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Schön, schöner, Azubi

Zielstrebig statt verbissen, sorgfältig statt penibel - bei Bewerbungen negative Eigenschaften ins rechte Licht zu rücken ist nicht verwerflich.

Ein bisschen kaschieren in der Bewerbung ist üblich: Einfache Büromitarbeiter werden zu Assistenten und die Rucksacktour durch Lateinamerika zur Sprach- und Kulturreise. "Solange dabei nur ein wenig Schönfärberei betrieben und keine in Wirklichkeit nicht vorhandenen Qualifikationen vorgespiegelt werden, ist das auch okay", erklärt Rechtsanwältin Verena S. Rottmann.

Bewerben heißt, für die eigene Person zu werben. Das ist wie in anderen Lebensbereichen auch: "Jeder neue Lebenspartner zeigt erstmal seine besseren Seiten, bevor er erläutert, warum seine Ex ihn verlassen hat", erklärt Jürgen Hesse, Karriereberater vom Büro für Berufsstrategie.

Bewerber sollten die Fähigkeiten herausstellen, die in der Stellenausschreibung gefragt sind. "Kriminell ist hingegen jede Form der Hochstapelei, also das Vorspiegeln von Qualifikationen oder Fähigkeiten", erklärt Rottmann. Beispielsweise gefälschte Zeugnisse oder Angaben über nie erreichte Abschlüsse sind gesetzeswidrig.

"Auch Personaler sind geschult und erkennen meist sehr schnell, wenn durch ein Kartenhaus der Wind pfeift", fügt Recruitingberater Carsten Buchberger hinzu und rät zu einem ehrlichen Lebenslauf. Akzente und Hervorhebungen im Anschreiben oder im Lebenslauf sind in Ordnung: "Aber man muss damit rechnen, dass jemand im Gespräch Details der Angaben wissen möchte", sagt Buchberger.

Aber es gibt auch unzulässige Fragen des Arbeitgebers, bei denen der Bewerber ein "Recht auf Lüge" hat. Fragen zum Gesundheitszustand oder nach der Familienplanung beispielsweise dürfen unrichtig beantwortet werden.

"Der Chef kann Ihnen dann nachträglich nichts anhaben", erklärt Verena S. Rottmann. In den seltensten Fällen ist ein Lebenslauf lückenlos und ohne Schwachstellen. "Ab Zeitlücken von mehr als drei Monaten werden viele Personalchefs schon misstrauisch", erklärt Rottmann. Hier hilft es, den Lebenslauf nicht tabellarisch, sondern nach thematischen Schwerpunkten zu ordnen. Das lenkt den Blick des Lesers auf die wesentlichen Inhalte, und Lücken fallen weniger auf. Zeitlöcher von mehr als sechs Monaten sollten geschickt ausgefüllt werden: "beispielsweise durch selbstständige Tätigkeit, Aushilfsjobs oder die Pflege eines Angehörigen."

Über den Tod hinausgehende Vollmachten sollte im Zweifelsfall am besten immer vom Notar beglaubigt werden.
Auf Nummer sicher gehen

Vorsorgevollmacht vom Notar beglaubigen lassen

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