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Wandern bei Bad Grönenbach: Grimmbarts Revier

Im Unterallgäu bei Bad Grönenbach zu wandern, ist eine gute Idee: Die Wanderung bietet so einiges.
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Im Unterallgäu bei Bad Grönenbach zu wandern, ist eine gute Idee: Die Wanderung bietet so einiges.
Foto: Brigitte Hefele-Beitlich

Bei Bad Grönenbach trennen nur wenige Kilometer Wanderung ein hoch aufragendes Schloss und einen echten Urwald. Wandern Sie durch das Unterallgäu!

Viel macht es auf den ersten Blick ja nicht her, das leer stehende Hohe Schloss in Bad Grönenbach, das weithin sichtbar auf einem mächtigen Hügel thront. Die Gemeinde, der das im 12. Jahrhundert begonnene Gebäude inzwischen gehört, diskutiert seit Jahren eine mögliche Nutzung – derzeit finden hin und wieder Kulturveranstaltungen darin statt.

Wandern Sie bei Bad Grönenbach auf den Spuren einer Krimi-Geschichte

Wieder bewohnt wurde das alte Gemäuer zumindest im Kluftinger-Krimi „Grimmbart“, in dem es der Allgäuer Kult-Kommissar mit einem gewissen Baron Rothenstein Grimmbart zu tun bekommt. Selbstredend wird der Mordfall dort auch verfilmt werden – wie übrigens bereits der Jugendroman „Crazy“. Daran mag der Wanderer denken, der den steilen Schlossberg vom Bad Grönenbacher Marktplatz kommend erklimmt, wo unser Rundweg beginnt, bei dem auch Rothenstein und Grimmbart eine Rolle spielen: Grimmbart ist das Synonym für den Dachs, der uns später als Wegweiser-Tier auf einem Stück Walderlebnispfad wiederbegegnen wird; im Weiler Rothenstein finden wir mit Glück einen spannenden Krimi im öffentlichen Bücher-Tausch-Regal. Doch zunächst einmal schnuppern wir hier oben an den Kräutern im Kreislehrgarten, während Bienen uns umsummen.

Die Wanderung führt über den Serpentinenweg

Aber da noch fast zwölf Kilometer Weg vor uns liegen, sollten wir uns nicht zu lange in diesem Vorzeigegarten verlieren, sondern bald auf den Serpentinenweg hinunter Richtung Wald machen. Dort tauchen wir ein in ein wohltuendes Spiel aus Licht und Schatten, während wir hügelan und -ab gen Rothenstein spazieren. Wem das nicht genug Abkühlung war, der kann die Füße kurz vor dem Weiler in einem Kneipp-Becken kühlen, ehe es weiter geht zur Burgruine, von der allerdings nur noch wenige, vermooste Mauer-Fragmente zu sehen sind. Das kann man aber auch auslassen und – nachdem der Rucksack beim „Book Crossing“ erleichtert wurde – gleich Richtung Rechberghaus abbiegen, einem Treffpunkt der hiesigen „Naturfreunde“. Und begeisterte Naturfreunde sind auch wir spätestens am Ende des ausgeschilderten Rundwegs „Illerschleife“, der jetzt beginnt. Er erfordert ein wenig Wandermühe, belohnt aber mit grandiosen Ausblicken auf den Fluss, der sich hier stark mäandernd durchs Tal windet. Zudem laufen wir auf verwunschenen Pfaden in einem echten Urwald.

Also empfiehlt es sich, zuerst zu rasten auf dem Steilhang 100 Meter hoch über dem Wasserlauf, zumal eine schicke Bank der „Wandertrilogie Allgäu“ geradezu danach schreit, hier eine Brotzeit zu verzehren. Frisch gestärkt marschieren wir bald über einen steilen Waldweg hinab zur Iller, um dort über eine paradiesische Landschaft zu staunen. Eine ganze Schwäne-Kolonie badet in einer Ausbuchtung, Wildgänse brüten, Schmetterlinge spielen Fangen zwischen bunten Wiesenblumen. Der malerische Weg am ruhig daliegenden Fluss entlang führt durch ein Naturwaldreservat, in dem die Bäume der Verurwaldung überlassen werden. Kurz bevor ein Iller-Wehr uns wieder zurückholt in die Zivilisation, biegen wir vor einem kleinen Steinhaus scharf nach rechts auf den (oft matschigen) Weg, der uns in einem strammen Anstieg wieder hinauf bringt auf die Iller-Klippen.

Die Wandertour bietet Aussicht auf eine weite Flusslandschaft

Am letzten Aussichtpunkt lassen wir die Blicke noch einmal weit über die Flusslandschaft schweifen, ehe wir durch die typischen Unterallgäuer Wiesentäler zur Einöde Rothmoos wandern. Vorbei an einsamen Gehöften, Hühnern, Schumpen und Allgäuer Braunvieh. Wir bleiben jetzt ein Stück auf der Straße nach Bad Grönenbach, biegen aber bald wieder nach links ein in einen dichten Fichtenwald. „Pfaffenhalde“ heißt unser letztes Ziel, das bereits am Rand des Kneippkurortes liegt. Jetzt begrüßt uns auch das Hohe Schloss zurück – von dieser Seite wirkt es mit seinen fünf Stockwerken noch gewaltiger. Ein kleiner Wiesenweg am Fuß des Schlossbergs (rechts einbiegen nach dem ausgeschilderten Zugang zur Kneipp-Tretanlage) führt zurück zum Marktplatz. Je nach Wetter bleibt jetzt nur noch die Entscheidung, sich in einem gemütlichen Lokal zu erholen – oder im Naturfreibad „Bad Clevers“: Früher war der Weiher Fischreservoir der Schlossherren, heute profitieren alle von ihm.