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"Bologna-Bericht": Deutsche Studenten mobil

Bild: Gero Breloer (dpa)

Deutsche Studenten sind nach Einschätzung der Bundesregierung weltweit am mobilsten, zugleich ziehen die Hochschulen zwischen Konstanz und Flensburg immer mehr Ausländer an. Diese gute Entwicklung gehe auf den 1999 gestarteten europäischen Bologna-Prozess zurück, lobte Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) am Mittwoch (18. März) zur Kabinetts-Verabschiedung des Studienreform-Berichts für die Jahre 2012 bis 2015. "Die Internationalisierung kommt gut voran."

Dem Bericht zufolge studieren inzwischen knapp 140 000 Deutsche an ausländischen Hochschulen - fast dreimal mehr als zu Beginn der Bologna-Prozesses. Mittlerweile seien in Deutschland 87,4 Prozent aller Studiengänge auf Bachelor- und Master-Abschlüsse umgestellt - ein Kernanliegen der Reform. Zugleich mache die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen Fortschritte: Die Rate stieg von 41 Prozent im Jahr 2007 auf 69 Prozent im Jahr 2013.

Die Zahl ausländischer Studierender in Deutschland liegt inzwischen bei mehr als 300 000, sie hat sich seit 1996 verdoppelt. "Deutschland ist in bestem Sinne weltoffen", sagte Wanka. So rücke das gemeinsame Ziel von Bund und Ländern näher, die Zahl ausländischer Studenten bis zum Ende des Jahrzehnts auf 350 000 zu steigern. "Laut OECD-Statistik studieren nur in den USA und Großbritannien mehr ausländische Studierende", hieß es vom Ministerium. Zudem kämen mehr als zehn Prozent der Hochschulmitarbeiter in Deutschland aus dem Ausland.

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), Achim Meyer auf der Heyde, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir sind in der Mobilität in Deutschland nicht schlecht, aber sie ist leider stark herkunftsabhängig. Daher bedarf es zusätzlicher Anreize bei Stipendien oder Bafög." Jeder Auslandsaufenthalt führe möglicherweise zu einer Studienzeitverlängerung. Daher sollte "die Regelstudienzeit plus zwei Semester gefördert werden", forderte Meyer auf der Heyde.

Der Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs) erklärte: "Der Bologna-Prozess könnte zu einer stärkeren Beteiligung der Studierenden an der Gestaltung ihres Studiums führen. Dafür dürfen sich die Hochschulen nicht länger nur den repressiven Seiten von Bologna verpflichtet fühlen." Der Regierungsbericht wolle "ein schönes Bild statt einer korrekten Analyse". (dpa)

Ministerium zum Bologna-Prozess

Bericht zum Bologna-Prozess von 2012 (pdf)

Bericht 2015

Karte der deutschen Hochschulstandorte

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