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Coronatests für Kindergartenkinder
12.01.2022

Corona-Test in Kitas in Marktoberdorf: Tipps für Schnelltests bei Kindern

Ist der Corona-Test negativ? Seit Anfang der Woche müssen Eltern ihre Kinder vor Besuch einer Kita testen.
Foto: Friso Gentsch, dpa (Symbolbild)

Eltern müssen in Marktoberdorf ihre Kinder vor dem Besuch in Kindergarten und Krippe testen. Welche Tricks sie nutzen, damit es reibungslos klappt.

So ganz geheuer ist der kleinen Cora nicht, als ihre Mama mit dem Stäbchen auf sie zukommt. Widerwillig betrachtet sie es. Den Mund aufmachen? Nein. „Ich habe Grimassen machen müssen und sie so zum Lachen gebracht. So habe ich sie dann abgelenkt und konnte in den Mund.“ Katja Waldmann hofft, dass ihre Tochter die Prozedur bald aus Gewohnheit heraus über sich ergehen lassen wird. Schließlich müssen die Eltern von Kindergarten- und Krippenkindern seit Montag dreimal wöchentlich testen. Am ersten Tag sei es in den Marktoberdorfer Einrichtungen „ein wenig holprig“, aber ohne Probleme gewesen, berichtete Wolfgang Wieder von der Verwaltung.

Eltern erhalten die Test in Marktoberdorf in Apotheken

Per Elternbrief und über die Kindergarten-App waren die Erziehungsberechtigten vor den Weihnachtsferien informiert worden. Hinzu gab es von den Kitas einen Berechtigungsschein, mit dem die Eltern in Apotheken die Schnelltests holen konnten. Außerdem erhielten sie einen Dokumentationsnachweis. Auf ihm tragen die Eltern ein, wann sie mit welchem Test wo (Nase oder Speichel) bei ihrem Kind die Probe entnommen haben und natürlich, wie das Ergebnis war. Das Ganze quittieren sie mit ihrer Unterschrift. Die Kosten für die Tests übernimmt der Freistaat, der Kommune kommt gleichsam nur die Mittlerrolle zu.

Die Alternative, die das bayerische Sozialministerium angeboten hat, ist, die Testkassette morgens im Kindergarten oder der Krippe vorzuzeigen. Sie hätte dann in eine spezielle Abfallbox geworfen werden müssen, die die Stadt wieder hätte entsorgen müssen. Das schien nicht praktikabel, sagte Wieder, weshalb die Stadt auf die Dokumentation setzt. Dass bei beiden Methoden geschummelt werden kann, ist Wieder ebenso klar wie den Verantwortlichen im Ministerium. Alle setzen deshalb viel Vertrauen in die Eltern, zumal es letztlich um die Gesundheit der eigenen und der fremden Kinder gehe. Mit falschen Testergebnissen sei niemandem geholfen. Im Gegenteil, sagt Wieder.

Manche Eltern testen die Kinder schon am Vorabend

Und so probiert Katja Waldmann ihr Glück bei Cora. Die Vierjährige besucht den Kindergarten in Rieder, ihre knapp dreijährige Schwester eine Spielgruppe. Sie schaue genau zu, wenn die Mutter bei der großen Schwester die Speichelprobe entnimmt, sagte Katja Waldmann. „Das nimmt ihr die Angst“, sagt sie. Denn die hatte Cora, nachdem sie wegen eines Coronafalls in Quarantäne war und die Eltern sie freitesten lassen wollten. Cora hat daran keine gute Erinnerung. Die testende Person habe mit der Schutzkleidung ausgesehen wie in einem Mondanzug, und das Stäbchen in der Nase sei alles andere als angenehm gewesen. Cora verweigere seitdem den Nasentest.

Deshalb ist die Mundhöhle dran. Weil der Schnelltest 24 Stunden lang gültig ist, wird der im Hause Waldmann am Abend vor dem Schlafengehen vollzogen. Cora darf geraume Zeit vorher nichts gegessen und getrunken haben, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. „Wenn ich mir vorstelle, ich müsste das am Morgen vor dem Kindergarten machen, wäre das ja alles noch stressiger.“ Oder Cora müsste früher geweckt werden, was den gewohnten Tagesrhythmus durcheinander bringe.

Auch in den Kindergärten und -krippen der Stadt ist man gespannt, was die Tests in den nächsten Wochen zutage fördern. „Das Corona-Virus ist immer wieder mal in unseren Einrichtungen“, sagt Wieder, was bei rund 1000 Plätzen kaum verwundert. Doch bisher mussten immer nur einzelne Gruppen in Quarantäne geschickt werden, „eine flächendeckende Ausbreitung hatten wir noch nie“. Ohnehin gebe es seit Herbst eine Verordnung des Freistaats, wonach gruppenübergreifende Kontakte nicht mehr erlaubt sind. Das bedeute für Kindergärten, die mehr interessenbasiert arbeiten – Kinder aus verschiedenen Gruppen spielen, basteln, malen – eine Umorganisation, sagt Wieder.

Es gibt bedenken, ob die Tests genau sind

Unterdessen melden einige Eltern Bedenken an, ob die Schnelltests überhaupt auf die Omikron-Variante reagieren. Dazu schreibt das Paul-Ehrlich-Institut, das unter anderem die Tests prüft: „Auf der Grundlage der aktuellen Datenlage geht das Institut davon aus, dass die allermeisten der in Deutschland angebotenen und positiv bewerteten Antigentests eine Omikron-Infektion nachweisen können.“ Das Institut schreibt auf seiner Internetseite aber: „Ganz generell sollte beachtet werden, dass Antigentests nicht zur sicheren Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion entwickelt wurden, sondern allein um Personen mit einer sehr hohen Viruslast, der damit verbundenen potenziellen Infektiosität und dem Übertragungsrisiko für Kontaktpersonen schnell und einfach zu identifizieren.“

Antigentests zur Eigenanwendung seien nur aussagekräftig, wenn die Vorgaben bei der Anwendung exakt eingehalten wurden. Eine Infektion könnten sie nur entdecken, wenn sich zum Testzeitpunkt viele Viren in Nasen oder Rachen befinden. Dies gelte ebenso für die Omikron-Variante. Was bedeutet: Die Eltern müssen bei den Kindern ganz gewissenhaft vorgehen, wenn sie Proben entnehmen – selbst wenn es den Kleinen nicht geheuer ist. (Informationen zur Testpflicht in Kitas finden Sie hier.)

So soll es mit den Tests besser klappen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die Deutsche Akademie für Kinder und Jugendmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin haben einige Tipps zusammengestellt, die es Eltern erleichtern sollen, ihr Kind zu testen – bei möglichst hoher Aussagekraft des Testergebnisses.

  • Lockere Atmosphäre: „Erklären Sie Ihrem Kind die Test-Schritte, damit es versteht, was passiert.“ Wichtig: Nicht gegen den Willen des Kindes testen, gelassen bleiben. „So verhindern Sie, dass sich mögliche Sorgen auf das Kind übertragen.“
  • Komponenten erklären: Dem Kind erklären, wozu Stäbchen, Röhrchen und Testkassette dienen.
  • Probetest am Kuscheltier: Das Testen spielerisch gemeinsam ausprobieren, zum Beispiel an einem Kuscheltier. Oder ein Elternteil stellt sich dafür zur Verfügung.
  • Jeden Schritt ankündigen: Beim Testen jeden einzelnen Schritt ankündigen, damit das Kind weiß, was als nächstes folgt, denn es muss genug Probenmaterial aufgenommen werden.
  • Loben: „Loben Sie Ihr Kind für seinen Mut. Sie werden merken, dass es bei jedem weiteren Test mit Tupfer oder Probenröhrchen besser klappt.“

Die ausführlichen Tipps und mehr über die unterschiedlichen Tests sind nachzulesen unter www.infektionsschutz.de

Weitere Corona-Nachrichten lesen Sie in unserem Newsblog.

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