohnung können Berufstätige steuerlich geltend machen. Das gilt im Prinzip auch für Außendienstmitarbeiter, wie ein aktuelles Steuerurteil zeigt.

Sind Arbeitnehmer beruflich an verschiedenen Orten tätig, können sie Kosten für eine Zweitwohnung als Werbungskosten absetzen. "Dies gilt auch dann, wenn man keine klassische doppelte Haushaltsführung hat, weil man an keinem festen Arbeitsort tätig ist", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Nach einem Urteil des Finanzgerichts Hamburg handelt es sich dabei um beruflich bedingte Übernachtungskosten (Az.: 6 K 35/19).

Im Streitfall klagte eine leitende Angestellte, die ausschließlich im Außendienst tätig war. Ihren Hauptwohnsitz hatte sie in einem Einfamilienhaus in Schleswig-Holstein. Für ihre Tätigkeit war sie auf Dienstreisen in Nord- und Ostdeutschland unterwegs, so dass sie keine feste erste Tätigkeitsstätte hatte.

Aufgrund der besseren Infrastruktur und des schnellen Internetzugangs mietete die Frau eine Zweitwohnung in Hamburg an. In ihrer Einkommensteuererklärung machte sie die Aufwendungen dafür im Rahmen der doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt verweigerte den Steuerabzug und verwies darauf, dass in Hamburg nicht ihre erste Tätigkeitsstätte sei.

Das Finanzgericht Hamburg bestätigte zwar die Ansicht der Finanzbeamten, dass keine doppelte Haushaltsführung vorlag. Die Kosten der Zweitwohnung können aber als Übernachtungskosten im Rahmen der Auswärtstätigkeit in voller Höhe berücksichtigt werden.

Betroffene können sich auf das Hamburger Urteil berufen, falls das Finanzamt die Übernachtungskosten für die Zweitwohnung nicht anerkennt und Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen. Steuerzahler sollten nachweisen können, dass der private Erstwohnsitz tatsächlich der Lebensmittelpunkt ist. Das sei etwa durch Vereinsmitgliedschaften, Arztbesuche, Einkäufe oder enge Verwandtschaftsbeziehungen am Wohnort möglich, erklärt Klocke. (dpa)

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