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Ein Pionier der ersten Stunde

Foto: Daniel Weigl

Johannes Schmidt war einer der ersten Blattmacher der Augsburger Allgemeinen. Warum die Einführung der Extras aus seiner Sicht dringend notwendig war

Man stelle sich vor, man macht ein Foto und muss es erst noch entwickeln und anschließend mit einem Kurier nach Augsburg bringen lassen, bevor es am nächsten Tag in der Zeitung erscheint.

Oder der Text, den man aufwendig recherchiert hat, muss erst noch in Bleisatz gegossen werden, bevor der Artikel erscheinen kann.

Für Journalisten der aktuellen Generation im Zeitalter von digitaler Fotografie, Internet und Computern ist das unvorstellbar. Für Johannes Schmidt war diese Arbeit gang und gäbe. Doch nicht nur für die Tageszeitung wurden diese Methoden eingesetzt, natürlich auch zu den Anfangszeiten der Wochenzeitungen der Augsburger Allgemeinen im Jahr 1976. Johannes Schmidt war Pionier der ersten Stunde und einer der ersten Blattmacher im Haus der Augsburger Allgemeinen. An die Anfänge erinnert sich der heute 88-jährige Vollblutjournalist aus dem Dillinger Ortsteil Schretzheim noch ganz genau: „Die damaligen Redakteure der Tageszeitung hatten große Zweifel und Vorbehalte gegen die Einführung hauseigener Wochenblätter“, erklärt Schmidt. Auch er selbst, zuvor im Haus unter anderem als Redaktionsleiter in Dillingen tätig, musste in die Rolle als Blattmacher erst hineinfinden.

Aufstehen früh morgens um 3 Uhr

Doch schon bald packte ihn und den kleinen Kreis an Blattmachern, die für mehrere Ausgaben gleichzeitig zuständig waren, der Ehrgeiz. „Wir mussten vom damaligen Verlagsleiter ab und zu in unserem Tatendrang gebremst werden“, gibt Schmidt schmunzelnd zu. Zu den Anfangszeiten der Extras wurde die Wirtschaft in der Tageszeitung sehr am Rande behandelt. „Es gab nur kleine Notizen aus der Geschäftswelt“, berichtet Schmidt.

Deshalb war es für ihn umso wichtiger, mit der Einführung der Wochenblätter diese Lücke zu schließen. Schmidt ergänzt: „Die Haus-zu-Haus-Bedienung des Extras ist auch heute noch unentbehrlich.“ Vor 40 Jahren war ein kleines Team von vier bis fünf Blattmachern zwischen Mindelheim, Augsburg, Dillingen und dem Ries verantwortlich. Johannes Schmidt betreute unter anderem die Ausgaben des Rieser Anzeigers, des Wertinger Anzeigers sowie des Donau-Lech Anzeigers (das heutige Donauwörther Extra). „An den Produktionstagen Montag und Dienstag fuhr ich in der Nacht um drei meistens los nach Nördlingen, um den Rieser Anzeiger zu produzieren. Wenn dieser fertig war, fuhr ich am späten Vormittag weiter nach Wertingen und machte diese Ausgabe fertig“, berichtet Schmidt.

Noch fest in der Erinnerung von Johannes Schmidt sind die „legendären“ Freitagskonferenzen der Blattmacher in Augsburg. „Da ging es zu, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, lacht der Schretzheimer. Natürlich gehören noch heute die Extras zur wöchentlichen Lektüre des Journalisten, der in circa 500 Zeitungen und Zeitschriften publizierte.

„Die Extras sind ein Paradebeispiel für die tolle Zusammenarbeit der Augsburger Allgemeinen mit der örtlichen Wirtschaft. Allen Blattmachern gehört ein großes Kompliment für ihre wichtige Arbeit ausgesprochen“, lobt Routinier Schmidt, der nebenbei ganz leise zugibt „ein bisschen traurig zu sein“, dass er nicht mehr zum Team gehört.

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