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Wandern an der Grenze von Deutschland und Österreich: Durch Wälder

Wanderung im deutsch-österreichischen Grenzgebiet: Die Ulrichskapelle sieht man beim Wandern. Sie liegt am Waldrand jenseits der Grenze zu Vorarlberg.
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Wanderung im deutsch-österreichischen Grenzgebiet: Die Ulrichskapelle sieht man beim Wandern. Sie liegt am Waldrand jenseits der Grenze zu Vorarlberg.
Foto: Peter Mittermeier

Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet locken beim Wandern weite Ausblicke vom ersten Allgäuer Baumwipfelpfad und Erfrischung an einer Quelle, deren Wasser heilende Wirkung bei Augenkrankheiten haben soll. Auf der Wanderung sind die Ulrichskapelle und der Skywalk nicht weit.

Ein paar Meter vom Hauptweg entfernt liegt sie am Hang: Die Ulrichskapelle. Seit gut 1000 Jahren pilgern vor allem Menschen mit Augenleiden hierher. Ein Ort zum Innehalten auf einer fast 14 Kilometer langen Wanderung im Grenzgebiet von Allgäu und Vorarlberg. Durch Wälder, entlang von Tobeln, mit Ausblicken auf die Bergwelt – so lässt sich die gut beschilderte Wanderung beschreiben. Sie beginnt am Kurhaus der Westallgäuer Marktgemeinde Scheidegg. Vom Parkplatz aus geht es auf einem Waldpfad in Richtung Pfänder und Skywalk. Hinter dem Begriff „Himmelspfad“, was das Wort übersetzt bedeutet, verbirgt sich der erste Baumwipfelpfad im Allgäu. Er ermöglicht Ausblicke auf den Bodensee und in die Allgäuer Alpen. Über Treppen (oder einen Aufzug) geht es 33 Meter hinauf und dann auf 540 Meter Länge durch die Wipfel des Waldes. 130.000 Besucher kommen im Jahr.

Wandern an der Grenze von Deutschland und Österreich: Keinen Kilometer ist es vom Skywalk zur Ulrichskapelle

Etwas versteckt liegt sie am Waldrand. In wenigen Minuten geht es vom Wanderweg über die Staatsgrenze nach Österreich hinauf zu dem 1000 Jahre alten Gotteshaus. Es ist eine der ältesten Sakralbauten Vorarlbergs. Der Legende nach hat Ulrich auf dem Weg von seinem Ausbildungsort St. Gallen zurück in seine Heimatstadt Augsburg auf der Lichtung gerastet. Erschöpft soll er Gott inständig um einen Schluck Wasser gebeten haben. Die Geburtsstunde einer Quelle, die heute noch sprudelt. Ihr Wasser lässt sich an einem Hahn vor dem kleinen Gotteshaus abzapfen. Es erfrischt und dem Wasser wird heilende Wirkung bei Augenkrankheiten nachgesagt.

Die Wandertour führt Richtung Pfänder

Auf einem ruhigen, gut ausgebauten Weg, geht es durch einen Wald weiter in Richtung Pfänder. Immer wieder ermöglichen Lücken im Blätter- und Nadelwald Blicke auf die sanften Hügel des Westallgäus. Nach gut 90 Minuten öffnet sich der Wald. Der Blick geht hinüber Richtung Pfänder, dem 1064 Meter hohen Aussichtspunkt über dem Bodensee, gut erkennbar an dem großen Sendemast. Linkerhand tauchen die Gipfel der Allgäuer Alpen und des Bregenzer Waldes auf. Bei guter Sicht ist geradeaus das Säntismassiv zu erkennen. Dessen Gipfel sind bis in den Sommer hinein weiß überzuckert – ein reizvoller Kontrast zu den gelb leuchtenden Wiesen an denen vorbei der Wanderer die Filiale Tröger erreicht. Halbzeit der Wanderung.

Der Weg zurück führt auf einem ruhigen Waldweg immer entlang eines wildromantischen Tobels. Kurz bevor die Route hinaus aus dem Forst führt, taucht linkerhand eine kleine Grotte auf. Blumen, Kerzen und ein Bild auf einer kleinen Tafel halten die Erinnerung an ein Unglück wach: Im Oktober 1904 war ein Pferdefuhrwerk vom Weg abgekommen. Ein Stoßgebet zur Gottesmutter Maria soll den Bauern und seine Pferde gerettet haben. Während die auf dem Fuhrwerk geladenen Baumstämme ins Tobel donnerten, blieben Mensch und Tier unverletzt. Aus Dank baute der Landwirt eine Grotte, die bis zum heutigen Tag gepflegt wird.

Die Wanderung endet mit einer Einkehr

Wenige Minuten weiter taucht auf einer Waldlichtung die Bromatsreute auf, gleichzeitig Name einer Einkehr und einer Ortsfiliale. Seit 400 Jahren gibt es hier eine Gaststätte. Heute hat sie einen hüttenähnlichen Charakter. Betrieben wird sie von mehreren Familien aus Reutlingen. Einkehren kann der Wanderer deshalb nur an den Wochenenden. Nur ein paar Schritte sind es von Bromatsreute über die Staatsgrenze zurück nach Deutschland. Auf dem Rückweg nach Scheidegg bieten sich dem Wanderer auf ruhigen Wegen noch einmal Blicke über das Rothachtal hinweg bis ins benachbarte Oberallgäu.