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Wie werde ich Reifenmechaniker/in?

Ein alter Reifen muss nicht entsorgt werden: Mohammed Mahmud, angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik, montiert einen Lkw-Reifen zum Entfernen der abgefahrenen Lauffläche.
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Ein alter Reifen muss nicht entsorgt werden: Mohammed Mahmud, angehender Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik, montiert einen Lkw-Reifen zum Entfernen der abgefahrenen Lauffläche.
Bild: Armin Weigel/dpa-tmn

Ein alter Reifen muss nicht gleich entsorgt werden: Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik kümmern sich darum, dass alles wieder rund läuft. Dabei legen sie viel Wert auf Nachhaltigkeit.

Mohammed Mahmud interessiert sich seit langem für Autos. Doch er hat sich nicht für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker entschieden, sondern für die zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik.

"Ich finde es faszinierend, aus alten Reifen neue zu machen", sagt der 21-Jährige. Er lernt bei der Continental-Tochter Vergölst in Cham im Bayerischen Wald. Dort werden Reifen etwa von Lastwagen geprüft und runderneuert.

Rund 300 junge Leute absolvieren die Ausbildung derzeit, erklärt Yorick Lowin vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk. Der Großteil in der Fachrichtung Reifen- und Fahrwerkstechnik, nur wenige entscheiden sich für die Vulkanisationstechnik.

Zwei Wege der Spezialisierung

Während sich Erstere um Themen wie Reifenmontage, Reparatur oder etwa den Austausch von Bremsscheiben kümmern, befassen sich Vulkanisationstechniker mit der Runderneuerung. Dazu warten sie Reifen, Schläuche, Fördergurte oder andere Gummiprodukte und setzen sie wieder instand, so Lowin.

"Zuerst muss man die Reifen beurteilen, die man bekommt, und dann die einzelnen Schritte planen, um sie wieder auf Vordermann zu bringen", erklärt Vulkaniseur-Meister Fidan Sadiku das Vorgehen. Er ist der Ausbilder von Mohammed Mahmud in Cham.

Pkw-Reifen werden kaum noch runderneuert. Denn viele wissen gar nicht, dass sie - je nach Schaden - repariert werden können. Bei großen Reifen wie von Lastwagen oder Landmaschinen sind Reparaturen oder Erneuerungen an der Tagesordnung. "Ein Reifen für einen Traktor kostet mehrere Tausend Euro, da rentiert sich das", sagt Lowin.

Den Kunden beim Reifenkauf beraten

Ein wichtiger Teil der Arbeit und der Ausbildung ist die Kommunikation mit Kunden. Denn man müsse beraten, welcher Reifen zu welchem Auto und zu welchen Kundenbedürfnissen passt, so Lowin.

Körperliche Fitness sei ebenfalls nicht zu unterschätzen, "vor allem beim Heben von Reifen und Rädern." Die Auszubildenden müssen im Betrieb anpacken können. Dabei dürfen Präzision und Sorgfalt aber nicht zu kurz kommen: "Man montiert Reifen, mit denen Menschen im Sportwagen bis zu 300 Stundenkilometer schnell unterwegs sind", gibt der Verbandschef zu bedenken. "Da muss alles optimal stimmen."

Ein spezieller Schulabschluss ist als Voraussetzung für die Ausbildung nicht nötig. Laut Sadiku sollten angehende Mechaniker aber ein grundlegendes Verständnis von Mathematik und Chemie mitbringen. Bei den Wartungsarbeiten geschieht immer mehr digital, daher müssen Azubis auch mit dem Computer umgehen können.

Weiterbildung zahlt sich aus

Die Ausbildung wird nicht allzu üppig bezahlt. Nach dem Tarifvertrag der Innung Bayern etwa gibt es im ersten Lehrjahr 679 Euro, im zweiten 739 Euro und im dritten 798 Euro brutto im Monat. Doch die Berufsaussichten sind sehr gut, wie Lowin sagt. Das Einstiegsgehalt für einen Gesellen liegt zwischen 1700 und 2000 Euro brutto monatlich. Regional gibt es allerdings große Unterschiede.

Weiterbildung zahlt sich aus: Die Meisterschule ist eine Option, eine andere ist, etwa einen Techniker der Fachrichtung Kunststoff- und Kautschuktechnik zu machen. "Beides bringt deutlich mehr Geld. Als Meister kann man auch seinen eigenen Betrieb eröffnen", so Lowin.

Mohammed Mahmud gefällt an der Arbeit vor allem eines gut: der Umweltgedanke. Man könne viel reparieren, so dass die Reifen nicht so schnell auf dem Müll landen. "Das ist eine nachhaltige Arbeit, das finde ich gut." (dpa)

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