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Gerichtsurteil

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Unfall bei Sonntagsspaziergang ist Arbeitsunfall

Bild: Uli Deck/dpa

Ein Sonntagsspaziergang als Arbeitsunfall? Was komisch klingt, kann trotzdem zutreffen. Denn: Wichtig ist nicht der Tag des Geschehens, sondern der Anlass der Tätigkeit.

Ein 60-jähriger Düsseldorfer hat einen Verkehrsunfall beim Sonntagsspaziergang als Arbeitsunfall anerkannt bekommen. Er hatte gegen seine Berufsgenossenschaft geklagt und einen Anspruch aus der gesetzlichen Unfallkasse geltend gemacht.

Das Düsseldorfer Sozialgericht gab dem Kläger recht (Az.: S 6 U 545/14). Das Urteil ist rechtskräftig. Zur Rehabilitation war er in einer Kur. Dort war ihm zwecks Gewichtsabnahme Bewegung empfohlen worden. Mit dem Spaziergang habe er seiner Verpflichtung zur aktiven Mitarbeit bei der Gewichtsreduzierung nachkommen wollen, argumentierte der Kläger. Auf dem Weg zum Kurplatz war er von einem Auto angefahren und verletzt worden.

Die beklagte Berufsgenossenschaft verweigerte die Anerkennung des Unfalls als Versicherungsfall. Der Spaziergang sei nicht ärztlich verordnet gewesen, argumentiert sie. Das Gericht befand dagegen, der Kläger habe davon ausgehen können, mit dem Spaziergang seine Rehabilitation zu fördern. Es schade nicht, dass der Spaziergang an einem therapiefreien Sonntag stattgefunden habe.

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