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Digitales Lernen
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Corona als Chance: Wie Azubis profitieren könnten

In der Corona-Krise verdeutlicht sich, wie wichtig digitales und vernetztes Lernen ist.
2 Bilder
In der Corona-Krise verdeutlicht sich, wie wichtig digitales und vernetztes Lernen ist.
Foto: Kaspars Grinvalds, stock.adobe.com

Vor der Corona-Krise war die Digitalisierung in der Berufsausbildung nur spärlich angekommen. Warum das Internet jetzt selbstverständlich werden sollte.

Möchte man der Corona-Krise etwas Positives abgewinnen, hilft ein Blick in die Welt des Internets. Denn wo wären wir, würde es das World Wide Web nicht geben? Gerade in Zeiten von „social distancing“ zeigt sich, wie wichtig die Digitalisierung für uns geworden ist. Damit wird auch dem letzten Skeptiker klar, dass die Technologie zukünftig eher weiter angeschoben als gebremst werden muss. Oder kann man wirklich weiterhin auf smarte Homeoffice-Lösungen verzichten?

Vorteile der Digitalisierung in Zeiten von Corona nutzen

Die Generation, die in absehbarer Zeit ihre Ausbildung startet, ist mit dem Internet aufgewachsen. Deswegen erwarten junge Menschen auch, dass die Vorteile der Digitalisierung in ihren Arbeitsalltag mit einfließen. Ob es der Dachdecker ist, der eine Drohne nutzt oder der Anlagenmechaniker, der smarte Technik in Wohnungen verbaut: Digitale Techniken und digitales Wissen erleichtern den Beruf und sein Erlernen.

Neben Lesen, Schreiben und Rechnen sind ausgeprägte IT-Kenntnisse zur vierten Schlüsselkompetenz in der Berufsausbildung geworden. Innovative, digital gestützte Bildungs-, Kommunikations- und Informationslösungen sind auf dem Vormarsch, denn nur so kann man den Anforderungen an das Lernen und Arbeiten in einer digitalen Gesellschaft gerecht werden. Ein Beispiel dafür ist die Initiative „Berufsbildung 4.0“, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits im Sommer 2016 gestartet hat.

Flexibilität der Endgeräte für digitales Lernen einsetzen

Wikis, Blogs oder Communities, Plattformen, Apps und Serious Games eröffnen neue innovative Qualifizierungsansätze. Sie machen digitale Medien zum integrierten Lern- und Arbeitsmittel. Eine wachsende Rolle spielen hierbei offene Bildungsmaterialien, sogenannte Open Educational Resources (OER). Egal, ob Rechner, Laptop, Tablet oder Smartphone – Flexibilität ist hier die Lösung.

Beispiele zeigen, dass man in einigen Bereichen schon auf dem richtigen Weg ist. Stellte es den meisten Azubis früher bei dem Wort „Berichtsheft“ die Nackenhaare auf, gehen sie dank einer digitalen Lösung jetzt mit deutlich mehr Freude an die Aufgabe heran. Mit der Online-Version „BLok“ können die Fachkräfte von morgen ihre Einträge jederzeit bearbeiten – und das unabhängig vom aktuellen Lern- oder Einsatzort.

Feedback-Bereiche lassen Raum für Austausch mit dem Ausbilder und man kann bequem online nachvollziehen, wie der persönliche Lernfortschritt ist. „BLok“ ist kostenlos und für jegliche Ausbildungsberufe verfügbar. Abgeklärt werden muss lediglich, ob die für die Ausbildung zuständige Kammer das Tool als Nachweis zulässt.

VR und AR als Tools in der Berufsausbildung

Auch die Möglichkeiten im Bereich Virtual oder Augmented Reality sollten hier nicht außer Acht gelassen werden. So können Datenbrillen tolle Lerneffekte herbeiführen – und auch Risiken abmindern. Denn mit Gefahrenstoffen übt es sich in der virtuellen Welt doch deutlich sicherer als in der realen. So werden Azubis optimal auf den späteren „Live-Einsatz“ vorbereitet. Auch bei teuren und sensiblen Werkstoffen bietet sich diese Lösung an. Zumal die Hemmschwelle der Jugendlichen eine kleine ist, schließlich sind sie mit solchen Angeboten vertraut.

Azubis können mithilfe von VR-Brillen den Ernstfall spielend leicht erproben.
Foto: Robert Kneschke, stock.adobe.com

Es wäre zu wünschen, dass gerade in dieser Krisenzeit das Bewusstsein von Entscheidungsträgern nochmals geschärft wird, hier noch mehr zu investieren. Damit könnte man auch einer anderen Entwicklung entgegenwirken. Denn eine alarmierende Zahl sollte dringend im Blick behalten werden: Jeder vierte Azubi bricht nach einer Erhebung aus dem Jahr 2018 seine Lehre vorzeitig ab. Ein Grund dafür: Die Betroffenen merken zu spät, dass der gewählte Beruf nicht zu ihnen passt. Mit digitalen Beratungsangeboten und authentischen Erfahrungsberichten Gleichaltriger über soziale Netzwerke lässt sich dem begegnen.

Neue Lernerfahrungen: Junge profitieren von Alten und umgekehrt

Künftige Auszubildende dürfen sich auch ruhig trauen, eigene Vorschläge im Bereich Digitalisierung in den künftigen Betrieb einzubringen. Oftmals haben sie hier bereits eine höhere Expertise als ältere Kollegen. So profitieren beide Seiten: Alt lernt von Jung und umgekehrt.

Die Corona-Krise hat die künftigen Auszubildenden schon auf digitalen Unterricht vorbereitet. Wissen per Videoclip ist also nichts Exotisches mehr. Sobald die „Online-only“-Phase wieder vorbei ist, bedarf es eines ordentlichen Mixes: Digitale Vernetzung plus praktische Erfahrung. Diese Kombination sollte nach Corona zur Selbstverständlichkeit aufsteigen.

Beispiele für E-Learning

E-Learning-Form Beispiele
Computer- oder webbasierte Lernformen ohne Interaktion Inhalte über Datenträger oder online: Podcasts, Videos, Apps
Webbasierte Lernformen mit menschlicher Interaktion Foren, Chats, Videokonferenzen, Webinare, virtuelle Räume
Kombination aus klassischer Lehre und digitalem Lernen Klassische Präsenzzeiten + digitale Angebote zur Vertiefung
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