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Grün ist dem Anschein nach die neue Lieblingsfarbe der ITK- Branche. Die weltgrößte Elek tronik- und Computermesse CeBIT, bis 9.März in Hannover, widmet sich in diesem Jahr ausführlich dem Thema "Green IT", gemeint ist vor allem stromsparende und daher klimafreundliche Computertechnik.

Grün ist dem Anschein nach die neue Lieblingsfarbe der ITK-Branche. Die weltgrößte Elektronik- und Computermesse CeBIT, bis 9.März in Hannover, widmet sich in diesem Jahr ausführlich dem Thema "Green IT", gemeint ist vor allem stromsparende und daher klimafreundliche Computertechnik. "Mit Green IT können Firmen und Privatanwender Kosten senken und etwas für die Umwelt tun", sagt Marc Thylmann vom Branchenverband BITKOM.

Nach Untersuchungen der Unternehmensberatung Gartner verursachen IT-Anwender und -Hersteller genauso viel CO2 wie die Luftfahrtindustrie. "Green IT" soll langfristig diese Bilanz verbessern. Auch Privatanwender können mit den neuen Computer- und Elektronikgeräten Energiekosten sparen. Branchenkenner sehen in "Green IT" daher einen ernstzunehmenden Trend. "Der Markt für Green IT wird zwischen 2007 und 2010 im Schnitt um 66 Prozent wachsen", sagt Wolfgang Schwab von der Unternehmensberatung Experton Group.

Einer Untersuchung von Experton zufolge hat energieeffiziente Hardware in der Käufergunst stark zugelegt. Die Hersteller reagieren längst darauf: "In den vergangenen sechs Monaten haben alle wesentlichen Prozessor-Anbieter deutliche Fortschritte im Bereich Energieverbrauch gemacht", sagt Schwab. Auf der CeBIT bieten die Unternehmen einen Überblick über ihre vergleichsweise klimafreundlichen Innovationen. "Das zieht sich durch alle Hallen", sagt Gabriele Dörries, Pressesprecherin der Deutschen Messe Hannover.

Fujitsu-Siemens etwa stellt in Halle 9 einen sogenannten 0-Watt-Monitor vor, der im Stand-by-Modus fast keinen Strom verbraucht. Und Intel zeigt im Pavillon P33, wie ein Rechenzentrum mit Solarenergie funktioniert. Ein "Green IT"-Schwerpunkt liegt in Halle 9. Dort stehen im "Green-IT-Village" zwei von der Bitkom betriebene Musterbüros - eines mit der Technik von vor fünf Jahren und eines mit neuesten, klimafreundlichen Geräten.

Firmen wie Privatanwender sollen sich im "Green-IT-Village" vor allem Stromspartipps holen. "Das Wichtigste ist die Antwort auf die Frage, was ich eigentlich mit meinem Rechner tun möchte", sagt Heinrich Vaske von der Zeitschrift "Computerwoche", die als Mitherausgeber den "Green-IT-Guide" für die CeBIT erstellt. Besonders Prozessoren und Grafikkarten seien Energiefresser - wem eine kleinere CPU oder Grafikkarte reiche, der könne jährlich bis zu 100 Euro Stromkosten sparen.

Zudem ist der Strombedarf von PC und Notebook enorm: "Laptops verbrauchen nur 30 bis 40 Watt, Desktops dagegen 150 bis 200 Watt", erklärt Vaske. Bei Druckern sind Tintenstrahler zu bevorzugen: Diese haben nur etwa ein Zehntel des Strombedarfs eines Laserdruckers.

Einen umfassenden Umweltschutz, der über das Stromsparen hinausgeht, biete "Green IT" noch nicht, sagen Kritiker wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace. IT-Hardware werde mit hohem Energieaufwand unter Verwendung von teilweise hochgiftigen Substanzen hergestellt. Hinzu komme, dass oft in Billiglohn-Ländern produziert wird, die keinerlei Umweltauflagen unterliegen. Dennoch geben Kritiker zu, "Green IT" sei "ein Schritt in die richtige Richtung".

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