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Neue Technologien
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Wie bedrohlich ist die Digitalisierung für den Arbeitsmarkt?

Ob der digitale Wandel unter dem Strich Arbeitsplatzverluste oder leichte Gewinne bringt, ist noch ungewiss. Eine Auswertung von Studien ergab jetzt: beides möglich ist.
Foto: Ole Spata (dpa)

Großes Risiko oder neue Chance? Die Folgen der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt sind mit vielen Zweifeln verbunden. Eine Auswertung von Studien ergab jetzt dies: Die Bilanz kann moderat negativ ausfallen, aber auch leicht positiv. Entscheidend sind zwei Faktoren.

Die Digitalisierung verändert gravierend die Arbeitswelt, aber unter dem Strich wird sie aus Expertensicht kein großer Jobkiller. Keine seriöse Studie erwarte infolge des digitalen Wandels eine Massenarbeitslosigkeit, sagte Prof. Björn Christensen vom Kieler Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung und Weiterbildung.

Der Statistik- und Mathematik-Professor an der Fachhochschule Kiel hat diverse Studien ausgewertet. Resümee: Ob es leichte Nettoverluste oder leichte Gewinne an Arbeitsplätzen geben wird, hängt vom Verhalten der Akteure ab, also von Unternehmen, Arbeitnehmern und Politik.

Natürlich gingen Berufsfelder mit der Digitalisierung verloren, aber es kämen auch neue hinzu, sagte Christensen. Letzteres werde in den meisten Studien nicht mit untersucht und den Verlusten gegengerechnet. Beispiel Autoindustrie: Hier habe sich in der Produktion durch Robotik enorm viel verändert, aber unter dem Strich sei in Deutschland in der Branche die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen zwölf Jahren um zehn Prozent gestiegen.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sei zu dem Schluss gekommen, Deutschland könne aus der Digitalisierung netto Arbeitsplatzgewinne erwarten - wenn es im Rahmen des Strukturwandels in seiner Wettbewerbsfähigkeit zulegt. Es sei auch längst nicht so, dass alle Arbeitsplätze von digitalen Systemen ersetzt werden, bei denen das theoretisch möglich wäre, sagte Christensen.

Etwa 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeiteten im Jahr 2013 in einem Beruf, in dem Computer - zumindest technisch - mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten hätten erledigen können. (dpa)

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