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Gute Chefs und Pausen schützen vor Burnout

Ein guter Chef, Selbstbestimmung und genug Pausen helfen, Burnout im Job zu vermeiden. Doch das ist oft einfacher erklärt als umgesetzt.

Sowohl gute Führung von oben und als auch die eigene Fähigkeit zum Abschalten sind wichtig, um einer chronische Erschöpfung am Arbeitsplatz vorzubeugen. Das geht aus einer Untersuchung der Universität Duisburg-Essen hervor, auf die die Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) in Berlin hinweist.

Umgekehrt lösen hohes Arbeitsvolumen, Zeitdruck, geringe Gestaltungsspielräume, paralleles Arbeiten an mehreren Aufgaben und ständige Erreichbarkeit chronischen Stress aus. Zur totalen körperlichen und geistigen Erschöpfung - umgangssprachlich Burnout genannt - komme es, wenn ein Arbeitnehmer nicht abschalten und sich auch in seiner Freizeit nicht mehr erholen könne.

Sich kurz ausklinken

Der Studie zufolge schützt eine gute Führungsqualität der Vorgesetzten vor Überlastung. Auch die Möglichkeit, auf Termine und Arbeitsvolumen selbst Einfluss nehmen zu können, trage dazu bei. Gezielte Pausen, etwa nach zwei Stunden, seien für die Erholung nötig und in arbeitsreichen Phasen umso wichtiger. Da auch häufige Unterbrechungen Stress auslösen, helfe es, sich für konzentriertes Arbeiten zeitweise von Telefon und Anfragen "auszuklinken". Die Begrenzung auf maximal zwei Projekte senke Zeitdruck.

Der DGPM zufolge sind vor allem sehr leistungsfähige, leistungsorientierte und lösungsorientiert Mitarbeiter von Burnout betroffen. Sie liefen Gefahr, immer mehr aufgebürdet zu bekommen - gerade, weil sie ihre Arbeit gut machen.

Außerdem weist die DGPM darauf hin, dass bei psychischen Belastungen - auch am Arbeitsplatz - deutlich früher und unkomplizierter geholfen werden. Rund ein Viertel der Menschen in Deutschland erkrankt binnen eines Jahres an Depressionen, Ängsten oder körperlichen Beschwerden ohne Befund - und viele müssen Wochen oder Monate auf Hilfe warten. Vor allem am Arbeitsplatz nehmen derartige Probleme zu. Experten der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) sehen deshalb wachsenden Bedarf vor allem in der ambulanten Versorgung.

Frühzeitig, am besten bereits am Arbeitsplatz, sollten Betroffene Beratung und Hilfe bekommen, Fachärzte, Betriebe und Krankenkassen müssten dazu enger zusammenarbeiten, forderten die Experten. Auch Vertreter von Krankenkassen und Unternehmen unterstützten dies.

Dem Burnout schon im Job vorbeugen

Prof. Harald Gündel (Uniklinik Ulm) berichtete von erfolgreichen Erfahrungen mit psychosomatischen Sprechstunden in Betrieben. "Nur 7,5 Prozent der Ratsuchenden erhielten keine Diagnose, bei den übrigen entsprach das Diagnosespektrum dem einer psychosomatischen Ambulanz. Dazu gehören affektive Störungen, Angst- und Anpassungsstörungen." Bei der Hälfte der Betroffenen hatten die psychischen Belastungen vor allem arbeitsbezogene Ursachen. Auf die Beratungsgespräche folgte bei Bedarf eine Kurzzeittherapie mit zehn Sitzungen. Betriebs- und Fachärzte arbeiteten dabei Hand in Hand.

Positiv bewertete Gündel, dass die Intervention auf diese Weise so früh einsetzte, dass die Beschwerden noch nicht chronisch waren und dass sich mit 75 Prozent auch überdurchschnittlich viele Männer Hilfe suchten. Die oft monatelangen Wartezeiten bei niedergelassenen Therapeuten hingegen schreckten viele Betroffene ab, sich dort Hilfe zu holen. Auch sei das Angebot für Laien häufig kaum überschaubar.

"Lange Wartezeiten verschlimmern die Erkrankung. Die Sprechstunde im Betrieb ist ein geeignetes Modell für eine bessere Erreichbarkeit psychotherapeutischer Hilfe", sagte DGPM-Vorsitzender Prof. Wolfgang Senf (Uniklinik Duisburg/Essen).  (dpa)

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