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Digitalisierung hat zu neuen Betrugsformen geführt

Ein Mann tippt auf einer Tastatur eines Laptops. Internet und Digitalisierung haben nach Einschätzung der Versicherungsbranche zu neuen Betrugsformen geführt.
Bild: Silas Stein/dpa

Nur ein Kavaliersdelikt? Versicherungsbetrug ist weit verbreitet - jeder Zehnte kennt solche Fälle oder hat sich sogar selbst schon Leistungen erschlichen. Die Tricks werden dabei immer raffinierter.

Internet und Digitalisierung haben nach Einschätzung der Versicherungsbranche zu neuen Betrugsformen geführt. Als ein Beispiel nannte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag Bildbearbeitungsprogramme, mit denen Betrüger digitale Fotos manipulieren oder Bilder aus dem Internet nutzen könnten.

Diese würden dann als visueller Schadennachweis vorgelegt. In Internetforen würden zudem Tipps verbreitet, wie eine Schadenmeldung so glaubhaft formuliert werde, dass der vermeintliche Schaden von einer Versicherung bezahlt werde.

Software und Schulungen

"Die Betrugsabwehr der Versicherer hat darauf reagiert, beispielsweise durch die Weiterentwicklung von Software zur Erkennung von Betrugsindizien oder den Einsatz speziell geschulter Mitarbeiter", sagte Rüdiger Hackhausen, Vorsitzende der GDV-Kommission Kriminalitätsbekämpfung laut Mitteilung.

Die Branche befürchtet aktuell, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu mehr Betrugsversuchen führen könnten. Sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich deute sich diese Entwicklung an. Als Beispiele nannte Hackhausen angebliche Einbrüche, bei denen Saisonware wie etwa Sommerbekleidung als gestohlen angegeben worden sei, die offenbar nicht habe verkauft werden können.

Schäden in Milliardenhöhe

Branchenschätzungen zufolge entsteht den Assekuranzen in der Schaden- und Unfallversicherung im Jahr ein Schaden von rund fünf Milliarden Euro durch Versicherungsbetrug.

Bei einer Umfrage im Auftrag des GDV gaben 10 Prozent der gut 1000 Befragten an, schon einmal einen Versicherungsbetrug begangen zu haben (6 Prozent) oder konkret von einem Fall zu wissen (4 Prozent). Nur jeder zehnte Befragte meinte, dass es sich dabei um ein Kavaliersdelikt handelt und 13 Prozent haben demnach Verständnis dafür, wenn Geld bei einer Versicherung erschlichen wird.

© dpa-infocom, dpa:200827-99-327804/2 (dpa)

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