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Krankenversicherung

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Was hilft gegen steigende PKV-Beiträge im Alter?

In der privaten Krankenversicherung müssen Versicherte mit steigenden Beiträgen rechnen. Im Alter kann das zu einem Problem werden.
Bild: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Alle Jahre wieder steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung. Für Rentner kann das zu einer Belastung werden. Was kann man tun?

Fast ein jährliches Ritual: Viele private Krankenversicherer (PKV) heben die Beiträge zum Jahreswechsel an. Auch Ende 2020 haben viele Versicherer bereits entsprechende Schreiben verschickt.

Besonders im Alter entwickelt sich das oft zu einem Problem. "In jungen Jahren sind die Beiträge oft niedrig", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Hamburg im Interview mit dem dpa-Themendienst. "Ältere Privatversicherte müssen auch mit zweistelligen Beitragssteigerungen rechnen."

Warum müssen Rentner bei der PKV mit hohen Belastungen rechnen?

Bianca Boss: Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung steigen im Jahr zwischen 5 Prozent und 7 Prozent. Aber auch Erhöhungen im zweistelligen Bereich sind keine Seltenheit. Somit kann sich jeder selber ausrechnen, was sich im Rentenalter an monatlichen Beiträgen daraus ergibt. Leider sinkt ja dann zu dem Zeitpunkt meist auch das Einkommen, da nur noch eine Rente oder Pension ausgezahlt wird. Weniger Geld und mehr Beitrag für die PKV führen dann häufig zu Zahlungsproblemen bei Rentnerinnen und Rentnern.

Gibt es auch Entlastungen für Rentner?

Boss: Nein, leider kaum. Ein Wechsel zu einer anderen - kurzfristig - günstigeren Gesellschaft ist nicht möglich und sinnvoll. Wer seinen Krankenversicherungsvertrag bereits vor 2009 abgeschlossen hat, würde bei einem Wechsel die bis dato aufgebauten Alterungsrückstellungen komplett verlieren. Personen, die nach 2009 der PKV beigetreten sind, bekommen zwar ihre Alterungsrückstellungen übertragen, aber nur im Umfang des Basistarifs.

Außerdem stellt der neue Versicherer wieder Fragen zum Gesundheitszustand, da alle Anträge für eine Krankheitskostenversicherung sehr hohe Anforderungen an die Gesundheit des Antragsstellers stellen. Besteht eine Krankheit, kann das zu einem Risikoaufschlag führen.

Was können Rentner tun, wenn die Beitrage zu hoch für sie sind?

Boss: Eine Möglichkeit ist, sich innerhalb des Unternehmens nach einem günstigeren Tarif umzuschauen. Darauf haben Versicherte einen gesetzlichen Anspruch. Allerdings sollten Sie immer bedenken: Eine Krankenversicherung ist existenziell - deshalb sollte immer im Vordergrund stehen, ein gutes Leistungsniveau zu versichern.

Dass ein Tarifwechsel langfristig zu einer geringen Prämienzahlung ohne Leistungsverzicht führt, lässt sich aber nicht belegen. Ein Tarif kann auch zunächst zu optimistisch kalkuliert sein. Die Folge wären spätere Anpassungen und damit erneute Beitragssteigerungen.

© dpa-infocom, dpa:201229-99-842915/3 (dpa)

Infos des Bundes der Versicherten (BdV)

Paragraf 204 Versichertenvertragsgesetz (VVG)

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