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Norovirus am Gardasee: Bürgermeister trinkt Wasser und schimpft auf Medien

Gardasee

Norovirus am Gardasee: Bürgermeister kontert mit Trinkaktion und spricht von „Alarmismus“

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    Blick auf den Gardasee: Am Ostufer sorgte der Ausbruch des Norovirus für Verstimmung.
    Blick auf den Gardasee: Am Ostufer sorgte der Ausbruch des Norovirus für Verstimmung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

    Der Gardasee schmeckt. Diesen Beweis trat dieser Tage Paolo Formaggioni an. Auf einem im Internet verbreiteten Video schöpft der Bürgermeister von Brenzone an einem Kiesstrand mit einem Weinglas Wasser aus Italiens größtem See.

    Dann wendet er sich zur Kamera und trinkt den Inhalt komplett aus, hebt sein leeres Glas und wünscht „Salute“. Also „Gesundheit“. Oder auch „zum Wohl“. Mit der Aktion wollte der Politiker demonstrieren, dass es völlig unbedenklich ist, im Gardasee zu baden und das Wasser zu konsumieren – ob absichtlich oder nicht.

    Daran waren zuletzt erhebliche Zweifel aufgekommen, nachdem Hunderte Menschen im Nachbarort Torri del Benaco Symptome einer Norovirus-Erkrankung aufgewiesen hatten, viele sogar in Kliniken behandelt werden mussten. Von Erbrechen, Durchfall oder Fieber war die Rede, der Auslöser blieb fraglich.

    Norovirus am Gardasee: Bürgermeister kritisiert „übermäßigen Alarmismus“

    Spekulationen gingen in Richtung des Trinkwassers. Dieses könnte verunreinigt worden sein, weil das Kanalisationsnetz infolge des hohen Wasserstands im Gardasee wegen der vielen Regenfälle der jüngeren Vergangenheit überlastet sein könnte.

    Formaggioni schmeckt es aber gar nicht, dass diese Gerüchte im Umlauf sind und Touristen vor einer Reise zurückschrecken lassen könnten. Laut der italienischen Nachrichtenagentur AnsaAnsa erte der Politiker, dass sein offenbar vom Virusausbruch verschont gebliebener Ort in Verruf geraten sein könnte: „In Brenzone wurden keine Ansteckungsfälle registriert, aber es gab in dieser Angelegenheit übermäßigen Alarmismus, wobei auch unbegründete oder übertriebene Nachrichten von deutschen Medien verbreitet wurden, die unweigerlich Besorgnis erregten.“

    Gemeinsam mit anderen Bürgermeistern vom Ostufer des Gardasee traf er sich zu einer Sitzung zum bakteriellen Notfall. Organisiert wurde das Treffen von Stefano Nicotra, dem Bürgermeister von Torri del Benaco.

    Danach betonte Formaggioni demnach: „Die Analysen der aus dem See entnommenen Proben waren alle negativ, die klinische Situation – wie von ULSS 9 (örtliche Gesundheitsbehörde, d. Red.) bestätigt – verbessert sich deutlich und schnell.“ Zwar stünden noch die Ergebnisse der neuen Proben aus, doch er versichert: „Das Wasser in unserem See ist rein.“

    Norovirus am Gardasee: Bürgermeister nach Trinkaktion „gesund wie ein Fisch“

    Bereits am 4. Juli hatte der Ort Torri del Benaco mitgeteilt, dass entnommene Proben keine Spuren des Norovirus aufgewiesen hätten und eine Normalisierung der chemischen Parameter festgestellt worden sei. Zuvor hatte die ULSS 9 am 28. Juni ein Verbot zur Nutzung von Wasser aus dem öffentlichen Netz zu Trink- oder Nahrungsmittelzwecken erlassen.

    Um die positiven Nachrichten zu unterstreichen, gab sich Formaggioni also selbst als Versuchskaninchen her, war aber zweifellos überzeugt, sich keiner Gefahr für die eigene Gesundheit auszusetzen. Seine Trinkaktion wird teilweise als Provokation verstanden und auch seine Worte zeigen, dass sich in ihm reichlich Frust über die öffentlichen Reaktionen auf die Norovirus-Fälle im Nachbarort aufgestaut hat.

    Bleibt zu hoffen, dass dieser Frust vom Gardasee-Wasser heruntergespült wurde. Um Formaggionis Gesundheit muss sich jedenfalls niemand sorgen, wie er auf Nachfrage von Ippen.Media klarstellte: „Mir geht es sehr gut. Ich bin gesund wie ein Fisch.“

    Übrigens: Neben Fischen verkehren im Gardasee auch Schlangen und Krebse. Rund um das Gewässer sind Bären, Wölfe und Luchse zu Hause. Wilde Tiere können auch auf einer Safari-Tour begutachtet werden. Für Hunde gibt es besondere Regeln, an manchen Stränden sind sie aber willkommen.

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